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MAINZER KOPF

»TALENT ERSETZT KEINEN SCHWEISS«

Baseball: Mainz hat eine Sportanlage und eine Academy, die Mainz-Athletics zählen zu den deutschen Baseball-Topadressen. Ist Baseball nicht langweilig? »Im Gegenteil«, sagt Benjamin Hieronimi, »das ist Konzentration auf den Punkt gebracht!«

Benjamin Hieronimi
Benjamin Hieronimi vom Baseball- und Softballclub Mainz Athletics 1988 e.V.

Seit 21 Jahren ist Benjamin Hieronimi bei den Mainz-Atlethics aktiv. Er ist breitschultrig und wirkt ein wenig bullig. Das sei aber keine Voraussetzung, um als Baseballer erfolgreich zu sein, stellt der 32-Jährige klar: »Dieses Spiel braucht unterschiedliche Fertigkeiten. Abhängig von der Position, auf der gespielt wird, ist mal besonders Schnelligkeit gefragt, mal ein kompakter Köperbau von Vorteil.« Baseball ist ein Zusammenspiel von Individualisten, in dem jeder seinen besonderen Talenten entsprechend zum Einsatz kommen kann. Training vorausgesetzt. Und zwar intensives, hartes Training.

1992 begann für Hieronimi die Baseballzeit, da war er zwölf Jahre alt, RaMa-Schüler und Tennisspieler. Als Gonsenheimer kannte er die A's, die dort damals schon ihren »Spielplatz« hatten.

Erfahrung ist gefragt

Durch Bekannte seiner Eltern nahm er Spiel und Verein in Augenschein - und blieb. Bis heute. Gespielt hat er fast alle Positionen, hauptsächlich aber First Base und Outfield.

Hieronimis beruflicher Werdegang begann beim Medizinstudium, führte über die Ausbildung zum Verkehrspiloten bis ins Produktmanagement bei einem Wiesbadener Bauchemiehersteller. Er fühlt sich als Mainzer. Durch und durch.

»Baseball hat den Ruf langweilig zu sein, von außen wirkt es, als würden wir nur rum stehen. Dabei kann jeden Moment etwas passieren - dann muss man in Sekundenbruchteilen richtig reagieren - eine ununterbrochene Konzentration. Das ist die Herausforderung!« Die aktive Baseball-Zeit ist für den ehemaligen Bundesliga- und Nationalspieler vorbei - obwohl er mit 32 Jahren dem Zenit seiner Leistungsfähigkeit erst entgegengeht. »Baseball hat viel mit Erfahrungen zu tun, es ist ein Spiel, das sich durch Wiederholungen definiert.« Gute Spie­ler schlagen 300 bis 400 Mal in der Woche auf den Ball. Hieronimi spielt mittlerweile Golf, ein ähnlich konzentrierter Sport wie Baseball. Bei den A's ist er im Vorstand, agiert als Sportdirektor und arbeitet eng mit dem Trainer zusammen: »Es geht sehr familiär zu.«

Baseball sei eine Randsportart, in den letzten Jahren aber viel attraktiver geworden: »Wir haben ein neues Trainingsgelände, die Vereinsarbeit ist Deutschlandweit besser strukturiert.«

Auch die Rhein-Main Baseball Academy funktioniere gut: »Wir sind als Träger und Betreiber der RMBA weiter, als bei der Gründung 2012 erwartet.«

Zurzeit besuchen die Academy drei Vollzeitschüler, die in Mainz auch in die Schule gehen, und 14 Teilzeitschüler. Die Spieler müssen trainieren können, täglich.

Den Nachwuchs fördern

Schule und Ausbildung sind aus Sicht der A's selbstverständlich. »Wir wis­sen, es ist schwer in Deutschland mit Baseball Geld zu verdienen.«

Die A's haben auch zwei Damenmannschaften - die spielen Softball. »Das ist aber gar nicht so soft, auch wenn der Ball größer und das Spielfeld kleiner sind, ist es doch eine ambitionierte Ballsportart.«

Im Rahmen von Schulkooperationen bringen die A's Mainzer Schülern Baseball nahe, regelmäßig ist der Verein bei den Ferienkartenaktionen dabei: »Unsere 2007er Meistermannschaft bestand fast zur Hälfte aus ehemaligen Ferienkartenkindern! Nachwuchsförderung und Jugendarbeit wird bei uns ganz groß geschrieben.«

| SoS

Baseball- und Softballclub Mainz Athletics 1988 e.V.
www.mainz-athletics.de