Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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Mainzer Staatstheater

spielart

PREMIERE: GLAUBE LIEBE HOFFNUNG


GLAUBE LIEBE HOFFNUNG
Glaube, Liebe, Hoffnung: Ulrike Beerbaum sowie Felix Mühlen, Jele Brückner, Marcus Mislin, Zlatko Maltar, Andrea Quirbach und Gregor Trakis © Bettina Müller

»Es soll ja noch schlechter werden, aber ich lasse den Kopf nicht hängen« - mit diesen Worten beendet Elisabeth, die zentrale Figur in »Glaube Liebe Hoffnung« von Ödön von Horváth, am Ende des Stückes ihren »kleinen Totentanz«, an dessen Beginn sie ihre Leiche bereits zu Lebzeiten an das Anatomische Institut verkaufen wollte, in dessen Verlauf sie ihre Stelle verloren hat, ihr weniges Geld, zeitweise ihre Freiheit und letztendlich den Mann, mit dem sie für kurze Zeit die Hoffnung auf ein besseres Leben gehabt hat. Bis sie ihr Leben schlussendlich hergibt.

Doch Elisabeth ist nicht nur Opfer der sie umgebenden Umstände, des so irren wie rigorosen Geflecht von Bürokratie und Borniertheit, von sozialer Kälte und einer gnadenlos selbstbezogenen Gesellschaft: Mit ihrer Renitenz, ihrem beharrlichen und berechnenden Pragmatismus und einer geradezu verzweifelten Lebendigkeit gibt sie (sich) nicht auf ? und ist dadurch nur wenig besser als die sie umgebenden Figuren. In der Welt, wie Horváth sie 1932 beschreibt, bleibt kein Platz für Glaube, Liebe und Hoffnung.

In Alia Luques Inszenierung werden die Schauspieler von einer Bläsergruppe des Bischöflichen Willigis-Gymnasiums Mainz begleitet. Die Jugendlichen bereiten den Figuren auf der Bühne den atmosphärischen Teppich, drängen sie aber auch gnadenlos zur Seite. Wer ihrer Formation im Weg steht, wird fort getrieben. Hier wächst keine neue, verständigere, humanere Generation nach.

Inszenierung: Alia Luque
Bühne: Christoph Rufer
Kostüme: Anja Sohre
Mit: Ulrike Beerbaum, Jele Brückner, Andrea Quirbach; Zlatko Maltar, Marcus Mislin, Felix Mühlen, Gregor Trakis sowie: Bläser des Bischöflichen Willigis-Gymnasiums Mainz (Leitung: Hannelore Swartman) Solotrompete: Marc Kienle, Frank Wellert
Premiere: Freitag, 7. Februar, 19.30 Uhr, Kleines Haus; anschließend öffentliche Premierenfeier



PREMIERE: WIR ALLE FÜR IMMER ZUSAMMEN


WIR ALLE FÜR IMMER 
ZUSAMMEN
Lisa-Marie Gerl spielt die junge Dichterin Polleke in dem neuen Jugendstück
© Bettina Müller

Ab 10 Jahre

Manchmal ist das Leben ein Brechmittel. Polleke ist 11 Jahre alt und Dichterin. Über mangelnde Inspiration kann sie sich nicht beklagen. Um sie herum und in ihr drin herrscht genug Chaos für eine ganze Polleke-Anthologie. Ihr UP (unnormaler Papa) sitzt im Knast, obwohl er doch eigentlich auch Dichter ist. Ihre Mutter und ihr Lehrer kennen keine Scham und verlieben sich ineinander, halten mit ihren kindischen Streitereien aber die ganze Nachbarschaft auf Trab - sehr peinlich. Schließlich macht auch noch ihr Freund Mimun mit ihr Schluss, weil es Frauen in seiner Kultur angeblich verboten ist, Dichterin zu sein. Soll er sich doch seine Scheißkultur sonstwo hinstecken. Denkt Polleke. Denkt aber nicht ihr Lehrer, der sofort ein Anti-Rassismus-Projekt ins Leben ruft. Und dann kalbt auch noch Großmutters Kuh.

