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Sport

Schnell, schön, unbekannt: Eishockey in Mainz

Für Milan Nosek ist Eishockey die »schnellste und schönste« Sportart auf der Welt. Deshalb will der Präsident des TSV Schott Mainz »Die Wölfe« seinen Verein und den Sport in Mainz bekannt machen. Er hat schon viel erreicht, aber noch nicht alles.


TSV Schott Mainz - Die Wölfe

Hat es einen besonderen Hintergrund, dass das Eishockeyteam des TSV Schott Mainz »Die Wölfe« heißt? »Naja«, lächelt Milan Nosek (auf dem Foto mit rotem Pulli und Pokal), und erinnert an die Anfänge des Vereins 2001: »Wir hatten damals gar nichts. Ein paar Hobbyspieler haben mich gefragt, ob ich sie nicht trainieren möchte. Eine reine Spaßtruppe, die Lust auf Eishockey hatte.« Um 22.30 Uhr trafen sich Spieler und Trainer damals in der Eishalle am Bruchweg zum Training. Alleine diese Uhrzeit ist Beleg für die Lust der jungen Männer an diesem in Rheinland-Pfalz noch relativ jungfräulichem Sport. Weil die Truppe außer einer großen Portion Begeisterung und ein paar Schlägern nichts hatte, organisierte der Tscheche Nosek in seiner Heimat einen Satz Trikots - auf deren Brust waren Wölfe zu sehen. »Dann haben wir uns eben gedacht, wir bleiben die Wölfe«, schildert Nosek.

Überzeugungsarbeit

Milan Nosek
Milan Nosek

13 Jahre später blickt Nosek auf eine sehr bewegte Zeit als Trainer, Manager und Präsident der »Wölfe« zurück. Denn nach wenigen Jahren wuchs in der Hobbytruppe der Wunsch, als Mannschaft in einer Liga anzutreten. »Ohne Sponsoren oder finanzielle Mittel hätten wir das aber nie machen können«, betont Nosek, der sich ein Herz fasste und bei den Verantwortlichen des TSV Schott Mainz so oft auf der Matte stand, bis er diese davon überzeugt hatte, dass Eishockey in Mainz ein unterstützenswertes Projekt ist. Anfangs hätten sich die Leute beim TSV Schott sehr über seinen Vorschlag gewundert. »Aber nach ein, zwei Jahren Überzeugungsarbeit war ich erfolgreich und wir sind eine selbstständige Abteilung des Vereins geworden.«

Das Herz bejaht, der Kopf verneint

150 Mitglieder zählen die »Wölfe« mittlerweile. Vor allem im Nachwuchsbereich tut sich eine Menge. Knaben, Schüler, Jugend - der Verein ist in allen Altersklassen mit Teams vertreten. »Unser Nachwuchs nimmt eine sehr positive Entwicklung. Das macht uns stolz«, sagt Nosek. Auch die Ergebnisse der Herrenmannschaft in den vergangenen Jahren können sich sehen lassen: Zwei Aufstiege und eine Rheinland-Pfalz-Meisterschaft. Mittlerweile sind sie in der Rheinland-Pfalz-Liga angekommen und kämpfen dort um den Titel. Das Problem: Mit den Eifel-Mosel Bären Bitburg, dem I.H.C. Beaufort und dem EHC Neuwied II hat das Team nur drei Gegner. »Das ist mir ein bisschen wenig«, gibt er zu. »Ich hätte gerne mehr Vielfalt.« Deshalb liebäugelt der 63-Jährige immer mal wieder mit dem Sprung in die Regionalliga. »Mein Herz trägt mich dahin, aber mein Kopf stoppt mich immer wieder«, lächelt Nosek. »Es gibt viele Vereine, die bei diesem Sprung kaputt gegangen sind und das wollen wir unbedingt vermeiden.«

Lust auf mehr

Doch sportliche Highlights wie das Hessenliga-Aufstiegsspiel 2011 beim ehemaligen DEL-Klub Kassel Huskies machen dem Wölfe-Manager immer wieder Lust auf mehr. 6.000 Zuschauer sahen das Spiel des hessischen Traditionsvereins. »Da haben unseren Spielern ganz schön die Knie gewackelt«, erinnert sich Nosek. Schließlich kommen zu den eigenen Heimspielen nur rund 80 Fans. Die »Wölfe« verloren 0:11, »aber wir waren trotzdem glücklich, weil wir dieses Highlight erlebt haben.«

Es sei ein hartes Stück Arbeit, Eishockey in Mainz publik zu machen, weiß Nosek und wünscht sich bei den Heimspielen mehr Zuschauer. Außerdem ist er guter Hoffnung, »dass wir Eishockey in den Herzen der Mainzer ansiedeln werden.«

| DR

www.tsv-schott-woelfe.de
www.mainzer-jungwoelfe.de