Der Mainzer - Die Stadtillustrierte

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Massachusetts - das BEE GEES Musical
am 7. März 19.30 Uhr in der Phönix-Halle

MAGIC SHADOWS - die faszinierende Welt von Licht und Schatten
am 17. März 19 Uhr in der Rheingoldhalle

DER MAINZER verlost für beide Events jeweils 2 x 2 Eintrittskarten. ...zur Verlosung

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Spitzfindig


Titelbild DER MAINZER Nr. 268

Zweischneidig


Nicht nur an Fastnacht ist es ein nervtötendes Thema. Für Radler.

Ja, die schon wieder.

Glas. Zersplittert. Auf Geh- und Fahrwegen.

Klar, es gibt den Unplattbaren - für Nicht-Radler: ein Reifen, der selbst Glasscherben kaum ein Durchkommen zum Schlauch erlaubt und die Gefahr eines Platten reduziert.

Also diese Unplattbaren, im Handel für um die 40 Euro (pro Reifen!) erhältlich, machen manchmal schlapp. Wenn zu häufig zu viele von den kleinen spitzen Glasscherben in ihnen hängen bleiben.

Besonders schwierig ist es, diesen »Hinder­nissen« an den närrischen Tagen auszuweichen. Die sind bald vorbei. Weniger Scherben verdrücken sich in Rinnsteinen, Verbund­­­p­flas­ter-Ritzen und Löchern.

Bis die Freiluftsaison beginnt. Dann nehmen die öffentlichen Trinker wieder zu. Gemeint sind nicht die, die mangels eigener Wohnung auf öffentlichen Plätzen und Straßen trinken. Sondern die, die ohne eine (Bier-)Flasche in der Hand nicht aus dem Haus gehen. In der Regel aber ohne diese Flasche wieder heimkommen. Weil sie die irgendwo stehen lassen. Andere nutzen sie zum Kicken. Die gläsernen Reste verteilen sich. Machen irgendwann auch Unplattbare platt.

Bislang habe ich solche Ignoranten gedanklich gerne auf den Mond geschickt. Mittler­weile plagt mich ein schlechtes Gewissen bei diesem Reisewunsch.

Dank entsprechender Zeitungsberichte weiß ich, dass Viele? Manche? oder Einige? nicht zu blöd sind, den gläsernen Abfall im Eimer zu deponieren. Sie stellen die Flaschen daneben. Um sie einem direkten Nutzen zuzuführen: Flaschensammler müssen so nicht erst im Müll wühlen, um ihre Pfandobjekte zu finden.

An sich eine gute Idee. Die einen Haken hat. Straßenkehrer können den auch erklären. Sie müssen den (Glas-) Dreck wegkehren. Fluchen manchmal über das zersplitterte Zeugs, das ihren Besen widersteht.

Also wie jetzt? Räume ich weiter die zufällig entdeckten leeren Flaschen neben öffentlichen Mülleimern in dieselben und habe ein schlech­tes Gewissen? Oder lass ich sie stehen und ­ärgere mich beim nächsten Platten darüber?

Sagte eine Bekannte: »Pack doch die Flaschen ein und kassier das Pfand selbst!« Sie meinte das scherzhaft. Denn ich müsste 500 Flaschen a 8 Pfand-Cent sammeln, um einen Un­platt­baren bezahlen zu können! Das ist ne ganze Menge. Kostet bestimmt viel Zeit. Und würde auch noch den »Ertrag« eines Flaschen­samm­lers schmälern. Also:?ich lass die Flaschen stehen. Die Glaskicker bitte auch.

SoS