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MCC Brunnenfest

BRUNNENFEST DES MCC

Am 24. August findet auf dem Leichhof das diesjährige Brunnenfest des MCC statt. Damit bewahrt der Verein auch in diesem Jahr wieder einen Mainzer Brunnen vor der haushaltsbedingten »Austrocknung«.

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»Wenn alle Brünnlein...« - versiegen, dann muss man erfinderisch sein, dachten sich die Verantwortlichen des Mainzer Carneval Clubs (MCC) im letzten Jahr und veranstalteten ein Brunnenfest auf dem Ballplatz, um das Wasser des dortigen Drei-Mädchen-Brunnens zu sponsern.

Die Veranstaltung war ein großer Erfolg - der Brunnen konnte in gewohnter Weise sprudeln. Besonders erfreulich: Die Initiative des MCC fand zahlreiche »Nachahmer« - trotz der von der Stadt wegen der angespannten Finanzlage vorgenommenen Kürzungen im »Brunnen-Etat« konnte man es so im letzten Sommer überall in der Stadt plätschern hören.

Wegen des großen Erfolgs entschloss sich der MCC daher auch in diesem Jahr einen Brunnen in der Innenstadt zu »unterhalten« - die Wahl fiel auf ein Objekt am »Tor zur Altstadt«, dem Leichhof.

Der Platz

Der Leichhof, einer der vier großen Mainzer Domplätze, war ursprünglich der zur Dompfarrei gehörige Friedhof (daher sein Name), wurde aber wohl schon im 12. Jahrhundert zur Bebauung freigegeben. Er gehörte zur sogenannten Domfreiheit und unterlag nicht der städtischen Justiz.

Markante Gebäude sind heute das barocke Haus »Zur Bechtel­müntz« an der Ecke Leichhofstraße und der Komplex der sogenannten »Paradieshäuser« (Leichhof 26-36 und Schöfferstraße 2-4), die nach dem »Paradies«, einem 1767 abgebrannten überdachten Durchgang zwischen Dom und Johanniskirche benannt wurden.

Da die Brandgefahr in der Altstadt früher immer recht hoch und der Bereich Leichhof-Dom durch die vom Rhein her wehenden Winde dadurch besonders gefährdet war, konnte sich der Architekt Franz Ignaz Michael Neumann mit seiner Idee durchsetzen, im Dachbereich der Häuser Steindecken einzuziehen. Dank dieser »Brandsicherung« überstanden die Häuser auch die Bombenangriffe im zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet.

In der nordöstlichen Ecke des Platzes befindet sich - zwischen den Domstiftshäusern - einer der vier Zugänge zum Gotteshaus: das normalerweise verschlossene »Leichhofportal«.

Im Jahr 1975 wurde der Leichhof im Rahmen der Altstadtsanierung und der Umgestaltung der Domplätze in eine Fußgängerzone umgewandelt. Heute befinden sich hier wie in dem sich anschließenden Altstadtbereich zahlreiche hochwertige Einzelhandelsgeschäfte und gastronomische Betriebe. Ein Besuch des Leichhofs darf daher bei keinem Einkaufs- oder Altstadtbummel fehlen.

Der Brunnen

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Der Brunnen, seine offizielle Bezeichnung ist etwas lapidar »Leichhofbrunnen«, wurde 1979/80 von dem Nieder-Olmer Bildhauer Prof. Heinz Müller-Olm entworfen. Über einer Bronzeschale (Durchmesser: 230 cm) und den zentrisch angeordneten Wasserspeiern befinden sich fünf Figuren, die Aspekte der Mainzer Geschichte repräsentieren:

  • ein römischer Legionär,
  • ein mittelalterlicher Mönch,
  • ein Patrizier,
  • ein österreichischer Dragoner
  • und ein Elternpaar mit Kind

Seine Gesamthöhe beträgt 320 cm. Viele Passanten nutzen besonders in der heißen Jahreszeit das offene Becken für eine kleine Erfrischung, die historischen Figuren werden dabei eher weniger wahrgenommen. Sicher wird das Fest auch dazu beitragen, dass einige Mainzerinnen und Mainzer den »Leichhofbrunnen« etwas ausführlicher betrachten und erkunden.

Der Künstler

Der Künstler Prof. Heinz Müller-Olm wurde 1907 in Berlin geboren und besuchte von 1924 bis 1928 die Kunst- und Gewerbeschule in Mainz. Weitere Ausbildungsstationen waren die Kunstakademien in München und Rom. Seit 1932 arbeitete er als freischaffender Bildhauer mit einem Atelier in Nieder-Olm. Im Nationalsozialismus galt seine Kunst als »entartet«. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Dozent für Plastik an der Kunstschule Mainz (1946) und später Professor an der hiesigen Fachhochschule (1974). Professor Müller-Olm verstarb 1993 im Alter von 85 Jahren.

