Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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2 Eintrittskarten

für das Konzert von
Billy Crash & Freakers Ball
am 6.12.2014 ab 20 Uhr
in der Burgscheune Stadecken

Billy Crash »Mer waate uff de Niggelos«, betitelt Billy Crash seinen diesjährigen »Woinachts­blues«. Eingeladen hat er auch Hildegard Bachmann, die liest Weihnachtliches uff Rhoihessisch.

Für das Konzert & Lesung am 6.12. in der Burgscheune Stadecken verlost DER MAINZER 2x 2 Karten!

Teilnahmeschluss:
25. November 2014

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Sport

Der Schmerz spielt immer mit

Rugby ist kein Sport für sanfte Gemüter. Im Kampf um das Ei geht es hart zur Sache. Schmerzen gehören dazu. Dennoch überwiegt der Spaß, denn der Teamgedanke und die gegenseitige Unterstützung sind ausgeprägt – wie beim RC Mainz.


Rugby

Das Ei fliegt durch die Luft. Ein Mainzer Spieler fängt es, atmet kurz durch und legt sofort den Vorwärtsgang ein. Immer geradeaus. Egal, was passiert. Denn nur wenige Sekunden später setzen zwei Gegner zur Attacke an und begraben ihn und das Ei unter sich. »Wenn man den Ball fängt, weiß man, dass es gleich weh tun kann«, gibt Nils Radtke zu. Beim Rugby spielt der Schmerz immer mit. »Man muss es so deutlich sagen. Ohne dieses Wissen und die richtige Einstellung ist man beim Rugby falsch.« Das klingt nicht überheblich, übertrieben oder ist das Gerede eines Machos – nein, wer schon einmal ein Rugbyspiel gesehen hat, weiß, was Radtke meint.

In kurzen Hosen, mit einem Kurzarm-Trikot, aber ohne jeden Körperschutz racken die Spieler des 1. Rugbyclub Mainz (RCM) auf dem Rasen und kämpfen um jeden Meter. Schon beim Zusehen empfindet mancher Zuschauer Schmerzen aus Mitgefühl. »Rugby ist eine Kontaktsportart, die darauf basiert, den intensiven Körperkontakt mit dem Gegenspieler zu suchen«, schildert Radtke, der nicht nur als Vorsitzender des RC Mainz die Geschicke des Vereins leitet, sondern selbst in der ersten Mannschaft in der Zweiten Bundesliga aktiv ist. Als so genannter »Stürmer«, die schweren Jungs, die den Weg für ihre flinken Kollegen bahnen, weiß Radtke, wovon er redet.

Ein tolles Gefühl Rugby

Grundsätzlich: Das Ziel besteht darin, das Ei in die Endzone des Gegners zu bringen – analog zum American Football. Allerdings darf das Spielgerät nicht nach vorne gepasst werden. Lediglich Zuspiele auf gleicher Höhe oder nach hinten sind erlaubt. Bedeutet: Das Ei kann nur von einem Läufer in die Endzone transportiert werden. Spektakuläre Touchdownpässe wie beim Football sind ausgeschlossen. Ein weiterer Unterschied: Der Spieler, der gerade das Ei in den Armen hat darf nicht attackiert werden. »Deshalb wird jeder in dem Moment angreifbar, wenn er das Ding fängt und losläuft«, erklärt Radtke.

Doch dann stehen ihm seine Mannschaftskameraden zur Seite – und genau das schätzt Radtke so sehr an seinem Sport. »Man kämpft als Team füreinander, lässt niemandem im Stich und kann nur als Kollektiv funktionieren und erfolgreich sein. Und das ist ein tolles Gefühl.« Dieses Kollektiv umfasst in der Regel 15 Spieler, die gleichzeitig auf dem Feld stehen. Es gibt auch die Version des 7er-Rugbys, die übrigens für die Olympischen Spiele 2016 in Rio ins Programm gerutscht ist. Doch das 15er-Rugby ist weiter verbreitet – unter anderem auch in der Zweiten Bundesliga, in der der RC Mainz in dieser Saison antritt.

Einspielen, Angreifen, aufsteigen

Nachdem der RCM vor zwei Jahren sogar den Sprung in die Meisterschaftsrunde der Bundesliga geschafft hatte und in der vergangenen Saison souverän die Liga gehalten hat, entschieden sich die Verantwortlichen für einen freiwilligen Rückzug. »Wir hatten einige Abgänge und wollten unsere jungen Spieler behutsam aufbauen«, begründet Radtke die Entscheidung. Deshalb gilt: Diese Saison einspielen, im nächsten Jahr angreifen und möglichst wieder aufsteigen.

Auch abseits des Zweitliga-Teams tut sich beim RCM eine Menge. Rund 160 Mitglieder verteilen sich auf Jugend-, Frauen- und Herrenmannschaften. Auch eine U6 und U8 haben die Mainzer am Start. Der Unterschied: Hier wird schon ein bloßer Körperkontakt als Balleroberung gewertet, damit sich die Kinder nicht gegenseitig wehtun. »Rugby wird in diesen Altersgruppen aber sehr gut angenommen«, freut sich Radtke. »Deshalb investieren wir auch eine Menge in die Jugendarbeit.« Denn die Kinder von heute sind die Bundesligaspieler von morgen.

| DR

www.rcmainz.de