Der Mainzer - Die Stadtillustrierte

Werbung

MAINZER MUSEEN

STILECHT: SAKRALE KUNSTWERKE

Die Mainzer Museumslandschaft ist außergewöhnlich vielseitig, DER MAINZER beleuchtet sie nach und nach. Im Dom- und Diözesanmuseum erfahren die Besucher, was Hatto I. mit Mainz zu tun hat und warum der »Domsgickel« eine Erfrischungskur braucht.

Dommuseum
Blick in das Kreuzgang-Obergeschoss des Dommuseums. (Foto: BDDM)

Sich die Stadt Mainz ohne »ihren« Dom vorzustellen, ist schier unmöglich. Im Mittelalter war dieser Dom Zentrum des größten und bedeutendsten Bistums nördlich der Alpen.

Ganz nah bei dieser Kirche, über den idyllischen Kreuzgang zu erreichen, wird die über tausendjährige Geschichte des Doms in einzigartigen Exponaten greifbar: Im Dommuseum. Es ist das zweitgrößte Museum dieser Art in Deutschland. Im gotischen Kreuzgang, den ehemaligen Kapitelsälen und den hochmittelalterlichen Gewölbehallen zeigt das Dommuseum religiöse Kunst aus nahezu zwei Jahrtausenden, die einst zur Ausstattung des Mainzer Domes oder der Kirchen des Bistums gehörten.

Hatto I: Intrigant? Betrüger? Mörder?

Mainzer Domsgickel
Wird herausgeputzt: der Mainzer Domsgickel (Foto: Ralf Rainer Steffens BDDM)

Die lebendig bewegten Reliefs und der berühmte »Kopf mit der Binde« des sog. Naumburger Meisters oder das über 1000 Jahre alte Messgewand des Dombauherrn Willigis aus goldfarbener, byzantinischer Seide, gehören zu den bekanntesten Exponaten. Führungen, Sonderausstellungen und ein umfangreiches Kinderprogramm entführen in vergangene Zeiten und bringen die Schätze des Dommuseums auch für heutige Besucherinnen und Besucher zum Sprechen.

Im Mai wird die Sonderausstellung »Erzbischof Hatto I - Von der Reichenau in den Mäuseturm« eröffnet. Der ehemalige Erzbischof von Mainz (von 891 bis zu seinem Tod 913) hatte das Gesicht der damaligen Stadt mit geprägt. Zudem stand er in enger Verbindung zu König Arnulf von Kärnten und war politisch sehr einflussreich, auch in seiner Stellung als Abt des Klosters Reichenau. Der Sage nach wurde er als Strafe für seine Hartherzigkeit von den Mäusen in den Binger Mäuseturm gejagt (daher angeblich auch der Name des Gebäudes) und von ihnen bei lebendigem Leibe gefressen.

Außerdem widmet das Dom- und Diözesanmuseum dem »Mainzer Gickel« eine eigene Ausstellung: Der Mainzer Wetterhahn und seine Geheimnisse.

Ausflug in die Niederungen der Stadt

Der Gickel ist in seinen 240 Jahren nur viermal vom Westturm herabgeflogen, um restauriert zu werden. Eine Neurestauration bietet sich jetzt wieder an: Die Turmspitze des Domes wird ausgetauscht, der Hahn muss seinen Stammplatz verlassen, eine gute Gelegenheit, ihn neu zu vergolden. Da der Vergolder im Dommuseum seine Werkstatt einrichtet, können die Besucher live dabei sein. Außerdem werden hier erstmals (!) die »Innereien«, also Dokumente und Bilder von den letzten Restaurierungen, gezeigt, die dem knapp einen Meter hohen Vogel in einer Bleischatulle beigefügt sind - auch wenn er wieder in 75 Metern Höhe über der Stadt schwebt.

| SoS

www.dommuseum-mainz.de