Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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Spitzfindig

»Stille Örtchen« zur Attraktivitätssteigerung

Es gibt in der Mainzer Innenstadt wenige öffentliche Toiletten. Diese Tatsache könnte eine Chance für die Mainzer Einzelhändler bedeuten, meinte Ulrike Fassbender zum Jahresbeginn.

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Die kulturpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion schlug via Pressemitteilung vor, »mit dem Projekt ,freundliche Toilette' könnten sich einige Mainzer Einzelhändler kundenfreundlicher orientieren und sich so auch gegen ihre Mitbewerber abgrenzen. Bei der Aktion, die seit Jahren vor allem im Süddeutschen Raum ,dringende Bedürfnisse' löst, stellen Einzelhändler und Gastronomen kostenlos ihre Toiletten öffentlich zur Verfügung.«

Die Idee passt super ins Konzept liberaler Politik: Weniger Regelungen, weniger Steuern, mehr Freiheit und Verantwortung für jeden Einzelnen.

Abgesehen davon, dass man sich leisten können muss, was Liberale gerne hätten, hat die »Freundliche Toiletten«-Idee einen pragmatischen Haken: Wenige Geschäfte in der Innenstadt verfügen über ausreichend Platz, um eine Kundentoilette einzurichten.

Aber, Chancen, die Mainzer Einkaufsstadt attraktiver zu gestalten, sollen nicht leichtfertig adacta gelegt werden. DER MAINZER denkt die Idee gerne weiter.

Um die Bereitschaft zu erhöhen, eine Kundentoilette einzurichten oder bereits vorhandene (wie in den Kaufhäusern) so kenntlich zu machen, dass Bedürftige sie schnell finden, entwickelt das Wirtschaftsdezernat ein ansprechendes Logo »Freundliche Toilette«. Zusätzlich vergibt eine liberale Jury »Toilettensterne«: Einen Stern für die Bereitstellung einer Toilette, den zweiten für die zusätzlich angebotenen Wickelmöglichkeiten. Ist das alles barrierefrei zu erreichen gibt es drei »Toilettensterne«.

In Erwartung von werbeträchtigem Logo und Sternen werden sich die Einzelhändler, denen es an Platz für die Örtlichkeiten mangelt, zusammen schließen, vermarkten gemeinsam vorhandene »Freundliche Toiletten« oder bauen neue, wo die Ladengröße es zulässt. Finanziert werden diese Anstrengungen durch Sammelaktionen: Wer für »icelights« in der Vorweihnachtszeit sammelt, kann auch für Klopapier, Wasser und Stromkosten bei den Kollegen Geld eintreiben, oder nicht?

Liebe Quartierssprecher übernehmen Sie!

| SoS