Der Mainzer - Die Stadtillustrierte


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MAINZER MUSEEN

MAINZER MUSEEN LASST DIE SCHIFFE SPRECHEN

Die Mainzer Museumslandschaft ist außergewöhnlich vielseitig. DER MAINZER stellt nach und nach die Museen vor, beginnend mit der Außenstelle des RGZM, dem Museum für Antike Schiffahrt.

Schifffahrtsmuseum
Blick auf das »Schifffahrtsmuseum«
Fotos: RGZM

»Es ist eines des spannendsten und der schönsten Museen - etwas ganz besonderes und: es kostet noch immer keinen Eintritt!« Dominik Kimmel, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, kann mit seiner Begeisterung für dieses außergewöhnliche Museum anstecken.

Tatsächlich bietet der Gebäudekomplex nahe des Bahnhofs »Römisches Theater«, in dem früher die Mainzer Markthalle untergebracht war, ein besonderes Konzept: Die original-archäologischen Funde werden nicht einfach nur ausgestellt, sondern im Kontext ihrer Entstehung und Nutzung gezeigt. So lässt sich manches über das Leben in diesen Zeiten erfahren.

Die fünf römischen Militärschiffe aus dem späten 3./4. Jahrhundert n.Chr. wurden in den 1980er Jahren bei Erdarbeiten für den Erweiterungsbau des Mainzer Hilton Hotels gefunden. Zwei der Schiffe sind original und maßstabsgetreu nachgebaut und so optimales Anschauungsmaterial für das Flottenwesen der römischen Kaiserzeit. Zu erfahren ist, wie der Rhein in der Spätantike gesichert, wie die römische Flotte organisiert wurde.

Seit der Ende 2011 vorerst beendeten Neugestaltung des Museums ist auf der Galerie die Geschichte des antiken Schiffbaus nachvollziehbar und ein begehbarer Themenwürfel beinhaltet multimediale Informationen zur Lebenswelt der Spätantike am Oberrhein.

Römisches Schiff
Der 1:1-Nachbau eines römischen Mannschaftsbootes der spätrömischen Grenzsicherungseinheiten

Der »Blick hinter die Kulissen« ...

... ist hier wörtlich zu verstehen. Durch Fenster können die Besucher direkt in die Werkstätten schauen und erfahren, wie solche Nachbildungen entstehen, wie sie konserviert, haltbar gemacht werden.

Die Dauerausstellung ist kostenlos zugänglich - eine weitere Rarität in der Museumslandschaft, geeignet auch für spontane Kurzbesuche: Ein »römisches Mühle-Spielchen« in der Mittagspause oder den Erfahrungsberichten römischen Seeleute an einer der Audiostationen zuhören - gesprochen von hiesigen Schauspielern.

Von Kindern für Kinder

Schifffahrtsmuseum
Galerie, die einen chronologischen Überblick der Geschichte des Schiffs­baus vermittelt

Seit der Wiedereröffnung Ende 2011 ist der Aktionsbereich für Kinder neu gestaltet: Sie werden an Audiostationen über bestimmte Ausstellungsstücke informiert. Wobei die Texte, gesprochen von Kindern, Ergebnis einer Schulkooperation sind. In besonderen Schubladen finden sie außerdem Objekte - die einen eigenen Einstieg in die Welt der antiken Schifffahrt ermöglichen.

Dazu passt auch das Angebot der Familiensonntage: Gemeinsam eingeladen, erleben Erwachsene und Kinder in spezifischen Führungen die Welt der antiken Schifffahrt.

Übrigens: Es bleibt bei der Schreibweise »Schiffahrt« im Museumsname! Es handelt sich um einen Eigennamen!

Römische Schiffe und "Die demographische Chance«

Schifffahrtsmuseum

Dass ab April die Sonderausstellung »Zukunft leben: Die demographische Chance« ausgerechnet im Museum für Antike Schiffahrt gezeigt wird, ist auf die Zusammenarbeit mit der Leibniz-Gesellschaft zurückzuführen. Die Ausstellung tourt durch ganz Deutschland und unterstreicht den Anspruch, Museen als Plattform für gesamtgesellschaftliche Forschungsthemen zu nutzen. Auch wenn das jeweilige Museum keinen demographischen Schwerpunkt besitzt. Hier also: Demographie trifft Schiffe!

Museen und Kunsthalle: Auswahl aus dem Programm

Dom- und Diözesanmuseum - »In Beziehung sein: Kunst und Spiritualität.« In Kooperation mit der katholischen City-Seelsorge. Vera Plondke und Pfarrer Michael Baunacke werfen einen besonderen Blick auf Kunstwerke. Thema der Reihe sind die unterschiedlichen Beziehungsformen, die es in den Kunstwerken zu entdecken gibt; auch die eigene Erfahrung des »In Beziehung(en) Sein« spielt hier eine Rolle. Termine: www.wordpress.dommuseum-mainz.de

Gutenberg-Museum - Noch bis 5. Mai: Museum trifft Theater - Theater trifft Museum. Theater im Kleinformat: mehr als 300 beispielhafte Exlibris aus aller Welt, in denen sich Buch- und Theaterleidenschaft verbinden, sind zu sehen. Die künstlerisch gestalteten Namenszettel verraten oft viel über die Lebensumstände der Eignerinnen und Eigner. www.gutenberg-museum.de

Landesmuseum - Noch bis 21. April: Gustl Stein. Arbeiten auf Papier. Stillleben, Landschaften, Akte, gegenstandsfreie Arbeiten und Entwürfen für Glasfenster zeigen die thematische Vielfalt des Werkes dieses Mainzer Künstlers und seine stilistische Vielfalt. Unter den Besuchern der Ausstellung wird eine Grafik von Gustl Stein verlost! www.landesmuseum-mainz.de

Naturhistorisches Museum - Vorlesestunde »Spinnen« für Kinder - und die Eltern können im Museumscafé brunchen (Termine: www.mainz.de/nhm/veranstaltungen - in der pdf-Datei Veranstaltungen Januar bis Juni)

Museum für Antike Schiffahrt/RGZM - 19. April bis 2. Juni: Sonderausstellung: Zukunft leben: Die demographische Chance. www.rgzm.de

Mainzer Kunsthalle: David Claerbout - Die Kunsthalle Mainz zeigt eine Einzelschau des belgischen Künstlers. Vorgestellt werden ausgewählte Filme aus den letzten Jahren. Zugleich wird eine noch nie gezeigte Arbeit erstmals in Mainz dem Publikum präsentiert. www.kunsthalle-mainz.de

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