Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
Verlosung

Gewinnen Sie 2x
2 Eintrittskarten

für das Konzert von
Billy Crash & Freakers Ball
am 6.12.2014 ab 20 Uhr
in der Burgscheune Stadecken

Billy Crash »Mer waate uff de Niggelos«, betitelt Billy Crash seinen diesjährigen »Woinachts­blues«. Eingeladen hat er auch Hildegard Bachmann, die liest Weihnachtliches uff Rhoihessisch.

Für das Konzert & Lesung am 6.12. in der Burgscheune Stadecken verlost DER MAINZER 2x 2 Karten!

Teilnahmeschluss:
25. November 2014

Mehr Informationen finden Sie hier >>>

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Mainzer Staatstheater

spielart

Der Barbier von Sevilla

Es war einmal...

Barabier von Sevilla
Der Barbier von Sevilla: Peter Felix Bauer,
Geneviève King     © Andreas Etter

Der junge Graf Almaviva ist verwirrt. Denn er versteht sie nicht, die Regeln und Rätsel dieser fremden Welt, in die er geraten ist, um einer schönen Frau zu helfen. Zum Glück aber hat er an seiner Seite den gewitzten Figaro, der ihn treu begleitet und ihm hilft, alle Prüfungen zu bestehen und schließlich seine Rosina zu befreien. Diese nämlich wird eifersüchtig bewacht von ihrem unangenehmen Vormund Bartolo, der es nicht nur auf seine Nichte, sondern vor allem auf ihre frei werdende Erbschaft abgesehen hat.

Die typenhaften Figuren in Gioachino Rossinis »Der Barbier von Sevilla« finden ihre Tradition ebenso in der italienischen komischen Oper wie in der Commedia dell'arte. Zugleich aber faszinieren sie uns durch modernen Charaktere, die uns bekannt vorkommen: Angetrieben von Gier nach Macht und Geld überschreiten sie alle Grenzen.

Regisseur Ronny Jakubaschk hat sich von der Märchenhaftigkeit des Stoffs inspirieren lassen und eine farbenfrohe, phantastische Bühnenwelt erschaffen. Getragen von der musikalischen Leichtigkeit der Komposition Rossinis führt uns »Der Barbier von Sevilla« durch eine wundersame Geschichte der Verstellungen und Verkleidungen, in der Intrigen und Lügen einen absurden Wettkampf mit Zufällen und Verwicklungen ausfechten. Manipulationen, eingeredete Krankheiten, falsche Briefe und ein glückliches Ende, an das man kaum mehr glauben mag, sind Ausdruck einer schier unerschöpflichen Fabulierlust des Librettisten Cesare Sterbini auf der Grundlage des Textes von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais. In den märchenhaften Figuren von Ronny Jakubaschks Inszenierung und unter der musikalischen Leitung von Paul-Johannes Kirschner wird diese Erzählfreude lebendig.

"Der Barbier von Sevilla" von Gioachino Rossini
Musikalische Leitung: Paul-Johannes Kirschner
Regie: Ronny Jakubaschk

Spieltermine Großes Haus:
5. und 23.11., 17., 25. (18 Uhr), 27. und 30.12., jeweils 19.30 Uhr



Frei schwebend und kletternd

Büchners Erzählung "Lenz" auf der Bühne

Lenz
Lenz: Clemens Dönicke
Copyright: Andreas Etter

Eine der wichtigsten Erzählungen der neuen deutschen Literatur, noch dazu eine, die sich ausschließlich im Kopf einer Figur abspielt, auf der Bühne - wie kann das gehen? K.D. Schmidt, leitender Regisseur des Staatstheaters, hat sich nichts Geringeres vorgenommen. Und dafür eine spektakuläre Bühnensituation entworfen.

Im Theater wird Büchner zum Gegenüber von Lenz, die Erzählung zum dramatischen Dialog. Georg Büchner war auf sehr persönliche Weise fasziniert von diesem mit dem Wahnsinn ringenden Schriftsteller des ,Sturm und Drang': Jakob Michael Reinhold Lenz. 1835 begibt sich der 22jährige Büchner in die Vogesen auf Spurensuche nach seinem Dichterkollegen, der 1792 - nach Jahren der Verelendung - tot auf der Straße gefunden wurde, dessen provokante Texte niemand veröffentlichen wollte, der weder in der Liebe noch in der Natur Frieden finden konnte. Büchner recherchiert über Lenz' Leben zwischen Genie und psychischer Pein und schreibt daraus einen Text, der sich so schonungs­- los mit dem Innenleben des Dichters auseinandersetzt, wie es nur jemand formulieren kann, der Seelenverwandtschaft spürt...

Daniel Friedl und Clemens Dönicke sind Büchner und Lenz. Sie spielen den dramatischen Konflikt frei schwebend und kletternd in einem abstrakten aber zugleich konkret zur Handlung zwingenden Bühnenraum. Hier gibt es keinen Halt, keine Sicherheit - nur zwei Menschen, die aufeinander treffen und auf sich selbst zurückgeworfen sind, auf ihre Ängste, ihre Verzweiflung und ihre Sehnsucht nach Ruhe und Frieden. Sie stoßen einander fort, umarmen sich, lachen einander aus oder ignorieren sich. Die Zuschauer sitzen im Rang und verfolgen auf der Höhe des Geschehens die Auseinandersetzung, die Verschmelzung, die Abstoßung und vielleicht auch die Befreiung eines Autors mit und von seiner Figur.

Lenz von Georg Büchner
Inszenierung: K.D. Schmidt

Spieltermine Großes Haus:
7., 11., 14.11. und 12., 15., 16.12., jeweils 19.30 Uhr