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Kultur

GONSENHEIMER GESCHICHTE UND GEGENWART

Die Dauerausstellung thematisiert die Entwicklung vom Dorf zum bevorzugten Wohngebiet gut situierter Städter, die Sonderausstellungen und die Jahrbücher vertiefen einzelne Themen: Das Museum Gonsenheim erhellt die Geschichte des Stadtteils.

Gonsenheimer Museum
Erinnerung an ein liebenswürdiges Gon­senheimer Original, dessen »Donnerstag-Speiserunde« über Gonsenheim hinaus bekannt und beliebt war.

Sicher ist der Gonsenheimer Jacob Goedecker auch über Mainz hinaus bekannter als der Gonsenheimer Eduard Becker. Für das Alltagsleben der Gonsenheimer und vieler anderer Mainzer dürfte aber der Wirt der Gaststätte »Zum Goldenen Adler« wichtiger gewesen sein, als der Flugzeugkonstrukteur. Insbesondere für diejenigen, die gerne gute Fleischwaren essen und dazu ein paar Schoppen trinken. Die Gaststätte, im Volksmund damals meist »Bei Eduard« genannt, existiert zwar noch heute. Die legendäre Geschichte von Eduard Becker aber ist im Museum Gonsenheim verewigt.

Hinter der Präsentation der Gonsenheimer Vergangenheit steht der Heimat- und Geschichtsvereins (HGG). Die Idee, ein eigenes Museum zu gründen, entstand im Verlaufe einer Artikelserie, in der Dr. Hermann-Dieter Müller, der HGG-Vorsitzende, für eine Mainzer Zeitung verschiedenste Aspekte der Geschichte Gonsenheims darstellte und den Wunsch formulierte, dieses Wissen und die vielen Zeugnisse der Vergangenheit in gebührendem Rahmen präsentieren zu können. Es fand sich prompt ein Gönner, der ungenannt bleiben wollte und bereit war, fünf Jahre lang die Miete für einen ehemaligen Geschäftsraum gegenüber dem Rathaus zu finanzieren.

Gonsenheimer Museum
»Die Heiligsprechung« von Eduard Becker im Dezember 1977

Dokumente der Ortsgeschichte

Im Herbst 1999 fingen die HGG-Mitglieder an, ihr Museum in der Klosterstraße einzurichten, im Januar 2000 war die Eröffnung, nach Auslaufen des Mietzuschusses zog das Museum in kleinere Räume in die Budenheimer Straße 2 um.

Jeden Sonntag Vormittag und jeden 1. Sonntag im Monat auch nachmittags können Besucher anhand vieler Wandtafeln und informativ beschilderter Ausstellungsstücke die Gonsenheimer Geschichte nacherleben, angereichert von dem Wissen der aufsichtführenden HGG-Vorstandsmitglieder und weiterer hilfreicher Mitglieder, die gerne auch die eine und andere Anekdote zum Besten geben.

Sonderausstellungen und Jahrbücher

Viele der historischen Zeugnisse erinnern an das Alltagsleben der Gonsenheimer in verschiedenen Epochen. Feld- und Arbeitsgeräte der Bauern und Handwerker, Zeugnisse kirchlichen Lebens aber auch Werke Gonsenheimer Künstler veranschaulichen die Entwicklungen vom Dorf zum bevorzugten Stadtteil wohl situierter Städter. Längst tragen die 8.000 Euro teure Miete HGG-Mitglieder und ein Förderverein. Längst auch haben die Vorträge und Exkursionen des HGG ihren Platz im Gonsenheimer Veranstaltungskalender. Mal wandelt man »Auf den Spuren der Gonsenheimer Feuerwehr vom Brandweiher zum Gerätehaus« (am 6.10.2013), mal werden die Mitglieder des Geschichts- und Brauchtumsvereins Mainz-Weisenau durch Gonsenheim geführt - im Rahmen des »Führungsaustauschs der Mainzer Vorort-Geschichtsvereine«.

Gonsenheimer Museum
Liebevoll rekonstruiert: ein Gonsenheimer Haushalt vor 100 Jahren.

Hinzu kommen über die Jahre zahlreiche Sonderausstellungen, aktuell wird anhand von Fotos aus eigenem Bestand »Gonsenheim aus der Luft betrachtet«. Der HGG ist zudem Herausgeber der Gonsenheimer Jahrbücher, Sammelbände von »Geschichten aus der Geschichte«. Zu erfahren ist beispielsweise, dass der junge Carl Zuckmayer in Gonsenheim Spargel stechen lernte, sich als 18-Jähriger freiwillig zum Krieg meldete und Rekrut in der Gosenheimer Kaserne war. Aktuell ist die 20. Ausgabe in Arbeit - und wird traditionell am 1. Advent vorgestellt und ab dann auch beim Adventsmarkt zu erwerben sein.

| SoS

www.hgg-gonsenheim.de
Am 6. Oktober ist das Museum
wegen einer Exkursion geschlossen.

MAINZER Ausstellungsrundgang

Den aktuellen MAINZER Ausstellungsrundgang für den Monat Oktober durch die Mainzer Museen finden Sie jetzt ganz ausführlich unter "Ausstellungsrundgang"