Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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Mainzer Staatstheater

spielart

»LA TRAVIATA«

La Traviata
LA TRAVIATA, Vida Mikneviciute in Manets Nana Gemälde
© Martina Pippric

Melodrama in drei Akten
von Giuseppe Verdi,
Libretto von Francesco, Maria Piave
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


Violetta Valéry bestreitet ihren Lebensunterhalt, indem sie in Paris das Begehren vermögender Männer entfacht. Alfredo scheint sie wirklich zu lieben: Sie wagt mit ihm ein Leben abseits der großen Gesellschaft. Für eine kurze Zeit des Glücks sind Moral und Kalkül des bürgerlichen Lebens außer Kraft gesetzt. Alfredos Vater aber fordert, dass sie die Verbindung löst, da sie den Ruf seiner Familie bedrohe. Ihrem Geliebten spielt Violetta daraufhin die Rolle einer unbeständigen, käuflichen Frau vor, um ihn von dem Malus zu befreien, mit einer unehrenhaften Frau zusammen zu sein. Der Plan geht auf, Alfredo verachtet sie. Erst als Violetta im Sterben liegt, scheinen die Missverständnisse zu enden. Doch Violetta hat keine Kraft mehr .. Für Vera Nemirova, in Mainz durch ihre Inszenierungen von »La Bohème« und »Idomeneo« dem Publikum bestens bekannt, ist Violetta Valéry ein von der Gesellschaft gefeierter und zugleich gejagter, skandalumwitterter Star. Ein austauschbares »Objekt der Begierde«, das dem Druck standhalten muss, dem die Fan-Gemeinde es aussetzt. Erst als Alfredo in Violettas Leben tritt, entzieht sie sich der Kontrolle der Öffentlichkeit und beschreitet einen anderen, für sie neuen Weg - doch die Gesellschaft zwingt sie auf ihren alten Weg zurück . Mit: Tatjana Charalgina / Vida Mikneviciute, Patricia Roach / Katherine Marriott, Anke Steffens; Thorsten Büttner, Seok-Gill Choi / Ion Dimieru, José Gallisa, Dietrich Greve, Patrick Hörner, Heikki Kilpeläinen, Ks. Jürgen Rust, Ks. Hans-Otto Weiß

Musikalische Leitung: Florian Csizmadia, Inszenierung: Vera Nemirova, Bühne: Jens Kilian, Kostüme: Marie-Thérèse Jossen

Premiere: 11. Januar, Großes Haus

Einführung und öffentliche Probe: 6. Januar, 18 Uhr, Großes Haus

Interaktiver Einführungsworkshop: 10. Januar, 17 Uhr, Treffpunkt Bühneneingang,

Information und Anmeldung: ascherer@staatstheater-mainz.de oder Tel: (06131) 2851-151



»URFAUST«

URFAUST
URFAUST
Carolin Haupt, Stefan Graf
© Rocco Peuker

Sein »Sinn ist zu«, sein »Herz ist tot«. Innere Leere und Unzufriedenheit lähmen Doktor Faust. So sucht er das Glück in der rauschhaften Aufhebung aller Grenzen. Zunächst in der Wissenschaft, dann - als Experiment mit dem Leben - in der Liebe. Mit Faust griff der junge Goethe eine so traditionsreiche wie disparate Figur auf: Vom frühneuhochdeutschen Volksbuch-Magier »Johann Fausten« hatte er über den Umweg via Christopher Marlowe in Deutschland bereits eine hanswurstige Jahrmarkt-Puppenspielkarriere hinter sich, um in der Literatur des Sturm und Drang schließlich zum ewig Zwiespältigen, zwischen Glauben, Erkenntnisdrang und Sinnsuche Zerrissenen und über seine Grenzen hinaus Strebenden zu mutieren.

Unter dem Eindruck der öffentlichen Hinrichtung einer Kindsmörderin, deren Strafprozess er als junger Jurist in Frankfurt selbst beiwohnte, koppelte Goethe die faustische Gelehrtentragödie erstmals mit dem »Gretchenstoff«, der mittlerweile geradezu als Kern der Handlung, soweit sie sich auf Goethes Vorlage stützt, gilt. Bevor er es deutlich später zu »Faust 1« (1808) und »Faust 2« (1831) ausarbeitete, verfasste der junge Dichter 1775 eine skizzenhafte erste Fassung des Dramas. In dieser frühen Version sind die Nahtstellen zwischen den unterschiedlichen Stoffschichten noch deutlicher zu erkennen als in der späteren Ausformung.

Schroffer und schneller, weniger metaphysisch überbaut als die späteren Dramen, dient der fragmentarische Urtext Regisseur Robert Borgmann nun als Ausgangspunkt für eine Erkundung deutscher Seelenzustände. Eine einerseits eng an den Fauststoff und seine vor wie nach Goethe Jahrhunderte umspannende geistesgeschichtliche Tradition angebundene, gleichzeitig aber frei assoziative Deutschlandcollage.

Mit: Monika Dortschy, Carolin Haupt; Stefan Graf, Lorenz Klee, Tibor Locher

Inszenierung: Robert Borgmann, Bühne: Rocco Peuker

Kostüme: Zarah Lili Gutsch

Musik: Sven Michelson

Premiere: Freitag, 17. Januar, 19.30 Uhr, Kleines Haus, Anschließend öffentliche Premierenfeier


www.staatstheater-mainz.com