Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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für das Konzert von
Billy Crash & Freakers Ball
am 6.12.2014 ab 20 Uhr
in der Burgscheune Stadecken

Billy Crash »Mer waate uff de Niggelos«, betitelt Billy Crash seinen diesjährigen »Woinachts­blues«. Eingeladen hat er auch Hildegard Bachmann, die liest Weihnachtliches uff Rhoihessisch.

Für das Konzert & Lesung am 6.12. in der Burgscheune Stadecken verlost DER MAINZER 2x 2 Karten!

Teilnahmeschluss:
25. November 2014

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Layenhof

»Wir gehören zu nix«

Manche haben noch nie von ihm gehört, andere halten ihn für eine Kommune aus Kreativen am Rande der Stadt: Was ist der Layenhof 20 Jahre nach dem Einzug der ersten Bewohner auf dem ehemaligen amerikanischen Militärflughafen?


layenhof
Ein richtiger Stadtteil ist der Layenhof zwar nicht, aber das Gemeinschaftsleben der Bewohner wächst und gedeiht.

»Früher hörte man oft, dass das hier ein Ghetto sein muss«, erzählt Alexander Chatzigeorgiou, »aber das hat sich zum Glück geändert.« Der Anwalt und seine Familie wohnen seit 2007 als Eigentümer in einem der beiden Einfamilienhäuser, einem ehemaligen Kommandantenhaus der US-Armee, auf dem Layenhof, und fühlen sich ausgesprochen wohl.

Der Zusammenhalt unter den Bewohnern sei gut und man versuche sich gegenseitig zu helfen. Gerade die älteren Nachbarn werden unterstützt, spontan zum Arzt gefahren oder für sie eingekauft.

Aber der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Layenhof (IG), die für die Integration und Vermittlung der verschiedenen Lebens- und Arbeitsformen sorgt, wünscht sich eine bessere Versorgung etwa mit einem Bäcker und Metzger auf dem Gelände. Der Layenhof liege zwar nur zwei Kilometer von Finthen entfernt, doch längst sei er ein eigenständiges Quartier, meint Chatzigeorgiou.

Viele Ideen für die Weiterentwicklung

450 Menschen leben hier, verteilt auf 32 Wohnungen eines Wohnprojektes, neun Häuser für Bundesbeamte und fünf Wohnriegel der Wohnbau Mainz. Auf dem Gelände befinden sich außerdem Firmen verschiedener Gewerbe, Ateliers für Künstler, Proberäume für unterschiedliche Musikbands und ein Flugplatz.

Ideen, wie es mit dem Airfield weitergehen soll, gab und gibt es, umgesetzt wurden bisher wenige. Um eine Strategie zu entwickeln, wird 2006 der Zweckverband Layenhof/Münchwald ins Leben gerufen, seit 2008 ist dieser auch Eigentümer des Areals. Über mehrere Phasen entsteht in Planungswerkstätten bis September 2013 ein städtebaulicher Rahmenplan im Konsens mit den Beteiligten, der in der Zweckverbandsversammlung im Januar 2014 beschlossen wird.

Chatzigeorgiou begrüßt diesen, denn für ihn soll die Entwicklung des Layenhofs weitergehen, jedoch mit Augenmaß. »Wir wünschen uns Gewerbeansiedlung in verträglichem Umfang, denn unsere Kinder sollen weiterhin ungehemmt überall rumlaufen können. Auch der alte Waldbestand soll erhalten bleiben.«

Der schönste Mainzer Stadtteil?

layenhof In 20 Jahren sieht er bis zu 700 Menschen auf dem Layenhof leben, der dann einer der schönsten Stadtteile von Mainz sein könnte. Dann habe sich der Status von heute wohl geändert, denn momentan »gehören wir zu nix«, sagt er, nicht ohne ironischen Unterton. Mit Finthen habe man sich zusammengerauft, aber zu Wackernheim sei das Verhältnis noch zwiegespalten. So sei es eben, wenn man sich auf der Gemarkung von Stadt und Gemeinde befinden würde.

1992 begannen die US-Streitkräfte ihre Truppen abzubauen. Der Name »Mainz-Layenhof« sollte die Erinnerung an den nicht mehr existenten Gutshof erhalten, bald aber wird das Gebiet nur noch als Layenhof bezeichnet.

1994 zogen die ersten Bewohner in drei der sieben Wohnblocks der ehemaligen Clark Housing Area des amerikanischen Finthen Airfield. Am 18. November desselben Jahres gründete sich die IG. Sie setzte Zeichen und ließ sogar ein Ortsschild aufstellen, obwohl der Layenhof kein eigener Stadtteil ist, sondern zu Finthen gehört. Außerdem erkämpfte sie sich kleine infrastrukturelle Verbesserungen wie eine Telefonzelle und einen Briefkasten auf dem Gelände.

Das erste Großprojekt der IG war die Gründung der Elterninitiative »Glühwürmchen«, die einen eigenen Kindergarten auf dem Areal einrichtet, der heute von der Stadt verwaltet wird. Zudem sorgte die IG für eine Bushaltestelle auf dem Layenhof und einen Radweg nach Finthen.

| KH

www.ig-layenhof.de