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Gesellschaft

DAS LERNEN LERNEN

Die natürliche Freude der Kinder am Lernen zu erhalten und zu fördern hat sich die PbG - Private bilinguale Ganztagsschule in Wiesbaden zum Ziel gesetzt. Deshalb macht Brigitte Göbel an ihrer Schule einiges anders als die staatlichen Schulen.

Schule

Der Mainzer: Frau Göbel, Sie haben 30 Jahre als Lehrerin gearbeitet und sich nach Ihrer Pensionierung entschlossen, eine eigene Schule zu gründen. Warum?

Göbel: Weil ich in diesen 30 Jahren erlebt habe, was alles verbessert werden könnte. Das ist im staatlichen Schulsystem aber nicht einfach und schon gar nicht schnell zu machen. Meckerer und Besserwisser gibt es ja viele. Ich will zeigen, wie es besser funktionieren kann und gehe deshalb mit der PbG mit gutem Beispiel voran.

Was unterscheidet die PbG von anderen Schulen?

Göbel: Wir unterscheiden uns vor allem in drei Aspekten von anderen Grundschulen: in der intensiven Betreuung unserer Kinder, im bilingualen Unterricht mit Englisch und in unserem pädagogischen Konzept, in dem unter anderem längeres gemeinsames Lernen, Altersmischung und offene Unterrichtsformen eine Rolle spielen.

Wie sieht die intensive Betreuung konkret aus?

Göbel: Wir sind eine Ganztagsschule, an der die Kinder von 7.45 Uhr bis 17 Uhr betreut werden. Damit leisten wir einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für unsere Eltern. Dann haben wir ein Betreuungsverhältnis von 1:9. Bei uns unterrichten je zwei Pädagogen eine Klasse mit maximal 18 Kindern. Dazu beschäftigen wir eine Förderlehrkraft. So können wir intensiv auf jedes einzelne Kind eingehen und es gezielt fördern und fordern.

Brigitte Göbel
Brigitte Göbel
Englischunterricht gibt es ja an den staatlichen Grundschulen inzwischen auch. Wo liegt der Unterschied?

Göbel: Wir sind eine zweisprachige Schule, in der Englisch von Anfang an vermittelt wird. Dazu nutzen wir das sogenannte Immersionsverfahren. Das ist als würden die Kinder zweisprachig aufwachsen. Einer der beiden Pädagogen spricht mit ihnen Deutsch und der andere Englisch. Dadurch ist Englisch stets gegenwärtig, wird nicht als Fremdsprache wahrgenommen. Die Kinder eignen es sich im Alltag an.

Gemeinsames Lernen, Altersmischung und offener Unterricht sind pädagogische Ansätze, die für Zündstoff in der Bildungsdiskussion sorgen. Welche Erfahrungen haben Sie damit?

Lernen Göbel: Wir machen sehr gute Erfahrungen damit. Unsere Kinder lernen das Lernen. Wie finde ich Informationen, bereite sie auf und präsentiere sie anderen? Offene Unterrichtsformen fördern das. Sie erleichtern auch die Einbindung außerschulischer Lernorte und Experten und rücken so die Schule näher an die Gesellschaft. Gemeinsames Lernen und Altersmischung fördern soziale Kompetenzen wie Verantwortungsbewusstsein, Team-, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit. Wir vermitteln Wissen, Fertigkeiten und Methoden, die wichtig sind, um sich in unserer komplexen Gesellschaft zurecht zu finden.

Der Besuch einer Privatschule kostet Geld. Das kann sich nicht jeder leisten.

Göbel: Unser Konzept verursacht entsprechende Kosten, das stimmt. Wir verdienen daran aber nichts. Als gemeinnütziges Unternehmen ist die PbG verpflichtet, alle Gewinne in die Schule zu reinvestieren. Darüber hinaus vergeben wir Stipendien, um möglichst vielen Kindern jeder Herkunft und sozialen Schicht den Besuch der PbG zu ermöglichen.

Tel. 0611 - 3410 - 691
info@pbg-wiesbaden.de
www.pbg-wiesbaden.de