Der Mainzer - Die Stadtillustrierte

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Biomarkt

Neue Einkaufsmöglichkeit für gesundheitsbewusste Kunden

Der Bereich um den historischen Neubrunnenplatz soll wieder attraktiver werden: Mit dem neuen Ökomarkt, der jetzt jeden Mittwoch stattfindet, wurden von engagierten Einzelhändlern erste Akzente gesetzt.

Biomarkt Stand

Marktleben hat auf dem Neubrunnenplatz Tradition. Als das Bleichengebiet im 17. Jahrhundert auf Anordnung des Kurfürsten Johann Philipp von Schönborn im Rahmen seines Festungsbauprogramms trockengelegt wurde - bis zu diesem Zeitpunkt konnte man auf den dortigen Wiesen die in den nahegelegenen Bächen Zeybach und Umbach gereinigte Wäsche zum Trocknen und Bleichen auslegen - sah man bereits den dort neu entstandene Platz als »Speisemarkt« vor.

Rund 70 Jahre später war aus der Großen Bleiche eine barocke Prachtstraße geworden, deren zentraler Marktplatz von Kurfürst Lothar Franz von Schönborn mit einem neuen barocken Brunnen - dem »Neubrunnen« - ausgestattet wurde. Er setzte sich damit selbst ein Denkmal und ermöglichte den Bürgern durch den »Laufbrunnen« dauerhaften Zugang zu frischem Wasser - aus Bretzenheimer Quellen.

Im 19. Jahrhundert befand sich drumherum der »kleine Markt«, der die Bewohner der umliegenden Straße mit Lebensmittel versorgte. Mit dem Fall der alten Festungsmauern im Jahr 1873 wurde der Platz dann, auch verkehrstechnisch, zu einem Bindeglied zwischen Altstadt und Neustadt.

Biomarkt am Neubrunnenplatz

An diese herausragende Stellung möchte eine Gruppe engagierter Einzelhändler um Dieter Grünewald anknüpfen und dem Bereich einen Teil seiner zentralen Stellung zurückgeben. Ein Anfang wurde mit dem neuen Öko-Markt gemacht, der seit August jeden Mittwoch von 10-18 Uhr stattfindet und schon an den ersten Tagen regen Zuspruch fand.

Sprecher der noch überschaubaren Gruppe der Marktbeschicker ist Mohamed El Ouariachi, Geschäftsführer des Naturkostlieferanten Novum aus Bischofsheim, der uns an seinem Lebensmittelstand das Konzept des neuen Marktes erläutert: Bioprodukte sind Voraussetzung, bei seinen Lieferanten ebenso wie etwa bei dem benachbarten Bioweingut Lorenz oder dem auf veganes Essen spezialisierten Anbieter Möhren Milieu.

Biomarkt-Logo

Ein weiterer Aspekt ist die kurze Entfernung zwischen Produzent und Verbraucher. So ist bei Novum an jedem Produkt ein Hinweis angebracht, wie viel Kilometer zwischen Neubrunnenplatz und Anbaugebiet liegen. Mein leckerer Apfel vom Wackernheimer Biolandwirt Speth musste nur 11 Kilometer transportiert werden.

Bewusste Kunden lieben Transparenz. Der ehemals äußerst repräsentative Neubrunnenplatz hat durch den zweiten Weltkrieg und die an ihn anschließende Stadtentwicklung einiges an Reiz verloren, ist aber inzwischen - auch durch das Engagement einiger Einzelhändler - auf dem besten Wege wieder an Attraktivität zu gewinnen. Er hat eben einen Brunnen »um dem man nicht drum herum kommt«.

| MDL