Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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Titel

WAS WAR 2013? WAS BLEIBT 2014?

Ingrid Kölzer-Spitzkopf und Walter Strutz vom Mainzer Citymanagement machten im März viele Vorschläge zur Belebung der Mainzer Innenstadt, Finanzdezernent Günter Beck erklomm im Mai die Erfolgsleiter Haushaltskonsolidierung. Und jetzt? Wie geht es im Neuen Jahr weiter?

Im September wollten fast alle Mainzer Bundestagskandidaten den Fluglärm bekämpfen, im November waren die Mainzer Einzelhändler überzeugt, 25.000 qm VKF für das neue Einkaufszentrum an der »Lu« seien genug. Und jetzt? Wie geht es weiter mit Fluglärm und ECE?

Titelbild DER MAINZER Nr. 270

Frau Kölzer-Spitzkopf, Herr Strutz, Welche Aufgaben nehmen sie 2014 in Angriff?


»Die Verdichtung des Icelight-Konzepts bei der Weihnachts­beleuchtung, die in diesem Jahr mit erheblicher Unterstützung von Mainz Citymanagement erfolgreich begonnen wurde, steht ganz oben auf der Wunschliste für 2014.

Darüber hinaus werde wir unsere Vorschläge zur Attraktivitäts­steigerung der Mainzer Plätze einbringen und präzisieren. Im Zusammenhang mit dem neuen Innenstadt-Konzept und dem ECE-Einkaufsquartier gibt es gute Chancen zur Verwirklichung.

Gemeinsam mit dem Gutenberg Museum wollen wir neue Akzente setzen, damit Mainz als »Gutenberg-Stadt« auch im Stadtbild besser wahrgenommen wird.

Und wir hoffen, dass wir 2014 die ersten Projekte gemeinsam mit den Geschäftsinhabern und unseren Projektpartnern umsetzen können, damit Mainz komplett barrierefreies Einkaufen und Erleben ermöglicht.«



Titelbild DER MAINZER Nr. 272

Herr Beck, Wie wollen Sie 2014 einen ausgeglichenen Haushalt erreichen?


»Nachdem wir in 2013 nach fast 20 Jahren erstmals wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen konnten, hängt die Messlatte natürlich hoch. Neben steuerlichen Effekten haben wir natürlich auch von der doppelten Auszahlung des Zuschusses aus dem Kommunalen Entschuldungsfonds für 2012 und 2013 profitiert, die uns direkt 42 Mio. ? in die Kasse gespült hat. Doch ohne unseren Eigenanteil von 10,6 Mio. ? wäre eine Teilnahme am KEF unmöglich gewesen. Diesen Konsolidierungspfad müssen wir weitergehen, um langfristig den kommenden Generationen Handlungsmöglichkeiten zu gewährleisten.

Aber auch unsere Wirtschaft kann am Investitionsvolumen in Höhe von ca. 70 Mio. ? in 2014 teilhaben. Der Großteil fließt auch hier wieder in den Ausbau der Kitas, Schulen und Turnhallen sowie in die Stadtplanung. Wir werden die Konsolidierung des Haushaltes weiter vorantreiben, aber eine Wiederholung aus 2013 sehe ich aus heutiger Sicht schwer zu erreichen.«



Titelbild DER MAINZER Nr. 276

Herr Elsner*, warum setzen die Fluglärmgegner 2014 ihre Proteste fort?


»Nach Betrachtung der Koalitionsverhandlungen in Berlin und Wiesbaden reiben wir uns verwundert die Augen: »Lärmdeckel«, »Mitwirkung bei Flugroutenfestlegungen«, »Schutz der Gesundheit vor Fluglärm und Schadstoff­belastungen«, »Begrenzung von Flugbewegungen« - alles Begriffe, die Politiker früher nur widerwillig in den Mund nahmen, gehen ihnen jetzt recht flüssig über die Lippen.

Können wir also mit unserem erfolgreichen Protest zufrieden sein und uns zurück lehnen? Ein ganz klares NEIN! Wir müssen wachsam bleiben und aufpassen, dass es nicht nur folgenlose Lippenbekenntnisse sind! Politiker haben sehr kurze Gedächtnisse und nur ein ständiges lautes Erinnern verhindert, dass nichts in Vergessenheit gerät.

Auch die Luftverkehrswirtschaft muss noch erkennen, dass die Grenzen des Wachstums überschritten sind. Wirtschaftswachstum und eine lebenswerte Region müssen wieder in Einklang gebracht werden. Deshalb setzen wir unseren Protest auch 2014 fort.«

* Dietrich Elsner, Koordinator der Initiativen Fluglärm in Mainz und Rheinhessen


Titelbild DER MAINZER Nr. 278

Weiß man jetzt genaues zum ECE-Einkaufszentrum in der Ludwigsstraße?


Fast 90% der Stadtratsmitglieder stimmten am 4.12.2013 dem Aufstellungsbeschluss für das Bauleitplanverfahren A 262 zu. Relativ klar war zu diesem Zeitpunkt:

Es gibt fünf einzelne Gebäude, unterschieden durch die Fassadengestaltung, verbunden durch gläserne Überdachungen, mit Rolltreppen auf den öffentlichen Wegen, etwa 90 Geschäften und 26.500 qm Verkaufsfläche plus 3.000 qm Gastronomie, die Fuststraße wird himmelsoffen, die Hintere Präsengasse überbaut, 200 Mio ? Investitionssumme, 700 Arbeitsplätze, ein Architektenwettbewerb für die Gestaltung, ein Verträglichkeitsgutachten zum Sortimentsmix.

Ziemlich unklar sind: die öffentlichen Wegebeziehungen sowie die Ein- und Ausgänge in die angrenzenden Quartie­re, ob Bistum und Co. ihre Gebäude verkaufen, ob regionale Bau- und Handwerksbetriebe Aufträge erhalten, die Unbedenklichkeit des Bauvorhabens für den Dom und die Altstadt, der neue Wohnort für die Mietparteien im Eckhaus Fuststraße/Bischofsplatz, was sich im Erdreich alles findet.

| SoS