Der Mainzer - Die Stadtillustrierte

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Auszeichnung für Krimiautor

Ausgezeichnet: Leichen und Insekten

Ein blauer Karfunkel, der Sektionsraum in der Mainzer Rechtsmedizin, die Deutsche Sherlock Holmes-Gesellschaft und ein Mainzer Autor: Das passt tatsächlich alles zusammen. Denn es hat mit Krimis zu tun.

Professor Dr. Reinhard Urban und Peter Jackob
Auf den Spuren von Sherlock Holmes wandeln der Leiter der Mainzer Rechtsmedizin Professor Dr. Reinhard Urban (l.) und der Mainzer Krimiautor Peter Jackob

»Schack Bekker« dürfte den Fans der Mainzer Krimiszene bekannt sein. Sherlock Holmes findet sicherlich auch Anhänger unter Nicht-Mainzern. Dass beide Ermittler ihre kniffligen Kriminalfälle mithilfe der Fantasie eines Mainzer Autors lösen, klingt weithergeholt, liegt dennoch ganz nah beieinander.

Peter Jackob ist der Erfinder von Schack Bekker. Arthur Canon Doyle ist der Erfinder von Sherlock Holmes. Obwohl der Brite schon lange nicht mehr unter den Lebenden weilt, lebt seine Kunstfigur Sherlock Holmes weiter. Dank unzähliger Adaptionen und Dank des eifrigen Engagements diverser Sherlock Holmes Gesellschaften in der ganzen Welt, so auch in Deutschland.

Der »Blaue Karfunkel« ist eine Auszeichnung der Deutschen Sherlock Holmes Gesellschaft für die beste Veröffentlichung zum Thema Sherlock Holmes in den Kategorien Buch, Comic und Hörspiel/Hörbuch. »Das Geheimnis von Compton Lodge« von Peter Jackob wurde nun mit dem 2012er Blauen Karfunkel ausgezeichnet.

Alltagsarbeit

Preisübergabe

Ort der Preisübergabe: Die Mainzer Rechtsmedizin. Ein für Nichtkenner eher gruseliger Ort. Hier werden nicht-natürliche und ungeklärte Todesfälle aufgeklärt. Das passt zu Sherlock Holmes. Und das passt ganz besonders zu Peter Jackobs neuester Sherlock Holmes-Adaption: »Die Jagdgesellschaft von Billingshurst«. In diesem Werk spielt die Leicheninsektenforschung, die so genannte forensische Entomologie eine Rolle bei der Aufklärung.

Professor Dr. Reinhard Urban musste nicht lange überzeugt werden, den Hörsaal der Mainzer Rechtsmedizin für die ungewöhnliche Preisverleihung zur Verfügung zu stellen und im Sektionsraum die Instrumente für forensische Untersuchungen zu erläutern.

Was dem Krimileser den einen und anderen Schauer über den Rücken fahren lässt, ist für den Leiter der Mainzer Rechtsmedizin Alltagsarbeit: Die Besiedlung der Leiche mit Insekten sei ein Indikator um festzustellen, wie lange der Mensch tot ist und, wo der Tod eingetreten sei, erklärte er anlässlich der Preisverleihung.

Was die Leicheninsektenforschung betrifft sei das Buch gut recherchiert, stellt der Mainzer Rechtsmediziner dem Mainzer Krimiautor ein gutes Zeugnis aus. Peter Jackob vermutet zwar, dass ein moderner Rechtsmediziner angesichts der Art, wie der Meisterdetektiv zu seinen Ergebnissen komme, die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde. Dennoch spiele auch bei Holmes das exakte wissenschaftliche Arbeiten eine entscheidende Rolle.

»Schotten dicht«

Der zweite clevere Ermittler, der Fantasie und dem Wissen Peter Jackobs entsprungen, agiert in Mainz. Nach »Narren-Mord« und »Das Leben ist kein Tanzlokal« ist Schack Bekker in »Schotten dicht« mit einem Kreuzfahrtschiff auf dem Rhein unterwegs.

Während der Rückfahrt durch das Mittelrheintal befällt ein Magen-Darm-Virus zahlreiche Passagiere und Besatzungsmitglieder, Bekker inklusive.

Als ein Mann an den Folgen der Erkrankung stirbt und kurz darauf ein Mord geschieht, ahnt Bekker, dass er an Bord gegen mehr als nur körperliche Unpässlichkeiten zu kämpfen hat. Ganz allmählich wird ihm klar, dass er einer ungeheuerlichen Machenschaft auf der Spur ist. Zu allem Überfluss wird das Schiff unter Quarantäne gestellt. Während es vor seiner Heimatstadt Mainz in den Fluten liegt, überschlagen sich die Ereignisse an Bord und Bekker verliert beinahe festen Boden unter den Füßen ...

| SoS

»Die Jagdgesellschaft von Billingshurst« und »Schotten dicht« sind im Gollenstein Verlag erschienen.
www.peterjackob.de