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Altersgerechtes Wohnen

Projekte für altersgerechtes Wohnen

Mit zunehmendem Alter ändern sich die Bedürfnisse und Anforderungen an die Lebensumstände. Anpassungen im Wohnraum und in dessen Umfeld werden nötig. Es entstehen immer mehr selbst initiierte Projekte von und mit älteren Menschen, die ihre eigenen Vorstellungen umsetzen wollen.

Spatenstich
An den Spaten für das Wohnprojekt: Sozialdezer­nent Kurt Merkator, die VIS-a-VIS-Vereinsvorsit­zenden Ulrike Orth und Karin Stock, die Ortsvor­steherin von Hartenberg-Münchfeld, Karin Traut­wein - umrahmt von den Wohnbau-Geschäfts­führern Franz Ringhoffer und Thomas Will (v.li.)

Die VIS-a-VIS Wohnalternative im Martin-Luther-King-Park ist eines dieser Projekte. Seit seiner Gründung 2011 entwickelte der gemeinnützige Verein, dessen 24 Mitglieder zwischen 51 und 73 Jahre alt sind, das Wohnkonzept für Gleichgesinnte gemäß dem Motto: »Aktiv und gemeinsam statt passiv und einsam.«

Der Start für den Neubau der Initiative in der John-F.-Kennedy-Straße, den die Wohnbau Mainz durchführen wird, erfolgte mit einem symbolischen Spatenstich am 28. Mai. VIS-a-VIS-Vereinsvorsitzende Karin Stock ist zufrieden mit der Planung des Bauvorhabens, dessen Investitionsvolumen sich auf ungefähr 5,7 Millionen Euro beläuft. »Durch die rundum erfreuliche Zusammenarbeit mit der Wohnbau konnte unser Projekt so zügig vorankommen. Hierfür sind wir sehr dankbar. Wir hoffen, mehr Menschen für unsere Idee begeistern zu können.«

Auch die Wohnbau-Geschäftsführer Thomas Will und Franz Ringhoffer betonen: »Wir möchten älteren Menschen mehr Lebens- und Wohnqualität bieten. Dass solche Wohngemeinschaften und -projekte kein Selbstläufer sind, wissen wir, sie müssen gelebt werden. Und wir denken, mit unseren Partnern vom Verein haben wir nach einjähriger Zusammen­arbeit eine gute Grundlage gefunden, um das Projekt erfolgreich an den Start zu bringen.«

Bis Ende 2014 soll das viergeschossige Gebäude mit 33 schwellenlosen Mietwohnungen für ungefähr 50 Personen fertig gestellt sein. Auf über 2 500 Quadratmetern entstehen Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen mit bodengleichen Duschen, überdachten Balkonen sowie im Erdgeschoss Terrassen mit Gartenzugang. Als gemeinsames Wohnzimmer für alltägliche Treffen und Veranstaltungen dient eine Zwei-Zimmer-Wohnung, außerdem stehen im Keller Räume für das Waschen, Trocknen, Werken und zum Abstellen der Fahrräder zur Verfügung.

Selbstbestimmt leben

Einen ähnlichen Gedanken wie den von VIS-a-VIS verfolgt CONVIVIUM e.V. Verein für neue Wohnformen im Alter mit seinem Konzept. Hierbei geht es um eine Hausgemeinschaft mit circa 15 bis 20 möglichst barrierefreien Wohnungen für Paare und Singles sowie Gemeinschaftsräumen für unterschiedliche Aktivitäten.

»Wir möchten so lange wie möglich selbstbestimmt leben, unsere Lebensqualität bis ins Alter erhalten und einander dabei unterstützen. Gegenseitige Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, Geben und Nehmen, miteinander füreinander da zu sein, sind unser Wunsch und Ziel«, so ein Auszug aus dem Leitgedanken des Vereins. Auch für Unternehmungen in der Freizeit besteht der Wunsch, wobei »Nähe und Distanz sorgfältig beachtet werden«.

Nach langer Suche haben die 52 Mitglieder im Alter zwischen Ende 40 und Anfang 70 nun zwei geeignete Grundstücke in Hechtsheim für den Bau ihres Hauses gefunden. »Wir versuchen die Eigentümer zu überzeugen, uns diese Liegenschaften zu verkaufen, um dort im Sinne einer lockeren und nicht hoch verdichteten Weise unsere Wohnanlage zu errichten«, erklärt CONVIVIUM-Vorsitzender Gregor Schulte. »Wenn unser Projekt realisiert werden würde und wir dort einziehen, könnten wir einige unserer fast leer stehenden Einfamilienhäuser für Familien mit Kindern frei machen, die diese dringender bräuchten.« Und damit würde sich der Kreis wieder schließen.

| KH

www.vis-a-vis-in-mainz.de
www.convivium-mainz.de