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VERNETZTE WELT IM STUDIUM

Medien sind ein integraler Bestandteil der Globalisierung. Im Masterstudiengang Kulturgeographie geht es um ihre Bedeutung für die Individuen. Der Studien­gang beinhaltet Exkursionen ins Ausland, Tourismus, Entwicklungshilfe und Medienbranche bieten Berufschancen.

Kulturgeo
»Die berufliche Perspektive tut sich im Studium auf, indem man sich auf ein Thema spezialisiert«, sagt Student Malte Böhm.

Die meisten Orte auf der Welt kennt man nur durch ihre Darstellung in den Medien. Das Leben in New York kennt man aus Hollywood-Filmen, das Leid von Straßenkindern in Kolumbien aus Dokumentationen. Die mediale Kraft von Twitter, Facebook und YouTube ist seit dem Arabischen Frühling ins globale Bewusstsein gelangt. Wo die offiziellen Medien zensiert wurden, griffen die Demonstranten zum Smartphone und schickten damit die Bilder um die ganze Welt.

»Wir leben in einer digitalisierten Welt, in der Nutzung sozialer Medien kulturelle Auswirkungen hat, lokal und global«, fasst es der Leiter des Studiengangs Kulturgeographie, Prof. Anton Escher, zusammen. Medien sind also ein integraler Bestandteil der Globalisierung. Welche Bedeutung sie für einzelne Menschen und welche Macht sie haben, wie sie genutzt werden, darum geht es in dem seit dem Wintersemester 2010/2011 an der Uni Mainz angebotenen Masterstudiengang.

Praktisches Arbeiten

Zulassungsvoraussetzung für den Master ist ein Bachelorabschluss in Geographie, Geistes- oder Sozialwissenschaften. »Im ersten Semester wird fast nur Faktenwissen aufgearbeitet«, berichtet Malte Böhm, Student im 4. Semester. Grundlagen über Klimawandel, Migration, Kultur und Geopolitik stehen auf dem Plan. Dann geht es ans praktische Arbeiten. Dokumentarische Filme planen, drehen und schneiden, Interviews führen, Daten erheben und auswerten - immer an einem konkreten Beispiel. Malte Böhm verbrachte zwei Wochen in einem kleinen Dorf im Libanon, beobachtete und befragte Familien mit Angehörigen im Ausland über deren Mediennutzung. Der Alltag dort, hat er beobachtet, ist fest in der Hand von digitalen Medien. »Viele von ihnen skypen mindestens einmal am Tag. Mehrmals am Tag werden Fotos übers Handy versendet.«

»Unser Studiengang ist noch relativ neu, deshalb experimentieren wir noch ein bisschen beim Aufbau«, erklärt Anton Escher. Mittelfristig plane man, ihn komplett auf Englisch anzubieten. Schon jetzt kooperieren die Mainzer mit amerikanischen Kollegen, die regelmäßig Gastseminare halten. Forschungsexkursionen führen die Studierenden immer wieder ins Ausland, vor allem in den arabischen Raum, dem Forschungsschwerpunkt von Anton Escher. Die Exkursion in den Libanon geschah in Zusammenarbeit mit einem libanesischen Gastdozenten.

Forschung vor Ort

Jeder Studierende macht dazu im Rahmen einer Projektstudie eine Reise zu einem Ziel seiner Wahl - sei es, um die Darstellung einer amerikanischen Großstadt im Film mit der Realität zu vergleichen oder den Tourismus in Myanmar oder Kambodscha vor Ort zu erforschen. Berufschancen sieht der Professor für seine Absolventen in der Medienbranche, im Tourismus, aber auch in der Entwicklungshilfe. Malte Böhm hat sich im Studium auf die Funktion von sozialen Netzwerken konzentriert - auch, weil er sich dadurch gute Jobchancen verspricht. »Kaum ein Unternehmen verzichtet heute auf Social Media als Kommunikationsweg.« Praktische Erfahrung sammelt er dafür schon jetzt bei seinem Nebenjob in einer Werbeagentur.

Studienmanagerin Kim Krames
k.krames@geo.uni-mainz.de
Tel. 06131 3926600
www.geo.uni-mainz.de

| Alice Gundlach