Von dem Künstler stammen in Mainz unter anderem auch die »Motive der Mainzer Stadtgeschichte« an der Straßenfront der Fachhochschule in der Rheinstraße, der Kranichbrunnen im Garten des Städtischen Altersheims, der Bubenbrunnen (»Määnzer Biddel« ) auf dem Bismarckplatz und die Nachbildung des Goldenen Ross auf dem Landesmuseum.

Der Verein

Eigentlich muss man den MCC den Mainzern nicht mehr vorstellen. Er gehört zu den »ganz großen« Vereinen der Stadt und hat sich seit weit über 100 Jahren durch die Förderung der literarischen Fastnacht, die Erhaltung des Brauchtum, aber auch durch ihre ständige Weiterentwicklung einen Namen gemacht. Er entstand im Dezember 1898 durch die Zusammenlegung zweier Traditionsstammtische, dem »Birnbaumclub«, der seinen Sitz im gleichnamigen Brauhaus hatte und den »humoristischen Derke (Türken)« die im Schöfferhof tagten. Es war die Zeit, als der Eintrittspreis »einschließlich Kapp und Liederheft« 25 Pfennige betrug, das Glas Bier 12 Pfennige kostete und ein Rippchen mit Kraut noch für 30 Pfennige zu haben war.

An der Spitze des Vereins stand 45 Jahre lang der unvergessene Jakob Wucher, dem im Amt des Präsidenten sein Sohn Werner, Bernd Mühl und schließlich der heute noch amtierende Horst Seitz folgten.

Aus einer Initiative des MCC entstand in den Fünfziger Jahren die Mainzer Fernsehfastnacht durch die Vereinsfiguren wie das Putzfrauenduo Babbisch und Struwwelich, der »Schulbub« und allen voran der »Till« nationale Bekanntheit erreichten - immer unter dem nach wie vor gültigen Motto:

»Allen Wohl und niemand weh,
Fassenacht beim MCC.«

Das Fest

Das aktuelle Brunnenfest ist ein Beleg dafür, dass dem Verein auch außerhalb der »Fünften Jahreszeit« das Wohl seiner Stadt am Herzen liegt. Gemeinsam mit seinen Sponsoren veranstaltet der MCC am Samstag, dem 24. August ab 11.00 Uhr sein alljährliches Sommerfest im Herzen der Altstadt auf dem Leichhof und lädt Mitglieder, Freunde und die Mainzer Bevölkerung sowie die Gäste der Stadt dazu ein mitzufeiern und damit aktiv zum Sprudeln des dortigen Brunnens beizutragen.

Zu den zahlreichen Aktiven und befreundeten Künstlern und Interpreten, die ihre aktive Teilnahme bereits zugesagt haben zählen unter anderem Hilde Bachmann, Friedrich Hofmann und Thomas Klumb, Oliver Mager, Jürgen Wiesmann, der Tenor Herbert Wüscher, die aus Schülerinnen und Schülern der Maria Ward Schule und des Willigis-Gymnasiums zusammengesetzte Pop- und Folklore Gruppe (PFG), der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Eimsheim und die Jazztanzgruppen TMS (Bretzenheim) und des TV 08 Dienheim.

Ein Höhepunkt wird die sogenannte Brunnentombola sein für die zahlreiche attraktive Preise gespendet wurden. Als Hauptpreis verlost der MCC auf seiner Bühne zwei Karten für die Fernsehsitzung Mainz bleibt Mainz wie es singt und lacht.

| MDL

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Liebe Leserinnen und Leser,

der Mainzer Carneval Club hat uns für das Preisrätsel in unserer aktuellen Ausgabe dankenswerterweise 5x2 Karten für seine Prunkfremdensitzung am 22. Februar 2014 in der Rheingoldhalle zur Verfügung gestellt. Wenn Sie diesen Beitrag aufmerksam gelesen haben sollte Ihnen die Beantwortung der drei Fragen nicht allzu schwer fallen.

  1. Aus welchem Land stammt der Dragoner, der auf dem Leichhofbrunnen dargestellt ist?
  2. Wie nannte man den Übergang, der früher Dom und Johanniskirche miteinander verbunden hat?
  3. Wie hieß der Karnevalist, der 45 Jahre lang Präsident des MCC war?

Bitte senden Sie uns die Antworten unter dem Stichwort MCC-Brunnenfest zu,
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per Post an Typo Druck GmbH, 117er Ehrenhof, 55118 Mainz