Mit wachem Verstand und offenem Herzen bahnt sich Polleke ihren Weg durch eine Kindheit im 21. Jahrhundert. Und sie ist nicht alleine. »Alles ist gut, so wie es ist: Ein Fisch gehört ins Wasser, ein Vogel in die Luft, eine Hand in meine - seine«. Manchmal ist das Leben ein Gedicht.

»Ein humorvolles Stück übers Erwachsenwerden - mit Erwachsenen, die manchmal schlimmer sind als Kinder und einer kindlichen Heldin, die sich mit robustem Selbstbewusstsein und poetischer Phantasie eine schwierige Welt zutraut« (Nominierung Deutscher Kindertheaterpreis 2008). Guus Kuijer ist einer der profiliertesten niederländischen Kinderbuchautoren. »Wir alle für immer zusammen« erhielt 2002 den deutschen Jugendliteraturpreis und wurde für den Unesco-Preis für Kinder- und Jugendliteratur nominiert.

Für die Bühne bearbeitet: Philippe Besson und Andreas Steudtner
Inszenierung: Joachim von Burchard
Bühne und Kostüme: Jeannine Simon
Mit: Lisa-Marie Gerl, Karoline Reinke; Stefan Graf, Mathias Spaan
Premiere: Freitag, 21. Februar, 17 Uhr, Deck 3, anschließend öffentliche Premierenfeier



PREMIERE: DORNRÖSCHEN


GLAUBE LIEBE HOFFNUNG
Hiroko Asami tanzt die Titelrolle in dem Ballett »Dornröschen« © Martina Pipprich

Ballett in drei Akten und einem Prolog von Pascal Touzeau, Musik von Pjotr I. Tschaikowskij

Nach dem riesigen Erfolg, den Pascal Touzeau und ballettmainz mit »Schwanensee« hatten, setzt der Mainzer Ballettdirektor die Reihe der Handlungsballette im Großen Haus mit einem weiteren Klassiker fort: Das 1890 in St. Petersburg uraufgeführte Ballett »Dornröschen« mit der Musik von Tschaikowskij, der jenes Ballett für sein »bestes« hielt, vermag auch heute noch das Publikum zu faszinieren. Farbenreich wird es musikalisch interpretiert vom Philharmonischen Staatsorchester Mainz unter der Leitung des 1. Kapellmeisters Florian Csizmadia.

Ballettdirektor Pascal Touzeau ließ sich für diese Choreographie von den psychologischen Deutungen des Märchens, vor allem aber auch den Biographien der Sängerinnen Billie Holiday und Edith Piaf, die beide nach einer schwierigen Kindheit und Jugend erst über die Musik zu ihrem Glück fanden, inspirieren. So gestaltet er die Perrault'schen Märchenfiguren als lebendige Menschen und zeigt, dass das Märchen eine ungeahnte symbolische Tiefe besitzt, die viele zeitlos gültige Deutungen zulässt: Auroras Mutter ist früh verstorben, das Mädchen wächst in einem zwielichtigen sozialen Umfeld auf. Man will Aurora zwingen, Teil des sie umgebenden Milieus zu werden. Unter dem Druck der sie belastenden gesellschaftlichen Umstände fällt sie gleich einem Selbstschutz in einen tiefen Schlaf und rettet sich in eine Fantasiewelt. Dort erscheint ihr in einer Vision ein Retter. Als sie wieder zu sich kommt, muss sie einen harten Kampf ausfechten, um ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen - doch ihre Vision wird Wirklichkeit .

Mit: ballettmainz, Philharmonisches Staatsorchester Mainz
Choreographie und Konzept: Pascal Touzeau
Musikalische Leitung: Florian Csizmadia
Art Director: Sofia Crociani
Premiere: Samstag, 8. Februar, 19.30 Uhr, Großes Haus, anschließend öffentliche Premierenfeier

www.staatstheater-mainz.com