Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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Fort- und Weiterbildung

Fort- und/oder Weiterbildung

Was ist eigentlich was - und welche Rolle spielen die Volkshochschulen in diesem System? Genaue Definitionen sind manchmal nervig, für den Gesetzgeber aber durchaus notwendig. Hinter mancher »Weiterbildung« steckt bei genauem Hinsehen eine »Fortbildung« - und umgekehrt.


weiterbildung

»Fortbildung« und »Weiterbildung« sind zwei Begriffe die im Alltagsgebrauch oft synonym verwendet werden, obwohl sie sich auf zwei verschiedene Bereiche beziehen:

Weiterbildung (oder: Erwachsenenbildung) wurde vom Deutschen Bildungsrat bereits 1970 klar definiert als »Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer unterschiedlich ausgedehnten ersten Bildungs­phase«. Die Wissenschaft, die sich damit beschäftigt trägt den relativ unbekannten Namen »Andragogik«.

»Fortbildung« bezieht sich dagegen »nur« auf die ergänzende Ausbildung innerhalb eines Berufes, was umgangssprachlich gelegentlich auch als »Weiterbildung« bezeichnet wird. »Berufliche Weiterbildung« ist daher genau genommen eher eine »Fortbildung«.

Die deutschen Volkshochschulen

Einer der größten und bekanntesten Träger der Erwachsenenträger sind in Deutschland die Volkshochschulen, die in unserem Bildungssystem zum sogenannten »Quartärbereich« zählen, während sie international eher mit dem »Tertiärbereich«, dem Hochschulwesen, in Verbindung gebracht werden.

Historisch gesehen haben sie verschiedene Vorläufer, darunter die Universitäts­ausdeh­nungs­bewegung, die Arbeiter- und Handwerker-Bildungsvereine und die Humboldt-Akademie. Zu den ältesten Einrichtungen in unserer Region zählen die Häuser in Ludwigs­hafen (1902) und Kaiserslautern (1904).

In Mainz wurde am 6. Januar 1911 der »Verein für Volksbildung« gegründet, aus dem sich nach dem Ersten Weltkrieg, am 11. Juli 1919 der »Volkshochschulverein« entwickelte. Dieser wurde 1934 von den Nationalsozialisten instrumentalisiert und trug bis 1945 den Namen »Mainzer Volksbildungsstätte«. Der Volkshochschulverein löste sich im Juli 1946 formal auf, übertrug das noch vorhandene Vereinsvermögen der Stadt und wurde am 27. September des Jahres als »Volkshochschule Mainz« neu gegründet.

Die Volkshochschule Mainz heute

Die Volkshochschule Mainz e.V. ist heute als Träger der Weiterbildung nach dem rheinland-pfälzischen Weiterbildungsgesetz staatlich anerkannt. Sie ist das kommunale Weiter­bildungs­zentrum in Mainz und zuverlässiger Garant des öffentlichen Weiter­bildungs­auftrages.

Sie gewährleistet ein qualitativ hochwertiges, bedarfsgerechtes und breit gefächertes Bildungsangebot zu sozial verträglichen Preisen für die Bürger/-innen der Stadt Mainz; versteht sich aber nicht nur als Zentrum der Fort- und Weiterbildung, sondern auch als Ort der Kunst, Kultur und Begegnung.

Sie ist gemeinnützig und von parteilichen, politischen und religiösen Interessen unabhängig, orientiert sich an den Prinzipien der Aufklärung, Demokratie und Würde des Menschen und fühlt sich den Werten der Offenheit, Toleranz und Freiheit der Meinungen verpflichtet.

Die Förderung von Chancengerechtigkeit und der Abbau von Bildungsdefiziten sind Teil des am Gemeinwohl orientierten Auftrages.

IHK-Abschlüsse und Zertifikate

Seit vielen Jahren führt die Volkshochschule Mainz Vorbereitungskurse für IHK-Prüfungen durch. Aktuell sind die Aufstiegsfortbildungen zum geprüften Bilanzbuchhalter / zur geprüften Bilanzbuchhalterin (Beginn: 10. März 2014), sowie zum geprüften Wirtschafts­fachwirt / zur geprüften Wirtschaftsfachwirtin (Beginn: 18. Februar 2014) im Programm.

Neben diesen Vorbereitungskursen, die sich in Bezug auf Inhalte und Stundenumfang nach den DIHK-Rahmenplänen richten bietet die Volkshochschule auch IHK-Zertifikatslehrgänge aus dem kaufmännischen und dem EDV-Bereich an, die sie in Kooperation mit der IHK für Rheinhessen anbieten. Dabei handelt es sich um praxisnahe und kompakte Fort­bildungs­kurse auf hohem fachlichem Niveau, deren Durchführung nach IHK-Standards erfolgt.

Beispiel: »Geprüfter Wirtschaftsfachwirt«

»Wirtschaftsfachwirte verfügen über fundierte und anwendungsbezogene betriebs­wirtschaft­liche Kompetenz. Der Kurs bereitet Sie gezielt auf die IHK-Prüfung vor. Die Teilnehmer/-innen erwerben Kenntnisse, um Betriebsabläufe in ihrem Gesamt­zusammen­hang sowie Zusammenhänge betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Art zu verstehen und diese Kenntnisse anzuwenden. Sie lernen, betriebliche Entscheidungen auf Grund durch Fach- und Führungskompetenz mitverantwortlich zu treffen und umzusetzen.«

Der Kurs umfasst die Prüfungsthemenbereiche

  • Volks- und Betriebswirtschaftslehre
  • Rechnungswesen
  • Recht und Steuern
  • Unternehmensführung
  • Betriebliches Management
  • Investition, Finanzierung, betriebliches Rechnungswesen und Controlling
  • Logistik
  • Marketing und Vertrieb
  • Führung und Zusammenarbeit

Die Unterrichtszeit ist jeweils dienstags (17:30 - 20:45 Uhr) und samstags (8:00 - 13:00 Uhr), die Gesamtdauer beträgt rund 650 Unterrichtsstunden. Die Abschlussprüfung findet im November 2015 statt.

Nähere Informationen, auch über die finanzielle Förderung (»Meister-BAFöG«), sind bei der Volkshochschule Mainz erhältlich:

Tel. 06131 - 2625-115
Internet: www.vhs-mainz.de/neu/IHK_Abschluss
E-Mail: vhs@vhs-mainz.det

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