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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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Bauen & Sanieren

Was im Frühjahr bedacht werden muss

Wenn der Winter vorbei ist sollten Hausbesitzer einen gründlichen Check an ihrem Eigentum vornehmen. Wurde der Standort jedoch von einem Sturm heimgesucht, muss sofort gehandelt werden. Tipps dazu gibt es zum Beispiel vom Verband Privater Bauherren (VPB).


Archtiketen
Für den Neubau eines Wohnhauses interpretierte die Architektin Nicola Hahn (n.a.h. architekten, Worms) die für die Region Rheinhessen typische Haus-Hof-Bebauung und schnitt das Haus direkt auf die Bedürfnisse des Bauherrn zu. (Foto: Ulrich Schepp)

»Ich will ein Haus haben, das durchdacht ist«, lautet nur einer der Gründe, weshalb Bauherren sich für die Umsetzung ihres Bauprojektes für die Zusammenarbeit mit einem Architekten entscheiden. Tatsächlich gilt: Egal ob Neu-, Um- oder Anbau – als kompetenter und fachlich versierten und unabhängiger Planer realisiert ein Architekt die Wohnwünsche seiner Bauherren und setzt deren individuelle Anforderungen an die eigenen vier Wände um. Er berät sie unabhängig, umfassend und fachkundig in allen Fragen, die das Bauvorhaben betreffen. Diese Unabhängigkeit beispielsweise bei der Ausschreibung und gegenüber den am Bau beteiligten Dritten, ist dabei besonders wichtig. Zwar bleibt Bauen nach wie vor eine komplexe Angelegenheit, aber mit einem kompetenten Architekten, können Bauherren ihr Bauvorhaben nach ihren individuellen Vorstellungen und angepasst an das persönliche Budget verwirklichen. Mehr unter: www.diearchitekten.org

Nachhaltigkeit fördern

Die Mainzer Stiftung für Klimaschutz und Energieeffizienz wurde 2007 von der Stadtwerke Mainz AG gegründet, um gemeinsam mit Bürgern, kleinen und mittleren Unternehmen und Kommunen den Klimaschutz und die Energieeffizienz in Mainz und Umgebung zu fördern. Die Stiftung wird durch die SWM-Unternehmensgruppe finanziell ausgestattet und unterstützt mit diesem Geld jedes Jahr innovative und nachhaltige Projekte in den Bereichen Energiesparen, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien.

Frühjahrscheck fürs Eigenheim

Sorgsame Autobesitzer bringen ihren Wagen zur Frühjahrsinspektion in die Werkstatt. Sorgsame Hausbesitzer prüfen ihr Haus und lassen die Winterschäden beseitigen. Auch wenn die vergangenen Monate mild und trocken waren, rät der Verband Privater Bauherren (VPB) zum umfassenden Frühjahrscheck. Der Check-up hilft bei der Erhaltung des Hauses und der Besitzer kommt gleichzeitig seinen Verkehrssicherungspflichten nach.

Der Check beginnt mit einer Inspektion des gesamten Hauses von innen und außen. Innen werden Wände, Decken und Fenster auf Feuchteschäden geprüft: Ist irgendwo Wasser eingedrungen? Sind die Heizkörper noch in Ordnung, oder leckt einer? Beim Gang durch die Räume wird alles notiert, was in den letzten Monaten aufgefallen ist - von den unerklärlichen Zugerscheinungen in der Nähe der Steckdose, über das flackernde Deckenlicht, sobald der neue Fernseher läuft, bis hin zum defekten Fenstergriff oder dem rumpelnden Terrassenrollladen. Alles kommt auf die Liste und wird in den kommenden Monaten systematisch repariert. Vieles können Hausbesitzer selbst erledigen, anderes müssen sie an Handwerker delegieren. Erfreulich: Handwerkerrechnungen sind steuerlich absetzbar! Bei bautechnischen Problemen hilft der unabhängige Sachverständige dabei, die Schadensursache verlässlich zu orten.

DJD

Alles noch sicher?

Dient der Innencheck vorwiegend der Werterhaltung der Immobilie, muss der Hausbesitzer sich außen auch um seine Haftung sorgen. Fällt beispielsweise ein Ziegel vom Dach und zertrümmert Nachbars Auto, dann muss der Ziegelbesitzer für den Schaden aufkommen. Zwar hat er dafür in der Regel eine Hausbesitzerhaftpflicht, aber die fragt ihn, ob er sein Dach regelmäßig prüfen lässt. Deshalb gebührt dem Dach beim Frühjahrscheck besondere Aufmerksamkeit: Sitzen alle Ziegel sicher? Auch die Schneefanggitter? Solarpaneele? Antenne? Blitzableiter? Wie stabil steht der Schornstein? Müsste er nicht mal neu verfugt werden?

