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Openheim

OPPENHEIM: AB IN DIE TIEFE!

Als in den 80ern ein Streifenwagen in einen Krater einbrach, erinnerte man sich in Oppenheim der vielen Keller unter den Häusern. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten laden Führungen ein, das unterirdische Labyrinth zu erkunden.

Oppenheim

Bis zu 40 Kilometer dürfte das gesamte Kellersystem unter der Stadt umfassen, das ab dem 14. Jahrhundert entstand. Genau weiß man es nicht, viele der Keller und Gänge liegen über- und nebeneinander, kreuzen sich mehrmals.

670 Meter sind, unterteilt in Labyrinth I und II, mittlerweile begehbar. Wobei der touristische Nutzen nicht der Sinn und Zweck der jahrelangen aufwändigen Sanierung war.

Die Standfestigkeit der Häuser galt und gilt es zu sichern, weshalb auch das Land Rheinland-Pfalz bis zu 90 Prozent der Kosten für die Freilegung getragen hat.

Geführt Erkunden

Seit 2003 führt der »alte« Rundgang auf etwa 420 Metern unter den Häusern Oppenheims hindurch. Steht man mitten in der Stadt vor dem Rathaus, blickt gen Katharinenkirche, weiß die Bartholomäuskirche hinter sich und schaut nach unten, könnte man eigentlich direkt in den Untergrund schauen - vorausgesetzt die Oppenheimer Straßen wären aus Glas gebaut.

Dem ist nicht so, also ist der Gang ins »Tourismusbüro« erforderlich, um den Oppenheimer Untergrund kennen zu lernen. Seit 2012 kann neben dem alten auch der neue, Kellerlabyrinth II genannte, etwa 250 Meter lange Rundgang, mittels Führer erkundet werden. Man bewege sich, sagt Hansjürgen Bodderas von der Oppenheim Tourismus GmbH und selbst als Gästebegleiter im Untergrund unterwegs, auf bis zu vier Stockwerken unter der Erde - eigentlich wüsste man, aufgrund der Oppenheimer Hanglage, nie so recht, wie tief drunten man sich befinde.

Wer sich erstmals in die Oppenheimer Unterwelt begebe, dem empfiehlt Bodderas das Kellerlabyrinth I - es sei eher für die Anfänger geeignet, die vielen Treppenstufen, es sollen um die 140 sein, fielen beim Auf und Ab, beim Schauen und Staunen gar nicht auf, zumal sie gut verteilt sind.

Ein unterirdischer Irrgarten

Kellerlabyrinth II erinnere dagegen mehr an einen Irrgarten, die Wege kreuzten sich immer wieder, seien etwas steiler und schmaler - Menschen, denen enge Räume Unbehagen bereiten, sollten sich den Gang in die Tiefe gut überlegen.

Napoleonisches Recht

Übrigens sind die Eigentumsrechte der Keller nicht ganz einfach - gemäß napoleonischem Recht ist Eigentümer, wer den Zugang zum Keller hat, nicht, wie es deutschem Recht entsprechen würde, wessen Haus über dem Keller gebaut wurde. Diese Regelung macht Sinn. Wurde doch im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 die oberirdische Stadt komplett zerstört, daraufhin die Häuser und Straßen der Stadt anders angelegt, als von den Kellern vorgegeben, so dass manches Gebäude auf dem Keller der Nachbarn steht.

| SoS

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