Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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am 27.12.2014, 20 Uhr
in der Phönix-Halle Mainz

Ehrlich Brothers Selbst in der Fachwelt wird über die Geheimnisse der Zauberbrüder gerätselt und mit Begeisterung zur Kenntnis genommen, dass Andreas und Chris Ehrlich die Zauberkunst in ein neues Zeitalter geführt haben.

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Theater

In Aktion: »Lenz«

Man kann sich eine Aufführung im Theater anschauen, ein wenig darüber sinnieren und ein ganz persönliches Resümee ziehen. Nicht mehr beansprucht der folgende Beitrag über »Lenz, nach der Erzählung von Georg Büchner«.


kultur-theater
Foto: Andreas-J. Etter

Vor der Aufführung die Einführungsveranstaltung zu besuchen, erweist sich als gute Idee. Die erhellenden Hinweise zum Warum und Wie der Inszenierung, erleichtern den sachlichen und emotionalen Zugang.

Dramaturgin Patricia Nickel-Dönicke erklärt hier, Georg Büchner sei von »Lenz« fasziniert gewesen und habe wohl in sich selbst »Lenz’sche Anteile« verspürt. Regisseur K.D. Schmitt wiederum bescheinigt sie eine große Affinität zu Büchner und Schauspieler Daniel Friedl, der Büchner im »Lenz« verkörpert, sei im Sommer 2014 in den Vogesen gewandert – wo 1835 Büchner den Spuren des Dichterkollegen Jakob Michael Reinhold Lenz folgte. Intensive Vorbereitungen also auf ein Stück, das sich mit nur zwei Personen besetzt den Abstürzen menschlicher Seelen nähern will.

Die Bühne symbolisiert bei dieser Lenz-Inszenierung eindeutig den Fall ins bodenlose des Wahnsinns: in luftigen fünf Metern Höhe bewegen sich Lenz und Büchner, quasi Auge in Auge mit den Zuschauern im 1. Rang. Wobei Lenz alias Clemens Dönicke, seine in jüngeren Jahren als »Kletterer« erworbenen Fertigkeiten zur Schau stellen darf. Er schwingt sich am Seil entlang des eisernen Bühnenvorhangs, klettert im Gestänge der eisernen Bühnenkonstruktion – allein die dabei entstehenden Geräusche lassen Abgründe erahnen.

Die Atmosphäre des Dialogs zwischen Büchner und »seinem« Lenz, wirkt dicht und beklemmend. Sie zu erzeugen, braucht es minimale »Hilfsmittel«: Die Bühnenkonstruktion, Lichtspiele auf dem eisernen Bühnenvorhang begleitet von rauschenden Tönen, leises Glockenläuten, die hörbare Atemlosigkeit der beiden Darsteller. Umhüllt von dieser Stimmung kann man sich wunderbar auf die bildhafte Sprache einlassen: Daniel Friedel als Büchner trägt den Text ohne Stocken, mit sparsamer Gestik nahezu fehlerfrei vor. Der sehr jung und pausbäckig wirkende Friedel, um wenige Jahre älter als Büchner, der als 22-Jähriger auf den Spuren von Lenz wandelte, verlässt sich fast gänzlich auf die Wortgewalt Büchners. Clemens Dönicke dagegen stehen mit viel Körperspiel, den Klangfärbungen seiner Stimme und intensiven mimischen Ausdrucksweisen mehr darstellende Möglichkeiten zur Verfügung.

Jeder der beiden überzeugt auf seine Weise und gemeinsam interpretieren sie die Zerrissenheit von Lenz vortrefflich. Die Vorstellung gewährt 75 Minuten intensivstes Hören und Schauen. Der lang anhaltende Applaus für die beiden Schauspieler bezeugt, sie haben ihre Sache richtig gut gemacht.

| SoS

Aufführungen im Dezember:
12., 15. und 16.12.2014
www-staatstheater-mainz.com