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Tierische Geschenke

Tierische Geschenke

Kaninchen, Hasen, Meerschweinchen, Katzen und Hunde - diese beliebten Tiere sorgen zwar als Geschenk zu Weihnachten für große Kinderaugen, aber was anfangs noch putzig und süß war, kann sich schon während der Festtage zur Last entwickeln.

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Spontane Urlaubspläne, unerwartete Kosten oder einfach die bis dahin unbekannten Anforderungen an eine artgerechte Haltung trüben die Freude über den neuen Spielkameraden.

Doch Tiere lassen sich nicht so einfach wie Kleidung oder Spielzeug umtauschen, weshalb viele meist schon direkt nach den Ferien in Tierheimen abgegeben werden.

»Die Entscheidung für ein Tier sollte nicht spontan und aus einer Laune heraus getroffen werden«, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. »Es gibt viele Punkte, die vor dem Tierkauf zu überdenken sind.

Gerade in der Hektik der Vorweihnachtszeit bleibt dazu keine Zeit. Und der Trubel der Feiertage ist ohnehin nicht der geeignete Zeitpunkt, ein Tier in aller Ruhe an seine neue Umgebung zu gewöhnen.«

Etwas Besonderes

Doch allzu oft soll es an Weihnachten ein besonderes Geschenk sein. Aus diesem Grund ist der Ansturm auf Tierheime oder Züchter gerade vor Heiligabend sehr groß, wie Anja Kunze, seit 2008 Leiterin der Mainzer Einrichtung, aus Erfahrung zu berichten weiß: »Beispielsweise ist es der Wunsch der Familie, der Oma eine Katze zu schenken. Dann kommt die Familie zu uns und sucht das Tier aus, aber leider nicht die Oma. Wir würden jedoch gerne mit der Person reden, die das Tier aufnimmt, schließlich soll es zum neuen Zuhause und den Menschen passen. Vor allem ist es uns wichtig zu erfahren, ob sich der neue Besitzer überhaupt um das Tier kümmern kann.«

Auch der Tierschutzbund rät ausdrücklich davon ab, blind jemandem ein Tier zu schenken, denn der Beschenkte sollte dieses immer vorher kennen lernen.

Schwierigkeiten kommen, so Kunze, auch oft dann auf, wenn Eltern meinen, ihrem Kind einen Welpen an die Seite geben zu wollen, damit die beiden zusammen aufwachsen können.

Intensive Betreuung

Damit schafften sie sich indes ein weiteres Baby an, das intensiv betreut werde müsse. Besser wäre hingegen etwa ein älterer Hund, der ruhiger und gereifter ist, erklärt die gelernte Tierpflegerin.

»Alle unüberlegten Anschaffungen sind unverständlich. Viele stellen sich vor, dass ein Tier perfekt funktioniert. Es kostet aber Zeit und Geld und ist wie eine Kindererziehung.«

Wenn dieses nicht beachtet wird, landen die Tiere schnell im Heim. Im Mainzer Tierheim werden nach den Weihnachtsferien an die 50 Tiere abgegeben, darunter auch teure Rassen. Aufgenommen wird solange es Platz gibt, dabei sollten die Besitzer keine Scheu haben, »uns ihre Tiere zu bringen, bevor sie diese aussetzen«, betont die Leiterin.

»Wir versuchen natürlich mit den Tierhaltern zu reden und beraten sie bei ihrem Problem. Manchmal hilft das, gerade wenn man merkt, dass sie noch an dem Tier hängen.«

Nicht nur ein Präsent

Grundsätzlich empfiehlt Anja Kunze jedoch, zum Fest einen Gutschein zu basteln, damit sich der Beschenkte im Heim oder beim Züchter selbst ein Tier aussuchen kann. »Wir wollen den Menschen bewusst machen, dass ein Tier nicht nur einfach ein Präsent ist.«

Wer zu Weihnachten trotzdem etwas »Tierisches« verschenken möchte, sollte auf gute Ratgeberlektüre zur artgerechten Tierhaltung oder - sofern schon ein Tier im Haushalt lebt - auf geeignetes Heimtierzubehör zurückgreifen.

| KH

Tierschutzverein Mainz und Umgebung e.V.
Zwerchallee 13-15, 55120 Mainz
Tel. 06131 687066 · www.tierheim-mainz.de