Einen zweiten Blick verdienen große Bäume. Sie wachsen auch im milden Winter weiter und zwar sowohl über- als auch unterirdisch. Damit droht doppelt Gefahr. Zum einen können Äste beim Sturm abbrechen. Zum anderen dringen Wurzeln in die Kanalisation ein, schieben sich ins Fundament und heben Gartenwege, Treppen und Einfriedungen an. Ist das der Fall, sollten Hausbesitzer schnell handeln: Sobald der Baum die Bausubstanz beschädigt, muss er weg. In Mainz gibt es eine Baumschutzsatzung; da braucht der Hausbesitzer dafür ein behördliches Okay.

In Konflikt mit den Behörden gerät auch, wer seinen Mess- und Kehrpflichten nicht nachkommt. Seit Anfang 2013 dürfen Hausbesitzer zwar ihren Schornsteinfeger frei wählen, aber sie müssen nach wie vor messen und kehren lassen und die Ergebnisse dem Bezirksschornsteinfeger melden. Zum Frühjahrscheck gehört deshalb auch der Blick in den Feuerstättenbescheid: Welche Untersuchung ist wann fällig?

Hat ein Sturm gewütet?

Stürme können enorme Kräfte entwickeln. Sie entwurzeln nicht nur Bäume, sondern lockern selbst schwere Dachziegel. Damit ist das Dach nicht nur offen für Regen, sondern auch eine Gefahr für die Allgemeinheit, denn ungesicherte Ziegel können herabstürzen und Menschen verletzen. Sturmschäden müssen immer möglichst schnell beseitigt werden. Hausbesitzer sind in der Pflicht.

Stark beansprucht werden von schweren Stürmen auch Fassadenverkleidungen. Häufig lösen sich Schindeln oder sogar Bretter aus dem Giebelfeld. Rings um Dachgauben können sich Teile lockern. Auch dort wird dem Regen der Weg ins Hausinnere erleichtert, und natürlich können solche Bauteile beim Herunterfallen gefährlich werden, mahnt der VPB.

Kommt zum Sturm schwerer Regen, dann können auch Dächer, in die es seit Jahren oder sogar noch nie hinein geregnet hat, durchnässt werden. Hässliche Flecken an blütenweißen Dachschrägen zeugen dann vom Malheur. Grund dafür ist die Mischung aus extrem viel Regen und starken Windböen. Normalerweise läuft auf dem ordentlich gedeckten Dach das Regenwasser auf der lückenlos geschlossenen Oberseite ab. Wenn die Dachneigung stimmt, dann folgt es einfach der Schwerkraft. Auch große Wassermassen können so problemlos abfließen. Kommt aber starker, böiger Wind hinzu, oder auch viel Hagel, der den Wasserablauf kurz blockiert, dann kann das Regenwasser hoch und unter die geschlossene Ziegeldecke gedrückt werden. Dort bahnt es sich dann seinen Weg ins Innere, vorzugsweise an Ecken, Gauben und rings um Dachflächenfenster. Das ist an sich kein Grund zur Panik, denn solche Stellen bereiten nach dem Unwetter meist viele Jahre lang keine Probleme mehr, erst wieder beim nächsten Orkan, bei dem Wassermenge und Windrichtung erneut unglücklich zusammentreffen.

Wasserschäden im Dachbereich

Trotzdem dürfen diese Wasserschäden keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden, denn oft durchnässt das eingedrungene Regenwasser die im Dach liegende Wärmedämmung. Das bringt zwei schwerwiegende Probleme mit sich:

  • Zum einen isoliert nasser Dämmstoff nicht mehr, im Gegenteil, er wird sogar zum Wärmeleiter. An nassen Stellen geht also Energie verloren.
  • Das zweite Problem ist noch gravierender: Die nasse, an Holzbauteilen anliegende Wärmedämmung behindert das Trocknen des Holzes. Bleibt das Holz aber länger nass, kann es faulen und wird zum Nährboden für Pilze. Auch bei undichter Dampfbremse und durchfeuchteter Dachkonstruktion kann sich Schimmel bilden und über Risse und Lücken in der inneren Wandbekleidung in die Raumluft gelangen. Damit ist nicht zu spaßen, warnt der VPB: Schimmel kann die Gesundheit gefährden.

Der VPB rät deshalb: Feuchte Stellen im Dach unbedingt schnell kontrollieren und reparieren lassen! Sonst werden aus kleinen Ursachen teure Bauschäden. Bester Partner für die Schadensanalyse, so der der Verbraucherschutzverband, sind unabhängige Sachverständige, beste Partner für die Reparatur die Handwerksfirmen vor Ort. Am besten diejenige fragen, die das Dach gebaut, gedeckt und gedämmt hat. 2007 hat der Gesetzgeber auf die Klimaänderungen reagiert und neue Berechnungen für die Windlast eingeführt. Damit sind die Anforderungen an die Windsicherung höher geworden. Dies gilt aber nur für neue Dächer. Alte Dächer, die noch nicht den aktuellen klimatischen Bedingungen entsprechend berechnet wurden, müssen umso sorgfältiger kontrolliert und instand gehalten werden, mahnt der VPB.

| Mdl