Der Mainzer - Die Stadtillustrierte

Werbung

Politik

MOGUNZIUS
STADTSCHREIBER DES MAINZERS

In Mainz warten viele Fragen auch 2014 auf richtige Antworten

Für die Mainzer Entscheider ist 2013 eigentlich schon gelaufen und das neue schon im Blick. Schließlich werden im Mai die Karten kommunalpolitisch neu gemischt und die Stadtratssitze neu gewählt. Was sicherlich auch bei vielen Politikern schon seit Monaten im Hinterkopf mitgeschwungen hat, als etwa die ECE-Debatte um das neue Einkaufscenter in der Ludwigsstraße in einer Art Endlosschleife diskutiert wurde. Jeder wusste: Wer sich frühzeitig festlegt, kann bei den Kommunalwahlen mit ihrer eigenen Dramaturgie des Kumulierens und Panaschierens möglicherweise baden gehen.

Feder

Die ECE-Diskussion hat gezeigt: Trotz aller Bürgerforen muss der Stadtrat als Souverän auch irgendwann souverän entscheiden. Künftige Weichenstellungen für und in Mainz werden auch künftig zuvor mit breiter Bürgerbeteiligung bewertet. Doch am Ende sind es die Fraktionen, die jedwedes Projekt auf den Weg zu bringen haben. Mit dem Bau der Mainzelbahn, der Bebauung des Zoll- und Binnenhafens oder der geplanten Wohnbebauung auf dem einstigen IBM-Areal gibt es gleich zahlreiche Projekte, die diskutiert, aber nicht zerredet werden dürfen. Nicht jeder, der eine Meinung äußert, ist objektiv und - man wird's mal sagen dürfen - auch kompetent.

Was erwartet Mainz noch 2014? Klarheit in der Streitfrage, ob die A 643 wirklich sechsspurig wird? Dass der Knoten in der schier endlosen Lärmdiskussion um das KUZ am Winterhafen durchgeschlagen wird? Dass irgendwer ein Finanzkonzept hervorzaubert, mit dem das marode Rathaus saniert werden könnte? Dass ein Investor daherkommt, der den Osteiner Hof sanieren will und dabei nicht die garantiert unzähligen Vorgaben der Denkmalpflege scheut? Dass wirklich objektive Experten untersuchen, ob die Einrichtung einer Umweltzone nicht nur eine Art umweltpolitisches Potemkinsches Dorf ist? Dass mal jemand mit aufmerksamem Blick entdeckt, wie überfällig die Modernisierung des Münsterplatzes als einem der wichtigsten Eingangstore zur Innenstadt ist? Oder eine Überplanung der Großen Langgasse, die ihr Dasein als Niemandsland in der Mainzer City fristet, mal Thema wird?

Es sind viele Fragen, die das - wirklich - junge Führungsteam im Rathaus zu lösen hat. Würde nur die Hälfte der genannten Fragen angegangen, dann wäre 2014 schon jetzt ein besonderes Jahr.

| Mogunzius