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Erbrecht

Ab 2015 wird Erbrecht europäisch

Ab dem 17.08.2015 tritt die Europäische Erbrechtsverordnung für Nachlässe mit grenzüberschreitenden Bezügen in Kraft. Für das anzuwendende Erbrecht ist nicht mehr die »Staatsangehörigkeit« des Erblassers sondern der »letzte gewöhnliche Aufenthalt« massgebend.

Auswirkungen der Europäischen Erbrechtsverordnung

Catharina Hempler
Catharina Hempler

Nachlässe mit grenzüberschreitenden Bezügen sind schon lange keine Seltenheit mehr. Manch einer verbringt seinen Lebensabend lieber im benachbarten Spanien, ein anderer ist Eigentümer einer Ferienimmobilie in Frankreich. Dass der Nachlass eines deutschen Staatsangehörigen trotz grenzüberschreitenden Bezugs nach deutschem materiellen Erbrecht abgewickelt wird, war im Grundsatz bisher selbstverständlich. Ursache dafür ist, dass Deutschland sowie 13 weitere EU-Mitgliedstaaten als Anknüpfungspunkt für das anzuwendende Erbrechts die »Staatsangehörigkeit« des Erblassers wählten.

Ab dem 17.08.2015 regelt die neue Europäische Erbrechtsverordnung dies anders. Die Bestimmung der Anwendbarkeit des materiellen Erbrechts richtet sich künftig nicht mehr nach dem Anknüpfungspunkt der »Staatsangehörigkeit«, sondern nach dem des »letzten gewöhnlichen Aufenthalts«. An einer klarstellenden Definition, was genau unter dem "letzten gewöhnlichen Aufenthalt" zu verstehen ist, fehlt es bislang. Es ist also nicht auszuschließen, dass bspw. auf ein deutsches Ehepaar im Rentenalter, welches nach viermonatigem Aufenthalt auf Mallorca verstirbt, spanisches Erbrecht Anwendung findet – und wer kennt schon das spanische Erbrecht?

Wer sicherstellen möchte, dass unabhängig von seinem "letzten gewöhnlichen Aufenthalt" deutsches Recht auf seinen Nachlass Anwendung findet, der kann dies durch testamentarische Verfügung sicherstellen. Auch bereits bestehende Testamente sollten bei einem möglichen Auslandsbezug unbedingt überprüft werden. In einem persönlichen Beratungsgespräch informieren wir Sie gerne über Ihre Gestaltungsmöglichkeiten.

| Catharina Hempler
www.kpa.biz


Schwerpunkt: Erbrechtliche Beratung

Neben anderen Tätigkeitsschwerpunkten ist die Kanzlei auf das Gebiet des Erbrechts, des Stiftungsrechts, des Rechts der Vermögensnachfolge und der Testamentsvollstreckung spezialisiert.

Dabei liegt der Fokus auf der erbrechtlichen Beratung von Privatpersonen und Unternehmen. Die individuelle Lebenssituation des Mandanten steht bei der Erarbeitung von passenden Lösungen im Mittelpunkt. Wir achten bei unserer Arbeit auf die Gestaltung von individuell zugeschnittenen, steueroptimierten Nachfolgeregelungen durch Testament und lebzeitige Übertragung, auch durch die Konzeption von gemeinnützigen und Familienstiftungen, sowohl zu Lebzeiten, als auch auf den Todesfall. Vorausschauende Vorkehrungen für die Folgen der alters- und krankheitsbedingten Einschränkung der Handlungsfähigkeit, durch notwendigeVollmachtsregelungen (Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht), auch über den Tod hinaus, gehören selbstverständlich auch zu unserem ganzheitlichen Beratungskonzept.

| Matthias Franta
www.FraGe-Recht.de


Rettungsanker Testamentsvollstreckung

Judith Stephany
Judith Stephany

Wenn mehrere Personen erben, entsteht eine Erbengemeinschaft. Werden sich die Erben nicht über die Verteilung des Nachlasses einig, müssen Immobilien in einer Versteigerung und der Hausrat in einem Zwangsverkauf zu Geld gemacht werden. Es kann zwar nützen, die Teilung im Testament zu regeln, aber auch das muss noch vollzogen werden. Das einem Miterben zugedachte Haus etwa muss von allen Erben notariell übertragen werden. Unterschreibt ein Miterbe nicht, muss er das Haus gerichtlich einklagen.

