Der Mainzer - Die Stadtillustrierte


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FAHRRADSTELLPLÄTZE

FAHRRADSTELLPLÄTZE: ANGEBOT AUSBAUEN?

Mit dem Rad in der Stadt unterwegs? Eine prima Ergänzung zu anderen Verkehrsmitteln! Aber: Geeignete Stellplätze in der Innenstadt sind Mangelware. Umwelt- und Verkehrs­dezernentin Katrin Eder und der Radfahrbeauftragte Bernd Mayer-Zawar erklären, was sich ändern soll.

Fahrräder am Hauptbahnhof
Dass es Fahrradstellplätze gibt, erfah­ren die »Wildparker« auf dem Bahn­hofs­vorplatz demnächst durch entspre­chende Handzettel
Frau Eder, sehen Sie in punkto Fahrradstellplätze in Mainz Handlungsbedarf?

Eder: Im Innenstadtbereich gibt es nach wie vor zu wenige Stellplätze. Zwar ist das Angebot an Stellplätzen außerhalb der Innenstadt gut, aber es ist auch klar, dass man als Radfahrer nicht außerhalb parken möchte um dann in die Stadt zu laufen. Daher soll das Angebot in der Innenstadt sukzessive erhöht werden.

Gibt es konkrete Pläne?

Eder: Ja, die gibt es und die muss es auch geben. Sieht man sich die EU-Vorschriften zur Luftreinheit und Schadstoffbelastung in Städten an, dann ist klar, dass Mainz nicht so weiter machen kann wie bisher.

Es ist also im Interesse der Stadt das Fahrradfahren attraktiver zu machen und dazu zählt auch das Angebot an geeigneten Stellplätzen.

Wir haben daher für den kommenden Haushalt ein Budget von 20.000 € für neue Fahrradbügel beantragt. (Bei einem durchschnittlichen Preis von 150 € pro Bügel könnten somit ca. 130 neue Fahrradbügel finanziert werden, wenn der Haushalt genehmigt wird. Anm. d. Autorin)

Der Blick auf den Bahnhofsvorplatz erweckt den Eindruck, hier fehlt es auch an Abstellmöglichkeiten. Stimmt das?

Eder: Eigentlich gibt es am Bahnhof genug Fahrradstellplätze, allerdings werden diese nicht von allen Radfahrern genutzt. Wir möchten im Frühjahr daher noch einmal mit Hilfe von Handzetteln auf die bestehenden Fahrradplätze aufmerksam machen. Das Angebot »MVG Mein Rad« scheint gut angenommen zu werden, Verleihstationen sind in der gesamten Stadt installiert. Gingen durch das Aufstellen der Verleihstationen herkömmliche Fahrradstellplätze verloren?

Eder: Nein, auf keinen Fall. Es gab zwar Situationen in denen die Verleihstationen dort aufgestellt wurden, wo zuvor Bügelstationen standen, wie beispielsweise am Höfchen. Allerdings wurden die alten Bügelschlösser immer möglichst in der Nähe des alten Standortes wieder aufgestellt. Am Höfchen befinden sich die Fahrradstellplätze jetzt auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Fahrradstellplätze
Hier stehen Fahrräder trocken und kön­nen gut gesichert werden: eine der Stell­platzanlagen auf dem Bahn­hofs­gelände
Wenn kein freier Fahrradbügel zu finden ist, dürfen Räder dann an Laternen oder Schildern festgemacht werden?

Mayer-Zawar: Ja, das ist prinzipiell erlaubt. Allerdings dürfen die geparkten Räder andere Verkehrsteilnehmer nicht behindern. Es muss zum Beispiel ein Durchkommen für Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen gewährleistet sein.

An Schaufenstern findet sich öfter der Hinweis, dass das Abstellen von Rädern verboten sei. Muss man sich daran halten?

Mayer-Zawar: Rechtlich haben solche Schilder an Schaufenstern oder Laternen keine Grundlage, sie sind eher als Appell zu verstehen. Anders verhält es sich bei ähnlichen Schildern, die an Privatzäunen angebracht sind: Da es sich in einem solchen Fall um Privateigentum handelt, würde das Verbot greifen.

Was derjenige aber konkret in einem solchen Fall mit dem Fahrrad machen darf, ist eine andere Frage, denn das ist wiederum nicht explizit rechtlich geregelt.

Eine rechtliche Grauzone also. Ihre Empfehlung in einem solchen Fall?

Mayer-Zawar: Im Zweifel das Rad lieber woanders anschließen.

| Katrin Henrich