Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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Mogunzius

MOGUNZIUS
STADTSCHREIBER DES MAINZERS

Rat(haus)losigkeit


Die Mainzer und ihr Rathaus, ein besonderes Kapitel der Stadtgeschichte. Erst hatten wir keins und wollten eins, dann hatten wir eins und so richtig gefallen hat es uns auch nicht (auch nicht den Insassen). Darum wurde es auch nicht besonders pfleglich behandelt, weder verbal noch in Punkto Instandhaltung. Jetzt ist es marode und jetzt wissen wir wieder nicht, wollen wir es behalten, wollen wir ein neues ?

Auch der Stadtrat zeigt sich in der Frage äußerst reserviert. Erst einmal soll die Verwaltung sagen was es kostet und Alternativen aufzeigen und noch mal genau prüfen und Sachverständige hinzuziehen und insbesondere Bürger beteiligen. Diese Politikersprache kann man leicht übersetzen: Lasst uns bloß in Ruhe, mit dem Projekt Rathaus gewinnen wir keinen Wähler hinzu, das gibt nur Ärger und wir haben wirklich keine Lust wieder Hauptthema der nächsten Fastnachtskampagne zu werden.

Wenn man nicht mehr weiter weiß gründet man einen Arbeitskreis, wem ist das zu derb führt durch einen Wettbewerb.

Besonders haben hierbei der Jury die Ideen zur Aufwertung des Vorplatzes gefallen. Absenken heißt die Devise – Super ! (Nur Spießbürger fragen sich wie mit der Tatsache umzugehen ist, dass dadurch eine ganze Etage der Rathausgarage wegfällt).

Feder

Der Wettbewerb ist vorbei, die Bürger dürfen die Ergebnisse besichtigen und sich mit Ideen, Vorschlägen und Kritik beteiligen. Zwei Versammlungen haben bereits stattgefunden. Wer in diese geraten ist, wird erschreckt sofort den Saal verlassen haben. Es sah aus wie die Jahreshauptversammlung der Bestattungsunternehmer, 96 Prozent schwarz gekleidete Menschen – die Architekten. Besonders putzig, dass einige immer noch Rollkragenpullover tragen.

Architekten scheinen die besondere Gabe zu haben alles besser zu wissen, den Berufskollegen nichts zu gönnen und konstruktive Beiträge nur gegen Bares abliefern zu wollen. Kritik gibt es dafür kostenlos.

Es wird noch weitere dieser Treffen geben, die auch zu keinem Ergebnis führen.

Lieber Herr Oberbürgermeister, es hilft nichts, sie haben das Thema an der Backe und müssen einen Lösungsvorschlag machen und dafür kräftig Prügel einstecken. Zum Trost: Jockel Fuchs hat es auch überlebt.

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