Ist aber Testamentsvollstreckung angeordnet, haben die Erben kein Verfügungsrecht am Nachlass. Er erstellt ein Nachlassverzeichnis, bezahlt Schulden, kündigt Verträge, regelt Erbschafts- und Einkommensteuer, erfüllt Pflichtteils- und Vermächtnisansprüche und teilt dann den Nachlass nach den Vorgaben des Erblassers auf. Seine Benennung muss in einem Testament oder Erbvertrag erfolgen, ein maschinenschriftliches Schreiben reicht nicht. Es sollte eine Vertrauensperson benannt werden, die Zeit für das Amt mitbringt und sich mit den Aufgaben auskennt. Die Einsetzung eines Anwaltes hat den Vorteil, dass dieser die Verträge aufsetzen und Rechtsfragen beantworten kann, eine Schweigepflicht hat und versichert ist. Übrigens kann ein Testamentsvollstrecker auch unter der Bedingung eingesetzt werden, dass sich die Erben nicht binnen einer bestimmten Frist einigen. So haben die Erben eine Chance, den Nachlass gütlich abzuwickeln.

| Judith Stephany
www.kanzleistephany.de


Erbrechtliche Beratung und Nachlassabwicklung

Oranna Lorentz
Oranna Lorentz

Durchdachte Nachfolgeregelungen sind im privaten wie im betrieblichen Bereich die Voraussetzung für eine geordnete Übergabe des Vermögens in die nächste Generation. Testamente und Erbverträge entwickeln wir in enger Abstimmung mit unseren Mandanten, damit ihr Wille Eingang in ihre letztwilligen Verfügungen findet.

Weiterhin beraten und vertreten wir unsere Mandanten bei allen Fragen, die sich nach dem Erbfall stellen. Hierzu zählen insbesondere die Auslegung von Testamenten und Erbverträgen, die Erbauseinandersetzung, die Geltendmachung oder die Abwehr von Pflichtteilsansprüchen. Die besseren Ergebnisse werden in diesen Fällen oft nicht vor Gericht, sondern außergerichtlich durch einvernehmliche Regelung mit allen Beteiligten erzielt. Im Rahmen der Nachlassabwicklung übernehmen wir auch Testamentsvollstreckungen.

| Oranna Lorentz
www.raelorentz.de


Erbrechte für geschiedene Ehegatten?

troester-spiesmacher
Uta Tröster-Spiesmacher

Grundsätzlich erlöschen mit Rechtskraft der Scheidung gesetzliche Erb- und Pflichtteilsrechte. Wenn zum Todeszeitpunkt des Erblassers die Voraussetzungen für die Scheidung gegeben waren und der Erblasser die Scheidung bereits beantragt oder ihr zugestimmt hatte und die Zustellung beim Ehegatten erfolgte, erlischt das Erbrecht des Ehegatten bereits dann. Die Trennung als solche hat noch keinen Einfluss auf das Erbrecht. Hier kann ein notarieller Erb- und Pflichtteilsverzichtvertrag helfen.

Ein gemeinsames Ehegattentestament wird mit der Scheidung im Regelfall hinfällig. Es bleibt wirksam, soweit anzunehmen ist, dass es auch für den Fall der Scheidung getroffen worden wäre, z.B. bei Erbeinsetzung gemeinsamer Kinder. Soll das Testament nicht mehr gelten, können es die Ehegatten gemeinsam widerrufen oder es kann zu Lebzeiten beider Ehegatten einseitig, bei wechselbezüglichen Verfügungen in notarieller Form, widerrufen werden.

| Uta Tröster-Spiesmacher
www.mainz-familienrecht.com