Der Mainzer - Die Stadtillustrierte

Werbung

Energie
Guter Rat ist nicht teuer

Den Verbrauch senken und Kosten sparen


energiesparen
Durch die richtige Nutzung von Geräten lässt sich Strom sparen, beispielsweise mittels schaltbarer Steckdosenleisten.

»Wenn man die Butter draußen stehen lässt um sie besser streichen zu können, ist der Kühlschrank zu kalt eingestellt - und verbraucht dadurch mehr Strom.« Elke Dünnhoff von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz weiß, wovon sie spricht. Sie ist Leiterin des Projekts Energieverbrauchskennzeichnung und zuständig für Energieberatungen in der Verbraucherzentrale.

Im neuen Jahr dürfte sie genug zu tun haben, denn Fakt ist: Strom wird teurer. Wer die richtigen Tricks und Kniffe kennt, kann einer horrenden Stromrechnung jedoch mit relativ leichten Maßnahmen entgegensteuern, meint Dünnhoff.

»Oftmals ist eine Neuanschaffung von energieeffizienteren Geräten nicht sofort nötig. Es reicht schon, wenn man die vorhandenen Geräte richtig nutzt.« Im Fall des Kühlschranks hieße das: Eine Einstellung der Temperatur unter sieben Grad muss nicht sein: »Jedes Grad zu viel verbraucht im Schnitt 6% mehr Strom. Es lohnt sich also ein Thermometer in den Kühlschrank zu legen.«

Des Weiteren sollte darauf geachtet werden den Kühlschrank nicht neben Wärmequellen wie etwa Herd, Spülmaschine oder Heizung zu platzieren. Wenn es auf Grund der Küchengröße nicht anders möglich ist, empfiehlt es sich einen Isolator zwischen Kühlschrank und Wärmequelle zu schieben: »Am besten nimmt man dazu eine aluminiumbeschichtete Styroporplatte«, rät Dünnhoff.

Auch der Inhalt des Kühlschranks ist nicht unerheblich für seinen Stromverbrauch. Will heißen: »Wenn man lediglich Luft kühlt, ist das teurer, denn Luft speichert anders als Gläser oder Becher keine Energie.« Ergo: Ein voller Kühlschrank muss weniger Energie aufwenden um die Temperatur halten zu können als ein leerer und ist somit effizienter.

Ähnlich verhält es sich mit Waschmaschinen und Wäschetrocknern: »Eine volle Maschine verbraucht vergleichsweise weniger Strom als eine halbgefüllte Wäschetrommel«, weiß Dünnhoff und fügt hinzu: »Selbst wenn die Maschine über eine gute Mengenautomatik verfügt, sparen die Geräte bei halber Befüllung höchstens 20 bis 30 Prozent Strom für den Waschgang.«

Über die Auswahl der Programme lässt sich ebenfalls Energie einsparen: »Die meiste Energie verbraucht die Waschmaschine beim Erhitzen des Wassers: Je höher die Temperatur, desto mehr Energie wird benötigt. Wer also auf Kochwäsche verzichtet und sich auf 30 oder 40 Grad Wäschen beschränkt kann einige Kilowattstunden im Jahr sparen.«

Viele Maschinen bieten darüber hinaus Energiesparprogramme an: »Diese brauchen in der Regel länger als andere Programme, was daran liegt, dass die Wäsche sehr viel länger eingeweicht und das Wasser langsamer erhitzt wird. In diesen Einweichphasen braucht die Maschine so gut wie keinen Strom«, erläutert Dünnhoff.

Stromsparend beleuchten

Die richtige Füllmenge und Temperatur: Energiesparen lässt sich demnach schon mit recht einfachen Mitteln angehen. Dazu gehört auch, Standby-Geräte wie Fernseher oder HiFi-Anlagen vom Stromkreis zu trennen, wenn sie nicht in Benutzung sind oder auf das Vorheizen des Backofens zu verzichten. Bei der Auswahl der Lampen sollte man anstelle von Halogen- oder Glühlampen auf LED- oder Energiesparlampen setzen um seinen Stromverbrauch zu senken. »Die LED-Lampen sind ein bisschen energieeffizienter als Energiesparlampen, allerdings sind sie in der Anschaffung auch ein bisschen teurer«, sagt Dünnhoff.

Dass Energiesparlampen mehr Quecksilber verbrauchen als herkömmliche Glüh- oder Halogenlampen sei indes ein Ammenmärchen, so Dünnhoff: »Es stimmt zwar, dass Energiesparlampen Quecksilber enthalten, das in anderen Lampen nicht vorkommt. Allerdings wird auch bei der Stromproduktion im Kraftwerk Quecksilber verbraucht. Da Energiesparlampen im Vergleich zu Halogen- oder Glühlampen bis zu 80% weniger Strom verbrauchen, ist dadurch auch der Anteil des verbrauchten Quecksilbers geringer als beispielsweise bei einer Halogenlampe.«

Kontrolle ist besser

Wer trotz energiebewusstem Verhalten das Gefühl hat, seine Stromrechnung sei zu hoch, hat die Möglichkeit, sich bei der Verbraucherzentrale Strommessgeräte auszuleihen und mit deren Hilfe den Stromverbrauch von einzelnen Geräten genau nachzumessen: »Oftmals kann man so erkennen, ob sich eine Neuanschaffung lohnen würde«, meint Dünnhoff.

Entscheidet man sich für ein neues Gerät sollte man beim Kauf auf das jeweilige Energie Effizienz-Label achten. Keine leichte Aufgabe, denn je nach Gerät unterscheiden sich die Effizienzklassen: So gibt es bei Kühlschränken bereits das Label A+++, das besonders effiziente Geräte auszeichnet, während bei Wäschetrocknern und Elektroherden die beste Klasse mit A erreicht ist. Die neuen Label A+, A++ und A+++ erfolgen bei diesen Geräten bislang auf freiwilliger Basis.

Und auch bei Kühlschränken finden sich noch Geräte im Handel, die A als effizienteste Klasse auszeichnen: »Das liegt daran, dass das neue EU-Energielabel, das die Klassen bis A+++ beinhaltet, Ende 2011 eingeführt wurde, die Geräte mit den alten Labeln aber noch abverkauft werden dürfen«, erklärt Dünnhoff.

Wer beim Neukauf auf Nummer Sicher gehen will, findet in der Verbraucherzentrale zu verschiedenen Elektrogeräten Informationen über deren Energie Effizienz-Label. Darüber hinaus bietet die Verbraucherzentrale Energieberatungen an.

Katrin Henrich

Info:
www.verbraucherzentrale-energieberatung.de
www.energieberatung-rlp.de