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Wirtschaft

Konglomerat an kreativen Köpfen

Die drei beigefarbenen Fabrikgebäude in der Rheinallee 88 lassen nicht unbedingt vermuten, dass hier kreative Köpfe in zum Teil stylischen Büros sitzen.


Nordhafen Büroräume

Auf rund 3.000 Quadratmetern hinter dem Nordhafen hat sich ein für Mainz wohl einzigartiges Netzwerk aus unabhängigen Einzelpersonen, Bürogemeinschaften und Agenturen der Kommunikations- und Medienbranche entwickelt.

Der Name: Nordhafen Zentrum für Medien und Kommunikation. Vom Web-Designer, Fotografen, Texter über Illustratoren, Programmierer, Werber bis zum Architekten und Grafiker - im Nordhafen erarbeiten Berufsstarter wie langjährige Selbstständige entweder in Einzelarbeit oder kompetenzübergreifend Kommunikationsmaßnahmen für kleine und mittelständische Unternehmen des öffentlichen und privaten Sektors. Dabei sind sie nicht nur regional und national, sondern auch international tätig.

»Der erhebliche Vorteil unseres breitgefächerten Netzwerkes ist, dass man große Projekte oder Aufträge stemmen kann. Wenn eine Firma zum Beispiel eine Broschüre braucht, können wir vom Foto bis zum Text alles liefern. Damit sind wir wettbewerbsfähig gegenüber Agenturen«, erläutert Nordhafen-Pressesprecher Christian Schnohr die Vorteile des Potentials unterschiedlicher Fachleute an einem Ort.

kreative Köpfe

Obwohl es natürlich untereinander Konkurrenz gebe, stünden der Charakter und die Möglichkeiten der Kooperationen, von denen bereits eine Menge bestehen, grundsätzlich im Vordergrund. Journalist Schnohr spricht aus Erfahrung, seit 2011 ist er im Nordhafen mit eigenem Büro ansässig und bietet im Team mit Gerrit Bohländer unter dem Label Worthafen Texte aller Art an. Beide gehören zu den mittlerweile 40 Mitgliedern des Nordhafen-Vereins.

Hilfe für Neugründer

Zwar ist nicht jeder Arbeitsplatz im Zentrum zwangsläufig mit einer Mitgliedschaft verbunden, jedoch erscheint ohne diese weder das Porträtbild noch der Name oder das Geschäftsfeld des Unternehmens auf der Nordhafen-Website. Die Bedingung für die Aufnahme in das Zentrum sind zudem klar geregelt: »Bewerber sollten aus dem Kreativbereich kommen. Um die Ausschreibung für einen Platz kümmert sich jedes Büro selbst«, sagt Schnohr. Der fünfköpfige Vorstand entscheidet dann über die Aufnahme in den Verein, der vor drei Jahren entstand.

Bereits 1993 hatte die Firma Blendax ihre Zahnpastaproduktion ins Ausland verlagert und Gelände sowie Gebäude in der Rheinallee geräumt. Danach verwaiste das Areal bis die TRIWO AG aus Trier, die heutige Eigentümerin, es erwarb.

Nordhafen

2007 kamen die ersten Mieter: Einige Diplom-Designer, von der noch heute bestehenden Agentur LABOR, zogen in das riesige Gebäude 25, in dem sie zu­nächst ein einsames Dasein fristeten, und auch die Arbeitsbedingungen ohne Strom und Wasser waren zu Beginn alles andere als komfortabel. Doch die günstigen Mieten, loftähnliche Räume und eine unkomplizierte Verwaltung lockten Jahr für Jahr immer mehr innovative Köpfe aus der Mainzer Kreativwirtschaft an.

Mit Engagement verwandelten sie die alten Industriehallen in moderne Büros. Nach mehreren kleineren gemeinsamen Projekten entschieden die 30 Einzelkämpfer, sich für ihre Interessen und Anforderungen zu organisieren und gründeten den Nordhafen-Verein. Dieser rief 2012 erstmals den Gründerwettbewerb »Leinen Los!« ins Leben, mit dem die Mitglieder anderen Neugründern unter die Arme greifen möchten. Im letzten Jahr gewann die Buchhandlung »Herr Holgersson« in Gau-Algesheim den Preis über ein Dienstleistungspaket von neun Nordhafen-Firmen im Wert von rund 16.000 Euro.

| KH

NORDHAFEN e.V.
Zentrum für Medien und Kommunikation
info@nordhafen.net
www.nordhafen.net