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CAMPUS

BILDER DIE BEWEGEN

Moritz Waidelich entdeckte bei einem Jahrespraktikum in einer Werbeagentur Animationsfilme für sich. Der 24-Jährige brachte sich die Grundlagen selbst bei und studiert an der FH Mainz Mediendesign/Zeitbasierte Medien.

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Moritz Waidelich studiert an der FH Mainz Mediendesign / Zeitbasierte Medien

Büroartikel wie Locher, Tacker und Hefte erweckte Waidelich mit einem Animationsprogramm zum Leben und ließ sie ein kleines Abenteuer erleben. Ein halbes Jahr Arbeit steckte er in den Vier-Minuten-Film. Das zahlte sich aus: Mit seinem Erstlingswerk in der Bewerbungsmappe wurde er für den Studiengang Mediendesign/Zeitbasierte Medien an der FH Mainz aufgenommen.

Animation ist nur einer der Bereiche des Studiengangs. Es geht darum, Filmkonzepte zu entwerfen, Storyboards zu skribbeln und anschließend den Film selbst zu realisieren. »Jeder Studierende lernt während des Bachelorstudiums die Grundlagen für alle Bereiche, spezialisiert sich dann aber meistens gemäß seiner besonderen Stärke«, erklärt Prof. Anja Stöffler, die Leiterin der Lehreinheit. So entdecke der eine etwa seine besondere Begabung für Kameraführung, der andere für Tonmischung. »Im Mittelpunkt steht aber das konzeptionelle Arbeiten, denn das macht die akademische Leistung des Studiums aus.«

Den Theorieteil lernen die Studierenden teilweise gemeinsam mit den Filmwissenschaftlern der Uni, die wie der FH-Studiengang im Medienhaus in der Wallstraße angesiedelt ist. Dafür dürfen die Filmwissenschaftler sich an Praxisprojekten der Zeitbasierten Medien beteiligen. »Der Masterstudiengang bietet dann die Möglichkeit, sich auf ein großes Projekt zu konzentrieren, erklärt Anja Stöffler.

Zusammenarbeit mit dem ZDF

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Prof. Anja Stoeffler lehrt an der FH Mainz Mediendesign / Zeitbasierte Medien

Studentische Arbeiten werden regelmäßig öffentlich gezeigt, zuletzt in großem Umfang im Rahmen der Filmausstellung »Moving Types«, die 2012 im Gutenbergmuseum zu sehen war und seitdem auf Wanderschaft ist. Die Ausstellung basiert auf zehn Jahren Forschungsarbeit zu bewegter Typografie.

Für die Projekte arbeiten die Studierenden oft mit Medienunternehmen zusammen. Regelmäßig gibt es zum Beispiel Kooperationen mit dem ZDF. Einen Beitrag der FH-Studierenden kann man jeden Abend in der Kindernachrichtensendung »logo!« im Kika sehen: Erklärstücke werden mit kleinen Männchen animiert, die die Firma eines FH-Absolventen entworfen hatte. Studierende testeten dann das Format auf seine Umsetzbarkeit. Derzeit arbeiten Studierende an Musikvideos für die Kindersendung »Siebenstein«, die in diesem Jahr innerhalb der Sendung ausgestrahlt werden.

Absolvent in Oscar-prämiertem Team

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Musikvideo »I'll Kill Her« Jörg Barton (2009)(Foto: FH Mainz)

Im vergangenen Jahr kam ein Absolvent der Lehreinheit sogar zu der wichtigsten Filmauszeichnung überhaupt: Christoph Zollinger arbeitete 2012 im Team der Agentur Pixomondo, das den Oscar für die besten visuellen Effekte für den Film »Hugo Cabret« bekam.

Ein weiterer Inhalt des Studiums ist das Producing, wo es auch darum geht, die Kosten für Projekte zu kalkulieren. »Wir sind sehr interessiert daran, dass Absolventen eigene Firmen gründen«, erklärt Prof. Stöffler.

Auch Moritz Waidelich will sich später mit einer Agentur für 2- und 3D-Animationen selbstständig machen. Potentielle Auftraggeber sieht er vor allem in der Werbung: »Man sieht ja kaum noch Werbespots, die nicht mit Animation bearbeitet sind.«

| Alice Gundlach

www.fh-mainz.de/gestaltung/mediendesign/index.html

Filmprojekte von Studierenden:
sehfeld.fh-mainz.de