Der Mainzer - Die Stadtillustrierte

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Politik

MOGUNZIUS
STADTSCHREIBER DES MAINZERS

Auf dem Weg in die Zukunft: Die wechselhaften Wochen der Weichenstellungen.

Manchmal dümpelt auch in Mainz die Kommunalpolitik so vor sich hin. Und andererseits überschlagen sich Diskussionen und Entscheidungen. So in Sachen Bebauung Zoll- und Binnenhafen, die jetzt zumindest planerisch angestoßen wird, und dem ECE-Einkaufszentrum an der Ludwigsstraße.

Hier meldete die Rathausspitze den Durchbruch und geizte nicht mit Lobeshymnen an die Adresse der Hamburger Projektentwickler. Und tatsächlich: Steht der Einkaufstempel spätestens 2019, so läutet dies eine neue Ära der Einkaufsstadt Mainz ein. Die momentanen baulichen Provisorien an der »Lu« sind längst reif für die Abrissbirne.

Und die Gegner des Neubauprojekts drehen sich ohnehin im Kreis. Zuletzt haben sie allen Ernstes beklagt, im neuen Shoppingzentrum würde nicht - wie angeblich vereinbart - eine Kindertagesstätte entstehen. Über derartige abwegige Forderungen, die nichts anderes sind als bloßer Populismus, kann man nur den Kopf schütteln.

Feder

Was nicht alle tun: Beim SPD-Parteitag wurde gar Oberbürgermeister Ebling mächtig gezaust und fuhr bei der Neuwahl des Parteichefs kein Paradeergebnis ein, weil er nach Meinung mancher SPD-Mitstreiter keinen harten Kurs in den Verhandlungen mit ECE geführt habe. Das wird der erste Mann im Rathaus verschmerzen können. Zumal seine mit Verve betriebene Einigung mit ECE ein Gewinn für Mainz ist.

Aufhorchen ließ auch eine Meldung zum Kassenstand der Stadt. Zwar bleibt der desaströse Schuldenstand von einer Milliarde. Doch erstmals seit Jahren schließt der Kämmerer mit einem leichten Gewinn ab. Was unterm Strich offenbart: Es wurde, man darf applaudieren, endlich mal nicht mehr Geld ausgegeben als eingenommen.

Ob dies finanzpolitisch die Kehrtwende bedeutet, muss bezweifelt werden. Nicht in jedem Jahr sprudeln die Gewerbesteuereinnahmen so erklecklich wie in diesem. Was aber auch die Stellung von Mainz als Wirtschaftsstandort unterstreicht.

Und genau der wird in Sachen Straßenbahn attraktiviert: Nach der Gewinnausschüttung der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden in Höhe von 20 Millionen Euro ist die »Mainzelbahn« Richtung Lerchenberg fast schon gebaut. Hoffentlich rechtfertigen die Fahrgastzahlen das immense Investment in den Tramverkehr der Domstadt. Aber wir wissen ja: Die Mainzer lieben ihre Straßenbahn.

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