Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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Mainzer Kopf

Kinderprinz zu sein, das mag er sehr: David der Erste

»David der Erste, werd ich genannt,
als Kinderprinz in Mainz bekannt.
Auf ihr Kinder mitgemacht,
wir feiern wieder Fassenacht.
Jetzt kommt die supertolle Zeit,
wo Alt und Jung macht sich bereit.
Zu feiern im Saal und uff de Gass,
denn das macht wirklich
jedem Spass.«


David der Erste

So beginnt der Spruch, den sich »David der Erste«, im richtigen Leben David Seitz, in seinem vierten Jahr als Mainzer Kinderprinz ausgedacht hat. Der Spross einer Mainzer Fastnachtsfamilie kündigt außerdem an: »Genießt wie ich die bunte Narretei, ab Aschermittwoch ist’s bei mir vorbei. Ich werde Kapp und Zepter niederlegen, nächst Jahr wird’s en neue‘ Kinderprinz geben.«

Amtsmüde wirkt der Zwölfjährige mitnichten, im Gegenteil, begeistert und mit viel Detailwissen erzählt er von seinen Pflichten als Kinderprinz – vom »Wurfmaterial« zum Beispiel. Abgesehen von seinen Auftritten bei Jugend in der Bütt, dem Kindermaskenfest in der Rheingoldhalle, bei Maskenbällen des GCV und auf der Kinderstation der Uniklinik, mag David den Jugendmaskenzug, den Rosenmontagszug und die Kappefahrt deshalb so gerne, weil er dann freigiebig die jungen Narren mit Süßigkeiten versorgen kann.

Es muss probiert werden

Dabei können die Kinder sicher sein, dass Bonbons und Naschzeug in Ordnung sind, denn: »Eine kleine Geschmacksprobe ist immer drin« schmunzelt David und bekennt gleichzeitig, dass er und sein Gefolge es nicht schaffen, alle Naschwerkvarianten zu probieren. Er selbst isst außerdem lieber Gemüse als Süßes.

Die Tatsache, dass David ans Aufhören denkt, hängt mit seinem Prinzen-Kostüm zusammen. Eigentlich sind es drei Kostüme, unterschiedlich groß und vom Mainzer Verkehrsverein gestellt, ob der intensiven Nutzung ein wenig in die Jahre gekommen, aber solche Kostüme sind, ähnlich wie die Uniformen der Garden, ziemlich teuer. Letztlich entscheidend ist aber nicht, ob hier ein Strasssteinchen fehlt und dort eine Marabu-Feder etwas angeschmutzt ist. Schlicht und ergreifend die Tatsache, ob der Prinz noch hineinpasst ins Kostüm, lässt ans Abdanken denken. David hat nun die Grenze nahezu erreicht, erkennt er selbst und erzählt fröhlich, dass er im kommenden Jahr seinem drei Jahre jüngeren Bruder Benjamin das Kinderprinzenzepter übergeben wird. »Aber die Prinzenkappe, die darf ich behalten«, sagt er mit Nachdruck. Diese Narrenkappe, geziert mit dem Namen ihres Trägers, wird für jede Majestät eigens angefertigt und dient den Prinzen von einst als Erinnerung an ihre Herrschaft.

Außerhalb der Kampagne ist David Seitz G-8-Ganztagsschüler im Willigis-Gymnasium, viel Freizeit bleibt damit nicht, aber er weiß sie zu nutzen: Singen im Domchor, Spielen mit Legos, Radeln mit Papa und Bruder, Klettern mit Freunden, Spieleabende mit der ganzen Familie, vor dem Einschlafen möglichst viele Seiten Fantasy-Geschichten – langweilig ist Davids Leben bestimmt nicht.

Noch nicht genug?

Nach dieser Kampagne ist für David Seitz also Schluss mit der Fastnacht – fürs Erste! Nicht auszuschließen ist, dass der viermalige Kinderprinz auch in späteren Jahren in der Mainzer Fastnachtsgesellschaft von sich hören lässt. Zurzeit kann er sich jedenfalls gut vorstellen, mit dem Bruder gemeinsam in die Fußstapfen des Vaters Guido als »Bänkelsänger« zu treten. »Benjamin, mein Bruder, spielt schon Gitarre, da muss ich nur noch Akkordeon lernen und dann passt das.« Lust auf Witz und Übung im Reimen bringt der Zwölfjährige bereits mit und sein verschmitztes Schmunzeln lässt erahnen, dass er von der Fastnacht noch lange nicht genug hat.

| SoS