Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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Spitzfindig

Sacharbeit im Herbst

Die Versuchung ist groß – der Mainzer Weihnachtsmarkt im hitzigen Sommergefecht, er ist ein so spitzfindiges Thema. Aber die (Sommer-) Hitze ist vorbei, ab September stehen wichtige Themen auf der Agenda.


Trinkhalle

Angefangen mit der »Wasserhäuschen«, genannten Trinkhalle an der MVG-Haltestelle Lessingstraße. Die Stadt hat es zu einem günstigen Preis dem Land abgekauft, schreibt Wirtschafts­dezernent Christopher Sitte in einer Pressemitteilung. Nun wird nach kulturellen oder kommerziellen Nutzungs­möglichkeiten gesucht.

Gäbe es in Mainz nur solche Probleme zu lösen, könnte man die Verwaltungsspitze glatt einsparen.

Damit das nicht eintritt, haben wir den Stadtrat – der sagt der Verwaltung, wo es langgeht. Jedenfalls theoretisch. In seiner neuen Besetzung nimmt das politische Entscheidungsgremium nun die Sacharbeit auf: die 60 Mitglieder verteilen sich auf zehn Parteien und Wählergruppen. So viele waren es noch nie. Drei Parteien werden als rot-grün-gelbe Allianz voraussichtlich in einer Koalition zusammenarbeiten und bis dahin mindestens entschieden haben, ob die Grundsteuer B noch ein paar Punkte angehoben wird.

Damit alle neuen Stadtratsmitglieder lernen, wo es langgeht, gibt es eine Kick-off-Veranstaltung. Die Themen »Finanzen/Haushalt/Beteiligungen« stehen auf der Tagesordnung. Sicherlich eine gute Idee, soll doch der Doppelhaushalt 2015/2016 pünktlich bis zum Jahresende vom Stadtrat verabschiedet werden.

Das wird mit vielen anderen Projekten nicht gelingen: Das Rathaus wartet auf seine Sanierung, die Innenstadt harrt eines Entwicklungskonzeptes, ECE wird Dank Herrn Berggruen wohl doch eine Nummer kleiner zu planen sein, die Entscheidung, wie viel sozialverträglicher Wohnungsbau das Heilig-Kreuz-Areal verträgt, sorgt für politischen Zündstoff, ähnlich die Bauplanung des Areals Peter Jordan-Schule auf dem Hartenberg, das KUZ freut sich auf ein neues Betreiberkonzept.

Ein weniger politisches, auf jeden Fall aber alltagsrelevantes Thema dürfte der Start in die heiße Phase des Mainzelbahn-Baus werden. Wer Gelegenheit hatte, während der Ferien auf der Saar- und Rheinstraße sowie der Theodor Heuss-Brücke tägliches »im Stau stehen« zu üben, könnte vielleicht als Coach für die noch Unbeleckten ein paar taugliche Gelassenheits-Übungen verraten?

| SoS