Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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Spitzfindig

Die ZBM macht ein Wahlgeschenk

Wenige Wochen vor der Kommunalwahl wird dieser Coup für gute Stimmung sorgen. Allein die Tatsache, dass der Verkauf so lange geheim gehalten wurde, bis er in trockenen Tüchern war, ist bemerkenswert.


KUZ OB Michael Ebling wirkte bei der Verkündung noch entspannter als sonst. Kein Wunder, er erfüllt ein Wahlversprechen und erlebt, was ihm bei der ECE-Geschichte versagt ist: die Mehrheit der Mainzer/innen ist begeistert und applaudiert.

Das KUZ wechselt also den Besitzer. Damit hätte wohl niemand gerechnet. Die Aussichten, das jahrelange Hickhack endlich zu beenden standen schlecht. Die KUZ-Macher waren vielen ein Dorn im Auge. Trotz eindeutigem Rückhalt durch mehrere Beschlüsse des Stadtrats, blieben die »Verkaufs­verhandlungen« am Unwillen mancher Verhandler hängen.

Gebetsmühlenhaft wiederholten alle, die meinten etwas zu sagen zu haben (oder ihren Namen gerne in der Zeitung lesen), das Kulturzentrum müsse als solches erhalten bleiben.

Hinter den Kulissen wurden derweil die Forderungen für den Weiterbetrieb immer höher geschraubt. Die Frage, wie die in die Jahre gekommenen KUZ-Geschäftsführer die vielen Auflagen für die Übernahme des Gebäudes finanzieren sollten, blieb dabei außen vor.

Nun schlüpft das KUZ unter das Dach der Zentralen Beteiligungsgesellschaft Mainz. Die drei bisherigen Geschäftsführer behalten ihre Funktionen und die jeweiligen programmatischen Zuständigkeiten. Allerdings wirtschaften sie nicht mehr in die eigene Tasche, sondern in den ZBM-Säckel und werden aus diesem mit einem Gehalt entlohnt.

Angesichts des zunehmenden Klubsterbens im Rhein-Main-Gebiet habe man sich für diese Lösung entschieden, hieß es bei der Bekanntmachung des KUZ-Verkaufs. Schließlich verfüge dieser Klub über ein Alleinstellungsmerkmal, das auch unter finanziellen Gesichtspunkten zum Wohle der Stadt Mainz erhalten bleiben müsse.

Hinter vorgehaltener Hand war allerdings zu hören, der OB habe die ZBM-Geschäftsführer zu dieser Lösung gedrängt, um den lange währenden Konflikt vor der Kommunalwahl endlich zu lösen - schade eigentlich, dass das nur ein Aprilscherz ist!

| SoS


Nachklapp zum Aprilscherz

Manchmal wird aus einem Scherz ganz schnell ernst!

Zugegeben, ich hatte meinen diesjährigen Aprilscherz bereits am 23. März geschrieben und darin vorausgesehen, das KUZ schlüpft unter das Dach der Zentralen Beteiligungsgesellschaft Mainz.

Am 26. März wurde ebendies öffentlich verkündet.

Da war ich in Urlaub und nach der Rückkehr einfach nur baff!

Mainz, den 2. April 2014

| SoS