Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
Verlosung

Gewinnen Sie 3x
2 Eintrittskarten

für das Konzert von
TILL BRÖNNER &
Quintet Open Air

am 25.7.2014 ab 19 Uhr
till-broenner
Till Brönner   
Foto: Andreas Bitesnich

Er gilt als Deutschlands prominentester und erfolgreichster Jazz-Musiker. Mit seinem neuesten Album "Till Brönner" konfrontiere er Fans wie Gegner mit einer persönlichen Neuaufstellung.

DER MAINZER verlost
3x 2 Karten für das Open Air mit TILL BRÖNNER & Quintet am 25. Juli 2014 um 19 Uhr (Einlass:17:30 Uhr)
auf der Zitadelle Mainz.

Teilnahmeschluss:
15. Juli 2014.

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Spitzfindig

Wahlzettel als Denkzettel

Manche Wahlplakate hängen länger als andere. Sie erinnern nicht nur an Versprechen. Sie animieren auch zu Nachbetrachtungen.


Wahlplakat

Schon im Vorfeld der Wahl wurde teilweise heftig gestritten. Zu kompliziert. Zu unübersichtlich. Zu viel.

Gemeint war das Wahlsystem.

Wer in Mainz an der Europa- und Kommunalwahl teilnahm, hatte vier Stimmzettel auszufüllen. Dabei einen, der ausgebreitet einen ganzen Esstisch bedeckte. Darauf: die Kandidaten für die Stadtratswahl. Hier konnten nach Lust und Laune 60 Kreuze gemacht und unliebsame Kandidatennamen durchgestrichen werden.

»Wer soll das begreifen?«, war im Vorfeld zu hören, kombiniert mit der Feststellung, das ganze wirke abschreckend.

Nun, die Wahlbeteiligung war so gering nicht, als dass sie die abschreckende Wirkung bestätigt hätte.

Und was das komplizierte System betrifft, hatten es zumindest all die Mainzer begriffen, die bestimmte Frauen und Männer auf den Listenplätzen nach oben »gekreuzt« haben.

Genau diese Tatsache führte zu neuerlichen Diskussionen über Kumulieren und Panaschieren. Denn bei Nullfünf- und Fastnachtsveteranen fiel besonders auf, dass sie besser abschnitten, als ihre Parteifreunde das vorgesehen hatten.

Das sei ungerecht, hieß es deshalb.

Weil Strutz, Hafner, Neger allein wegen ihrer Bekanntheit, die nichts mit ihrer politischen Arbeit zu tun habe, nach oben gepuscht wurden.

Klar, Promis ziehen immer und manchmal auch an den Spitzenfunktionären ihrer Parteien vorbei.

Aber Wähler können auch Politiker puschen, die konsequent und gegen die Parteilinie eine Haltung vertreten. In der Altstadt wurden eine auf CDU-Ticket reisende Barbara Both und der Grüne Brian Huck in ihren Parteien hochgekreuzt und kamen als Ortsvorsteherkandidaten in die Stichwahl. Die beiden Politiker, wie auch ihr ebenfalls nach oben kumulierter Kollege Andreas Behringer von der SPD, hatten konsequent gegen die Aufweichung der Leitlinien für die Ansiedlung von ECE gestimmt.

Ergo: Das vermeintlich komplizierte Wahlsystem nutzt auch eine größere Anzahl Wähler, um politische Positionen Einzelner zu bestärken oder deren Haltung zu bestätigen.

Bleibt dabei das Spitzenpersonal der Parteien auf der Strecke, sprich wird, nach hinten »gekreuzt«, wird der Wahlzettel zum echten Denkzettel.

| SoS