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Wirtschaft

WANN LOHNT SICH EINE HAUSRATVERSICHERUNG?

Doris S. erlebt eine böse Überraschung als sie nach Hause kommt: Im Wohn­zimmer steht knöchelhoch das Wasser, Möbel und Teppiche sind völlig auf­ge­weicht. Ein Heizungsrohrbruch ist die Ursache. Doch wer kommt für den Schaden auf?

Wasserschaden

In diesen Fällen greift, wer sie denn abgeschlossen hat, die Hausratversicherung. Sie übernimmt alle Schäden an Gegenständen im Haushalt bei Feuer und Blitz, Leitungswasserschäden, Einbruchdiebstahl, Vandalismus nach Einbruchdiebstahl, Explosion oder Sturm und Hagel. Allerdings nur bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme. Ob eine Hausratversicherung notwendig ist, hängt vom Wert des Besitzes ab: Je wertvoller die Einrichtung, desto wichtiger ist der Versicherungsschutz.

Der Hausrat umfasst sämtliche Gegenstände, die im Haushalt gebraucht werden oder der Einrichtung dienen. Dazu gehören etwa Möbel, Teppiche, Bekleidung, Haushaltsgeräte, Bücher oder Arbeitsgeräte, sogar Campingausrüstungen, Sportgeräte oder Satellitenschüsseln. Auch Bargeld und Wertpapiere fallen in die Hausratversicherung.

Doch hier gibt es Bedingungen. Denn grundsätzlich ist die Entschädigung für diese Wertsachen meist auf 20 Prozent der Versicherungssumme begrenzt, sofern nicht höhere Grenzen gelten - die vereinbart werden können. Wird etwa Geld nicht im Tresor aufbewahrt, ist eine Entschädigung in der Regel auf 1.000 Euro beschränkt. Das Limit für Sparbücher, Urkunden oder sonstige Wertpapiere liegt meist bei 2.500 Euro.

Um die nötige Versicherungssumme zu ermitteln, ist es notwendig, den Wert des eigenen Hausrats zu schätzen. Dies kann jeder selbst errechnen, oder aber die Versicherungsgesellschaft wendet eine Pauschalmethode an. So kann sie etwa die derzeit üblichen 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche als durchschnittlichen Wert ansetzen. Bei 80 Quadratmetern bedeutet dies eine Versicherungssumme von 52.000 Euro. Bis zu dieser Höhe wird der Schaden ersetzt. »Besser ist es, wenn es sich um normalen Hausrat handelt nach der Quadratmeterzahl der Wohnfläche zu versichern«, rät Julika Unger, Versicherungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Vorsicht: Wenn die Wohnung zwar klein, aber mit sehr vielen hochwertigen Gegenständen eingerichtet ist, kann die Pauschalmethode zu einem falschen Bild führen.

Sofort handeln

Für alle Verträge gilt übrigens seit 1. Januar 2008 das Versicherungsvertragsgesetz (VVG). »Danach zahlt die Gesellschaft sogar eine gewisse Entschädigung bei grober Fahrlässigkeit«, erklärt Juristin Julika Unger. Diese kann zum Beispiel vorliegen, wenn eine Person mit Zigarette im Bett einschläft und dadurch die Wohnung in Brand setzt. Die Höhe der Entschädigung richtet sich jedoch nach der Schwere des Verstoßes, den der Versicherungsnehmer zu vertreten hat.

TIPP: Ein Schadensfall muss der Versicherungsgesellschaft sofort schriftlich gemeldet werden. Auf keinen Fall sollten beschädigte Sachen vernichtet werden, bevor der Schadenersatz beglichen ist!

  • Anzeige: Bei Einbruch oder Vandalismus muss zusätzlich eine Anzeige bei der Polizei erstattet werden.
  • Sparbücher und Wertpapiere: Sparbücher und Urkunden sofort sperren lassen! Für gestohlene Wertpapiere müssen Sie bei der Bank ein Aufgebotsverfahren einleiten, bei dem sie kraftlos erklärt werden.
  • Streitfall: Wenn es um Ansprüche geht, kann es auch mit dem Versicherer zum Streit kommen. Scheitern die Verhandlungen, können beide Parteien jeweils einen Sachverständigen einsetzten, der die Höhe des Schadens prüft. Bei strittigen Ergebnissen der Gutachten entscheidet ein Obmann.
  • www.verbraucherzentrale-rlp.de/Versicherung

    | Kerstin Halm