Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
Verlosung

Gewinnen Sie 3x
2 Eintrittskarten

für das Konzert von
Gregor Meyle
am 30.8.2014 ab 19 Uhr
im Mainzer Volkspark

Gregor Meyle Gregor Meyle - der Musiker, der gerne in Clubs tourt und nah bei seinem Publikum spielt, hat sein viertes Studio-Album "New York - Stintino" im Gepäck und damit "Songs über Momente, die man nie vergisst."

DER MAINZER verlost
3x 2 Karten für das Open Air mit Gregor Meyle am 30. August 2014 um 19 Uhr
im Mainzer Volkspark.

Teilnahmeschluss:
15. August 2014.

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WIRTSCHAFT

Weihnachten im Sommer Schwitzen im Rathaus

Es hört sich gut an: Wir wollen den Weihnachtsmarkt neu aufstellen und beleben. Keine Handkäs-Mafia und kein Gemauschel, wer auf den Markt darf.


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Wer so etwas durchführen will, braucht eine leistungsfähige Verwaltung.

»Die Stadtverwaltung Mainz ist Dienstleisterin für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt«, so ein offizieller Text. Dafür ist das Rathaus aufgegliedert in verschiedene Ämter, die sich das Verwalten ihrer Bürger teilen.

Da alles seine Ordnung haben muss, gibt es eine bundesweit geltende Gewerbeordnung, die so etwas regelt. Ergänzt wird diese Ordnung durch eine kommunale Marktsatzung. Darin sollte die Teilnahme an Märkten im Allgemeinen und am Weihnachtsmarkt im Besonderen geregelt sein. Allerdings ähneln die beiden Ordnungen mehr einem Schweizer Käse: löchrig. Und sie widersprechen sich. Deshalb gab es 2012 eine Warnung vom Mainzer Verwaltungsgericht: ».Praxis und Marktsatzung in Einklang zu bringen. Derzeit verstoße die Verwaltung gegen ihre eigenen Regeln für die Vergabe von Standplätzen.« Soviel zum rechtlichen Hintergrund.

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Hans-Willi Fleischer

Was ist passiert? Es wurde eine Weihnachtsmarkt-Ausschreibung durchgeführt und viele Teilnehmer mussten anschließend feststellen, dass sie nicht mehr dabei sind. Zum Beispiel Hans-Willi Fleischer, der das gleichnamige und das Weingut der Stadt Mainz betreibt. Der versteht seinen Rauswurf überhaupt nicht.

»Als ich 1994 das Weingut der Stadt Mainz übernahm wurde ich von OB Weyel massiv gedrängt, ich müsse unbedingt auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt dabei sein und das Weingut der Stadt präsentieren. Wir sind dem nachgekommen und haben Wein aus unserem Weingut zu Glühwein verarbeitet und angeboten, immer unter dem Aspekt ,Qualität'«.

Dabei verschweigt er vornehm, dass auf Weihnachtsmärkten gerne billiger Massenrotwein aus südlichen Ländern angeboten wird, der nur einen Bruchteil kostet gegenüber dem heimischen Rotwein.

Fleischer, auch Mitgründer der Gemeinschaft »Mainzer Winzer«, ist erschüttert, dass man keinen Mainzer Winzer mehr auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt findet. »Nicht nur als Mainz zur Deutschen Weinhauptstadt und Mitglied des Great Wine Capitals werden sollte, bemühte sich die Stadtverwaltung um uns - immer werden wir gefragt, wenn es um ehrenamtliche Tätigkeiten und Sponsoring geht. Mittlerweile amüsiert sich die ganze Weinbranche in Deutschland über Mainz, weil die Stadt ihre eigenen Winzer rauswirft.«

Der 71-jährige Winzer, von der Stadt geehrt und gewürdigt ob seines »außerordentlich großen Engagements für Mainz als Hauptstadt des Deutschen Weins« ist enttäuscht und fühlt sich diskriminiert: »Es entsteht der Eindruck, als ob wir keinen guten Wein machen könnten. Dagegen wehre ich mich.« Im Gegensatz zu den Schaustellern, für welche die Teilnahme an den Weihnachtsmärkten existentiell wichtig ist (laut Bundesverband wird 30 % des Jahresumsatzes dort erzielt) hat der Mainzer Winzer kein vorwiegend wirtschaftliches Interesse: »Für uns ist der Aufwand größer als der Ertrag.«

Und er hat Recht mit seiner Kritik. Während das Rathaus in Mainz in den letzten Jahren sich nur mühsam von den selbst verursachten Tiefschlägen erholt, haben die Winzer in Mainz und Rheinhessen mit sauberer Handarbeit ihren Wein auf allerhöchste Qualitätsstufen gehoben.

Wer übernimmt die Verantwortung für diesen Fehler?

Politisch ist die Verantwortung beim Wirtschaftsdezernenten und dem Stadtvorstand.

Sachlich liegt die Verantwortung im Amt für Wirtschaft und Liegenschaften.

Vielleicht sollten die Winzer einen Kriterienkatalog erstellen, wie sie sich die Arbeit des Wirtschaftsdezernats vorstellen und beurteilen. Dies würde natürlich, wie immer, ehrenamtlich und kostenlos gemacht. Das Ergebnis wäre interessant.

| WHO

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