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IM GESUNDHEITSBERUF WEITERKOMMEN

Für Fatma Basyigit stand schon früh fest, dass sie in einem Gesundheitsberuf arbeiten will. Die 26-Jährige studiert Gesundheit und Pflege an der Katholischen Hochschule in Mainz. Gleichzeitig wird sie in Hanau als Krankenschwester ausgebildet.

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Birgül Çatalkaya, Fatma Basyigit und Imane Henni-Rached (v.l.) studieren Gesundheit und Pflege an der Katholi­schen Hochschule Mainz. Ihre Ausbildung als Krankenschwestern und Altenpflegerin haben sie schon in der Tasche

»In meiner Familie sind alle Frauen in der Pflege tätig«, erzählt Fatma Basyigit. Nach dem Abitur und einem Auslandsaufenthalt bewarb sie sich im Klinikum Hanau um eine Ausbildungsstelle als Krankenschwester. Schon im Vorstellungsgespräch habe man ihr das integrierte Studium empfohlen.

Die Hanauer Klinik ist eines von 30 Krankenhäusern und anderen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, dessen Schwesternschulen mit dem Fachbereich der Mainzer Hochschule kooperieren. Seit 2008 wird der Studiengang Gesundheit und Pflege als ausbildungsbegleitender Bachelor mit der Möglichkeit für einen weiterführenden Master angeboten. Davor war er Diplomstudiengang. »Aus den Kooperationsschulen hören wir, dass sich seitdem die Qualität der Bewerberinnen und Bewerber für die Ausbildung merklich erhöht hat«, sagt die Leiterin des Fachbereichs, Renate Stemmer. Der übliche Weg zum Studium führt auch über die Kooperationspartner. Sie schlagen den Auszubildenden, die sie für geeignet halten, meist das Studium vor. Damit sie einen Eindruck von potentiellen Kandidaten gewinnen können, beginnt das Studium auch nur zum Sommersemester, also ein halbes Jahr nach dem regulären Ausbildungsbeginn.

Fatma Basyigit ist mittlerweile im fünften Semester, die Ausbildung ist erfolgreich abgeschlossen, und in einem halben Jahr wird sie den Bachelor in der Tasche haben. Während sie den Fachunterricht an der Schwesternschule besuchte, büffelte sie im Studium Ethik, Psychologie, Wirtschaft, Didaktik und lernte wissenschaftliches Arbeiten. Der Abschluss qualifiziert sie für Leitungsaufgaben der mittleren Führungsebene. »Nach dem Studium bleibt die Nähe zum Patienten, aber der Entscheidungsbereich wird größer«, sagt Renate Stemmer.

Aber auch Quereinsteiger haben die Chance, nach der Berufsausbildung weiter zu kommen. Wer in Rheinland-Pfalz eine dreijährige Ausbildung in der Kranken- oder Altenpflege, Logopädie, Physiotherapie oder als Hebamme absolviert hat, kann sich um einen Studienplatz bewerben. Bewerber aus anderen Bundesländern müssen zusätzlich mindestens drei Jahre Berufserfahrung haben und ihre Ausbildung mindestens mit der Note 2,5 abgeschlossen haben. Pro Jahr nimmt der Fachbereich 140 Bachelorstudierende auf.

Wer nach dem ersten Abschluss den Master draufsetzen will, spezialisiert sich entweder auf dem Gebiet Pflegepädagogik, Pflegemanagement oder, ab dem kommenden Sommersemester, klinische Expertise. Bei Letzterem geht es um die Erstellung von Studien und Konzepten zur Verbesserung der Pflegesituation. Fatma Basiygit strebt den Master in Pädagogik an. »Ich möchte neben der praktischen Arbeit als Fachlehrerin in der Schwesternschule arbeiten«, erklärt sie. »Dafür ist der Master genau der richtige Abschluss«, weiß Renate Stemmer. Fatmas Kommilitonin Imane Henni-Rached hat gerade die Ausbildung zur Altenpflegerin abgeschlossen. Sie will nach dem Bachelor den Master Pflegemanagement absolvieren. Ihr nächstes Praktikum ist bei einer Krankenkasse, die sie speziell für ein Projekt angeheuert hat. »Wenn da dann später eine Anstellung dabei herauskommt, wäre das schön«, sagt sie. Bezug zur Praxis sollte der Job aber schon auch weiterhin haben, findet sie: »Ich habe ja mit Absicht nicht Bürokauffrau gelernt.«

| Alice Gundlach

www.kfh-mainz.de