Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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2 Eintrittskarten

für das Konzert von
Billy Crash & Freakers Ball
am 6.12.2014 ab 20 Uhr
in der Burgscheune Stadecken

Billy Crash »Mer waate uff de Niggelos«, betitelt Billy Crash seinen diesjährigen »Woinachts­blues«. Eingeladen hat er auch Hildegard Bachmann, die liest Weihnachtliches uff Rhoihessisch.

Für das Konzert & Lesung am 6.12. in der Burgscheune Stadecken verlost DER MAINZER 2x 2 Karten!

Teilnahmeschluss:
25. November 2014

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Allerheiligen

»Stille Tage« – krass oder besinnlich?

Totengedenken zwischen Halloween und Allerseelen – Amerikanischer Kitsch oder katholisches Totengedenken? Auf den ersten Blick drängen sich bei dem Vergleich der beiden Termine weder in der Ursprungsidee noch in der Ausprägung Gemeinsamkeiten auf. Doch das katholische Fest Allerheiligen bringt sie eng zusammen.


stille-tage-djd-friedwald Am ersten Tag im November feiert die katholische Kirche laut ihrem Festkalender eigentlich »Allerheiligen« – das Fest aller Heiligen und »nicht heilig gesprochener Heiligen« – Personen, »um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott«. Da dieser Tag in einigen Bundesländern (so auch in Rheinland-Pfalz) ein gesetzlicher Feiertag ist, werden in diesen Gegenden aus pragmatischen Gründen die Besuche von Gottesdiensten und Begräbnisstätten, die eigentlich zur Liturgie des nächsten Tages »Allerseelen« (2. November) zählen, auf den freien Tag vorverlegt.

In diesen Tag, den 1. November, rein feiern die Anhänger von »Halloween«. Dieser Termin wurde bereits von Kaiser Ludwig dem Frommen im Jahre 835 verbindlich festgelegt. Auch das Fest am Vorabend, Halloween, weist auf die Heiligenverehrung am nächsten Tag hin, da es sich wohl von »All Hallows Eve« (Vorabend von Allerheiligen) ableitet. Bei der heutigen Ausprägung und Vermarktung des Festes kaum zu glauben. Volkskundler gehen davon aus, dass auch nicht-christliche Feste wie das keltische Samhain (»Vereinigung«) unser heutiges Halloween beeinflusst haben.

Die Herkunftsdebatte

halloween-fotolia Mit der wachsenden Ausbreitung von Halloween ist das Fest stärker in den Fokus der Wissenschaft gerückt. Hier diskutiert man zur Zeit recht verbissen über »heidnische«, keltische, römische und/oder christliche Wurzeln. Eine andere Frage: Kann man Halloween überhaupt soweit zurückverfolgen oder haben wir es hier mit einer Konstruktion US-amerikanischer Marktstrategen wie beim Muttertag zu tun?

Sicher ist, dass es immer wieder nach Abschluss der Erntesaison zu zum Teil recht ausgelassenen Feiern und Ritualen kam die schon von Zeitgenossen unterschiedlich bewertet wurden. So stellte man in Großbritannien Mitte des 19. Jahrhunderts fest, dass das Fest in England von einigem Schabernack begleitet würde, in Schottland sah man dagegen »abergläubische, heidnische und höchst tadelnswerte Riten, die gegen den gesunden Menschenverstand, die guten Sitten und die christliche Religion« verstoßen würden.

Wenig begeistert zeigen sich Teile der evangelischen Bevölkerung, da zeitgleich zu Halloween das Reformationsfest stattfindet. Bedauern äußern auch Brauchtumshüter: Gegen »Süßes oder Saures« haben Heischebräuche keine Chance. Und die Polizei registriert, ähnlich wie in der »Hexennacht« zum 1. Mai, ein verstärktes Aufkommen von Vandalismus und Ordnungswidrigkeiten.

»Allerseelen« und »Totensonntag«

Die Wurzeln des Allerseelen Festes (2. November) gehen wohl auf den Abt Odo von Cluny zurück, der das Fest für alle seiner Abtei angeschlossen Klöster zur Pflicht machte. An diesem Tag wird allerdings nicht aller Toten gedacht, sondern nur den sogenannten »Armen Seelen«: Nach der katholischen Dogmatik also jenen Seelen, die sich für einen gewissen Zeitraum im Fegefeuer aufhalten müssen. Ihre Leidenszeit kann durch die Gebete und Gedenken Lebender, z.B. während der Allerseelen-Liturgie, verkürzt werden.

Die meisten evangelischen Gläubigen gedenken ihrer Toten dagegen am »Ewigkeitssonntag« bzw. Totensonntag – dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, also eine Woche vor dem 1. Advent. Offiziell wurde der Totensonntag von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen durch Kabinettsorder und Verordnung im Jahre 1816 für die evangelischen Christen seines Landes eingeführt. Andere deutsche Staaten schlossen sich später an.

Eine Woche vorher, also 14 Tage vor dem 1. Advent, wird seit 1952 der Volkstrauertag begangen. Durch ihn wird »an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen« erinnert.

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