Der Mainzer - Die Stadtillustrierte


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Lennebergpark

Private und öffentliche Nutzung im Lennebergpark

Biotop, Golfplatz und Freizeitgelände


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Umrahmt von den Naturschutzgebieten Lennebergwald und Großer Sand bietet der FSE Lennebergwald eine außergewöhnliche Landschaftsformation. Der (orange gestrichelte) Verbindungsweg zwischen Lennebergwald und Budenheimer Parkallee über das private Freizeit- und Sportgelände ist ab 10. März tagsüber geöffnet.
Foto: Ries + Ries Architekten-Ingenieure

Der FSE Lenneberg ist ein außergewöhnliches Projekt. Es gelang, die ehemalige Mainzer Mülldeponie in Budenheim in einen attraktiven Freizeit-, Sport- und Erlebnispark umzuwandeln. In dessen Zentrum wird seit 2007 Golf gespielt. Spaziergänger und Radler kommen auf einem neuen Weg der ur­sprünglichen Verbindung zwischen Wald und Rhein ein Stück näher.

Es war einmal ein Steinbruch der Bonner Zement. Nach dessen Stilllegung Anfang der 1960er Jahre nutzte der Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz das Gelände als Mülldeponie. Das Verbot, Haus­müll zu deponieren, machte dieser Nutzung ein Ende - allerdings sind ehemalige Deponiegelände schwer bis gar nicht verkäuflich, die weiteren Nutzungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Insofern war die Idee, diesen Standort in einen Freizeit-, Sport- und Erlebnispark (FSE) umzuwandeln, mindestens mutig.

Im Herbst 2004 stellten Vertreter der Stadt Mainz und der Gemeinde Budenheim die Weichen für den FSE Lenneberg. Laut Masterplan sollte »nach Ab­schluss der Deponie die gesamte Deponiefläche und das umliegende Gelände des ehemaligen Steinbruchs der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Dadurch können naturräumliche Beziehungen, die über 100 Jahre unterbrochen waren, wieder hergestellt werden. Dazu zählt insbesondere die Verbindung zwischen dem Lennebergwald und dem Rhein.«

Rainer Becker, der Budenheimer Bürgermeister und Udo Ries, Architekt und Ideengeber gelten als die maßgeblichen Initiatoren und Unterstützer des Projektes. Finanzierung: Investoren, Mainz und Budenheim Der Masterplan, erinnert sich der Budenheimer Bürgermeister, habe ein noch umfangreicheres Sport- und Freizeitangebot vorgesehen. Allerdings ist das Gelände eingebettet in ein Landschaftsschutzgebiet, was Rücksichtnahmen auf die Belange des Naturschutzes erforderte. In Gesprächen mit den Naturschutzverbänden wurde vereinbart, bestimmte Bereiche von der öffentlichen Nutzung auszunehmen. In den Felswänden des Steinbruchs lebt ein Uhu, es gibt Orchideenwiesen, die Mauereidechsen vom Zollhafengelände fanden hier ein neues Zuhause. Rainer Becker hat schon (ungefährliche!) Nattern in den Teichen gesichtet, Füchse sagen sich Gute Nacht.

Das abwechslungsreiche Landschaftsbild mit Steigungen und Senken, dem Blick in den nahen Rheingau bietet für den 2009 fertig gestellten Golfplatz ein besonderes Ambiente und gilt gleichzeitig als besondere Herausforderung für Golfer.

Insgesamt 10 Millionen ? sind für Sanierung und Neugestaltung des Areals veranschlagt. Die Kosten für den Deponieabschluss und die Nachsorge der Deponie trägt der Mainzer Entsorgungsbetrieb. Teilweise können diese Kosten refinanziert werden durch den Verkauf von Grundstücken für Wohnbebauung am Rand der Fläche und die Verpachtung der Flächen für den Golfplatz. Die darüber hinausgehenden Maßnah­men zur Umgestaltung als Golfplatz trägt eine Investorengruppe.

Die Anlagen im öffentlichen Raum finanziert die Gemeinde Budenheim. Die Entscheidung für den FSE, so Bürgermeister Rainer Becker, sei im Gemeinderat einstimmig gefallen. Angrenzend an den Golfplatz ist in der gerade fertig gestellten Parkallee ein Hotel geplant. Der Bebauungsplan sieht außerdem vor am Rande des Areals Gewerbe und Dienstleistungen im Bereich Freizeit und Gesundheit anzusiedeln.

Neun Jahre nach der Weichenstellung wird nun ein Verbindungsweg zwischen dem Lennebergwald und der Budenheimer Parkallee eingeweiht. Er verläuft über das malerische Golfplatzgelände. Angst vor fliegenden Golfbällen brauchten aber weder Radler, noch Fußgänger und Jogger zu haben, stellt Becker klar. Der Weg sei so angelegt, dass eine Gefährdung ausgeschlossen sei - vorausgesetzt man verlässt die ausgeschilderten Wege nicht. Einen Teil des Wegebaus sowie die Beschilderung zahlt die Gemeinde Budenheim, 10.000 ? seien im 2013er Etat dafür eingestellt, sagt Becker. Von den rund 2 Millionen ? Gesamtkosten für die Parkallee, tra­ge Budenheim 200.000 ?, die Schilder mit den Sicherheitshinweisen für die Nicht-Golfer zahle der Golfplatzbetreiber.

Einem der ursprünglichen Ziele, eine Wegeverbindung vom Waldrand bis zum Rhein wieder herzustellen sei man nun näher gekommen, stellt Becker fest. Allerdings sind von der Budenheimer Parkallee aus noch Umwege in Kauf zu nehmen. Dem direkten Rheinzugang steht ein 65.000 qm großes Gelände im Wege, das der Firma Dyckerhoff gehört. Becker weiß, das Unternehmen würde gerne das Gesamtgelände verkaufen. Erst danach könne ein Bebauungsplan erstellt werden, der die alte Wegebeziehung zum Rhein aufgreift und sicherstellt. 2014 sei außerdem geplant, die Wegeverbindung zwischen Budenheim und Mombach im Bereich des Golfplatzes fertig zu stellen.

www.mainzer-golfclub.de
www.ries-ries.de
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