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Rundum-Versorgung für Gebäude

Bestandserhaltung, Modernisierung und Sanierung: Ein Gebäude während seines gesamten Lebenszyklus zu begleiten ist eine Aufgabe für das Technische Gebäudemanagement. Die Mainzer FH bietet den Studiengang mit Bachelor- und Masterabschluss an.

Prof. Bogenstätter
»Unsere Gebäude werden immer komplizierter«, sagt Prof. Ulrich Bogenstätter, Leiter der Lehreinheit Technisches Gebäudemanagement.

»Deutschland ist gebaut«, sagt Prof. Ulrich Bogenstätter gerne in der Einführungsvorlesung. Damit meint er auch, dass es für Absolventen des Studiengangs Technisches Gebäudemenagement viel zu tun gibt. Aber er will damit auch darauf hinweisen, in welche Richtung sich die Aufgaben entwickeln: »Die Neubautätigkeit geht immer weiter zurück. Dafür gibt es mehr in der Bestandserhaltung zu tun. Dazu gehört Modernisierung und Sanierung, aber auch die Begleitung eines Gebäude während seines ganzen Lebenszyklus.«

Seit zehn Jahren gibt es an der FH Mainz den Studiengang Technisches Gebäudemanagement mit Bachelor- und Masterabschlüssen. Derzeit beginnen rund 25 Studierende pro Semester das Bachelorstudium. Zum Wintersemester erhält das Fach erstmals einen Numerus Clausus. Im Studium geht es um alles, was für die Instandhaltung und den wirtschaftlichen Betrieb von Gebäuden nötig ist. Das ist hauptsächlich Management, aber auch Technik, Betriebswirtschaft und nicht zuletzt auch Recht. Wer das Studium absolviert, ist also ein Rundum-Profi, wenn es um Wohnungen, Gewerbeflächen und Industriegebäude geht - von der Planung über den Bau bis Nutzung oder Umnutzung.

Kerstin Graf
Kerstin Graf prüft die Energiebilanz eines Gebäudes. Nachhaltiges Bauen und Sanieren sind Schwerpunkte in dem FH-Studiengang.

Allerdings können sich die Studierenden schon während des Bachelors auf bestimmte Aspekte konzentrieren. Damit orientiert sich der Studiengang an der Praxis. »Es gibt einen Trend zur Professionalisierung der Gebäudewirtschaft«, sagt Prof. Bogenstätter. »Das heißt, es macht nicht mehr jeder alles, sondern es werden Spezialisten für bestimmte Bereiche geholt.« Damit das Studium hier immer nah am Bedarf ist, arbeiten 25 Lehrbeauftragte der Lehreinheit hauptberuflich in der Gebäudewirtschaft - allein fünf davon sind Anwälte. »In den Seminaren über Recht geht es sehr detailliert zu - etwa zu Fragen, was in einem Mietvertrag stehen muss oder darf«, erklärt Prof. Bogenstätter. In den Technik-Seminaren geht es zum Beispiel um den Einsatz von energiesparenden Baustoffen und entsprechende Modernisierung.

Abwechslungsreiche Aufgaben

Kerstin Graf und Christian Veith
Neben Management, Betriebswirtschaft und BWL erkunden Kerstin Graf und Christian Veith auch die Eigenschaften von Baumaterialien.

Wie es bei den praxisorientierten FH-Studiengängen üblich ist, ist auch für Technisches Gebäudemanagement ein dreimonatiges Vorpraktikum nötig, zum Beispiel bei einer Baufirma oder einem Architekten. Viele Studierende haben vorher auch eine Ausbildung im Baubereich gemacht. So wie Kerstin Graf und Christian Veith. Die beiden Bachelorstudierenden haben vorher eine Bauzeichner-Ausbildung gemacht. »Ich habe schon als Kind ständig Häuser gezeichnet«, erinnert sich Kerstin Graf grinsend. »Bei der Ausbildung nach dem Abitur habe ich aber gemerkt, dass ich mich weiterbilden will. Mich interessieren mehr bestehende Gebäude. Bausubstanz zu erhalten, ist eine spannende Aufgabe.« Christian Veith hat erst während der Ausbildung von dem Studiengang erfahren. »Es ist viel abwechslungsreicher als zum Beispiel Bauingenieurwesen, wo man fast nur damit beschäftigt ist, Statiken zu errechnen.«

Jobs finden die Absolventen typischerweise bei Unternehmen der Gebäudewirtschaft, in der Industrie, bei Immobilien-Investoren oder bei Großunternehmen wie Flughäfen. »Unsere Absolventen sind keine diplomierten Hausmeister«, betont Prof. Bogenstätter. Wer den Master draufsetzt, kann es bis zum Sachverständigen bringen. Den Master gibt es zudem auch berufsbegleitend, und bei entsprechender beruflicher Eignung und Erfahrung kann man ihn auch ohne Hochschulstudium absolvieren.

| Alice Gundlach

www.fh-mainz.de/technik