Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
Werbung

Bauprojekte

BAUEN IST ANGESAGT

Baugenehmigung und Grundsteinlegung, Kräne und Betonmischfahrzeuge: rege Bau­tätigkeiten werden als Zeichen von Wachstum gewertet, das Steuereinnahmen bringt und Arbeitsplätze schafft. DER MAINZER unternahm einen kleinen Mainzer Baustellenrundgang.


Campus Campus-Brücke: Autofahrer wie Fußgänger wundern sich, welche Dimensionen diese »Brücke über die Koblenzer Straße« annimmt und wie lange schon an ihr gebaut wird. Die »Campus-Brücke« ist Teil der künftigen Straßenverbindung zwischen dem Uni-Erweiterungsgelände und dem Uni-Campus, soll ausschließlich Fußgängern, Radfahrern und Bussen dienen. Sie wird auch Besuchern der Coface-Arena, die auf dem Uni-Gelände parken, zur Verfügung stehen. Beschlossen wurde der Bau im September 2008.

Derzeit wird das Traggerüst und die Schalung für den Überbau erstellt, die Betonage ist für Mitte Februar vorgesehen. Voraussichtlich Mitte Mai könnte das Bauwerk durch Fußgänger und Radfahrer provisorisch genutzt werden, dann wird die Behelfsbrücke zurückgebaut. Die Brücke wird 66 Meter Gesamtspannweite haben, mit 6 Meter Fahrbahnbreite, mit 2,25 Meter breiten Gehwegen und 3 Meter breiten Rampen. Bauherr ist die Stadt Mainz, die Baukosten sind mit ca. 3,4 Millionen ? veranschlagt, bezahlt vom Land, die Mainzer Verkehrsgesellschaft beteiligt sich mit 414.000 ?. Die Baumaßnahme beinhaltet auch den Bau von Bushaltestellen unter der Brücke, die barrierefrei an die zu überführende Straße angeschlossen werden. Geplant war eine Bauzeit von 1,5 Jahren, doch durch den langen Winter 2012/2013 konnte die nötige Verlegung der im Wirtschaftsweg liegenden Medientrasse erst im Mai durchgeführt werden. Dementsprechend verlängert sich die Bauzeit, die Fertigstellung ist für Ende September 2014 angesetzt.

Rathaus Rathaus: Sanierung? Abriss? Neubau an anderem Standort? Anmietung oder Kauf bestehender Gebäude? Zusammenlegung von über die Stadt verteilten Verwaltungsstandorten? Wie viel Denkmalschutz ist notwendig und wie viel will sich die Stadt leisten? Nachdem der Fuchsbau 2012 Politik und Bürger in Atem hielt, war es 2013 ziemlich ruhig um die dringend zu lösenden Probleme geworden.

Zum Jahreswechsel kündigte OB Ebling an, dass ein »Pflichten- und Lastenheft« erarbeitet werde, in dem detailliert beziffert wird, welche Umbau-/Sanierungs-Erweiterungsmaßnahme wie viel kostet. So entstünde eine Grundlage, um anschließend verschiedene Umbau-, Sanierungs- und Entscheidungsmodule zusammenzustellen.

Die Idee hat Charme: Manche Vorschläge und Wünsche, wie die schöne große Freitreppe zum Rhein hin oder der größere, »bürgernahe« Eingangsbereich würden, mit exakten Kosten beziffert, von ihren Schöpfern vielleicht gar nicht mehr gewollt. Bis Ende 2014, meinte OB Ebling Ende 2013, könnte die Verwaltung dieses Pflichten- und Lastenheft fertig gestellt haben.

Rathaus Das Archäologische Zentrum Mainz: Der Standort des AZM in der Neutorstraße ist zurzeit verwahrlost. Kein Wunder, das ehemalige »Wirges-Haus« ist schon lange abgerissen, die Archäologen haben ihre Arbeit schon lange beendet - aber gut Bauen will Weile haben, zumal wenn die Baumaßnahme mit geschätzten 41 Millionen Euro die derzeit umfangreichste Baumaßnahme der rheinland-pfälzischen Landesregierung ist. 2016 soll der erste Bauabschnitt fertig sein.

Zusammengefasst werden im neuen Archäologischen Zentrum neben den Einrichtungen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) auch die archäologische Denkmalpflege aus der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) und wichtige archäologische Fundstücke insbesondere aus dem Landesmuseum Mainz. Erhalten bleiben wesentliche Teile der alten Neutorschule.

Seit Ende 2013 ein kleines Besucherzentrum für das AZM eingeweiht wurde, kann man sich an jedem Dienstag Abend vor Ort informieren und jeden 1. Dienstag im Monat Vorträge zu verschiedenen Themen anhören, z.B. sind am 4. Februar »Die Altstadtbauern« zu Gast und bieten ein »buntes Programm mit Auszügen der aktuellen Fastnachtskampagne« (Infos: Tagespresse, Litfasssäule vor der Neutorschule, www.rgzm.de: Terminkalender )

Hafen
Ab 2014 sollen auf dem Gelände des ehemaligen Zoll- und Binnenhafens rund 1.400 Wohnungen für 2.500 Menschen entstehen. (Luftbildmontage: Zollhafen Mainz GmbH & Co. KG)
Zollhafen: Am 30. September 2013 beschloss der Stadtrat mit der Mehrheit der Stimmen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP den Städtebaulichen Vertrag und die Bauleitplanung für das neue Stadtquartier Zollhafen. Rechtzeitig vor der Immobilienmesse Expo Real, auf der erneut für das Projekt, das auf einer Fläche von nahezu 40 Hektar realisiert werden soll, geworben wurde.

Den ersten Neubau am Zollhafen realisiert die in Mainz ansässige Kairos Grundbesitzentwicklungsgesellschaft mbH. Im »Rheinkai 500« entstehen exklusive Gewerbeeinheiten, Lofts und Penthousewohnungen auf ca. 7.000 qm Bruttogeschossfläche (Fläche des Baugrundstücks: 3.000 m²). Der Siegerentwurf des Berliner Büros Lorenzen Architekten wartet auf die Baugenehmigung.

Im Sommer 2013 kaufte die LBBW Immobilien Developement GmbH aus Stuttgart das Baufeld »Rheinpromenade«. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kunsthalle sollen auf dem etwa 5.400 qm großen Grundstück bis 2016 etwa 100 Wohnungen entstehen, sowie 6.000 qm Geschossfläche für gewerbliche Nutzung. Im November 2013 wurde bekannt, dass die Bouwfonds Immobilienentwicklung GmbH Frankfurt das Baufeld »Mohlenkopf Süd« gekauft hatte. Hier sollen in »allerbester Wasserlage« bis zu 16.800 qm Geschossfläche für hochwertiges Wohnen realisiert werden.

Als Basis für die Gestaltung der Freibereiche im Zollhafengebiet läuft derzeit ein freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb. Bis Ostern 2014 will das Preisgericht über die eingereichten Arbeiten entscheiden.

| SoS