Heft 266 November 2012
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Rechtsanwälte

Verkehrsrecht

Wer ist schuld?


Verkehrsrecht

»Wer täglich am Berufsverkehr teilnimmt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann einmal an einem Verkehrsunfall beteiligt sein. In vielen Fällen führt der Unfall zum Rechtsstreit. Schnell stellt sich die Frage, wer die besseren Karten vor Gericht, aber auch bei einer außergerichtlichen Einigung hat.«

Eine alltägliche Situation: Zwei Fahrzeuge kollidieren und an mindestens einem entsteht ein Schaden. Im Optimalfall übernimmt die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers die Kosten der Regulierung. Hierzu wird bei kleineren Bagatellschäden ein Kostenvoranschlag eingeholt. Bei größeren Schäden fordert die Versicherung regelmäßig die Einholung eines Sachverständigengutachtens. Die Wenigsten wissen: Der Unfallgeschädigte muss sich bei der Auswahl des Sachverständigen nicht auf den »gutgemeinten« Vorschlag des Versicherers verweisen lassen. Vielmehr sollte der Sachverständige beauftragt werden, dem man vertraut. Wichtig ist nur, dass dieser öffentlich bestellt und vereidigt ist.

Leider läuft die Regulierung des Unfallschadens oftmals nicht reibungslos ab und die Versicherung weigert sich, den geforderten Ausgleich vorzunehmen. Was ist also, wenn Kosten und Schäden entstanden sind, die die Versicherung nicht übernehmen will? Wenn ungeklärt ist, wer (Allein-) Verursacher ist? Was, wenn sogar ein Mensch verletzt wird? Zu diesen Fragen beraten wir Sie gerne. Am Anfang steht bei uns immer die Einzelfallanalyse. Wir erläutern unseren Mandanten, welchen Erfolg eine gerichtliche Auseinandersetzung verspricht oder ob eine Einigung auf außergerichtlichem Wege die zielführendere Variante ist.

Stephanie Herrmann
Stephanie Herrmann

Denn wenn zum Beispiel unklar ist, wer den Unfall in welchem Maße verursacht hat, hängt das Urteil des Gerichts maßgeblich davon ab, wer welche Unfalltatsachen und Geschehensabläufe vorzutragen und zu beweisen hat. Wenn die Versicherung eine Schadensposition nicht übernehmen will, kann dies an der Art oder der Höhe der Kosten liegen. Es ist daher zu überprüfen, ob die Versicherung die Position überhaupt ersetzen muss und wenn ja, in welcher Höhe.

Zu ersetzen ist in jedem Fall der Fahrzeugschaden und die durch den Unfall eingetretene Wertminderung am Fahrzeug, der sogenannte merkantile Minderwert. Auch werden Reparaturkosten von bis zu 130 % des Wiederbeschaffungswertes des geliebten Autos ersetzt, bevor von einem wirtschaftlichen Totalschaden ausgegangen und die Reparatur wegen Unwirtschaftlichkeit versagt wird.

In der heutigen Zeit ist fast jeder auf sein Auto angewiesen; der Grund dafür, dass oftmals vorschnell ein Mietwagen zum vom Autovermieter angepriesenen Unfallersatztarif angemietet wird. Hier ist Vorsicht geboten, da der Versicherer diese Kosten nur unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen muss. Die Gefahr zumindest auf einem Teil der Kosten »sitzen zu bleiben«, ist daher groß. Unser Tipp: Der Verzicht auf ein Fahrzeug kann als Alternative sogar wirtschaftlich sinnvoller sein, denn in diesem Fall besteht ein Geldanspruch für die entgangene Möglichkeit der Nutzung des eigenen Fahrzeugs.

Wenn im schlimmsten Fall ein Mensch zu Schaden kommt, können Schmerzensgeld und Heilungskosten verlangt werden. Insbesondere bei der Bemessung des Schmerzensgeldes helfen wir Ihnen, die angemessene Höhe zu ermitteln und zu verhandeln. Bei unfallbedingtem Ausfall einer haushaltsführenden Person - Frauen und Männer gleichermaßen - können die dadurch entstanden Kosten, durch die notwendige Einstellung einer Hilfskraft etwa, ebenfalls geltend gemacht werden. Auf diese »Sonderposten« weist die Versicherung regelmäßig nicht hin.

Unsere Kanzlei berät Sie gerne in Fragen des Verkehrsrechts und hilft bei der Durchsetzung Ihrer berechtigten Ansprüche und Interessen. Denn die besseren Karten hat immer derjenige, der seine Rechte kennt und auch weiß, wie er sie durchsetzen kann!

Rechtsanwältin
Stephanie Herrmann
Kanzlei Dr. Petereit & Armbrüster

Verkehrsunfall - was nun?


Bei einem Verkehrsunfall empfiehlt es sich, sofort zum Anwalt zu gehen. Die Versicherung des Unfallverursachers muss auch Anwaltsgebühren als Schadensersatz zahlen. Der Anwalt setzt Ansprüche durch, die Versicherungen von sich aus nicht unbedingt zahlen. Wertminderung, Nutzungsausfall und Haushaltsführungsschaden sind Beispiele dafür. Unfälle, die sich auf dem direkten Weg zur Arbeit oder von der Arbeit zum Wohnort ereignen, fallen in den Zuständigkeitsbereich der Berufsgenossenschaft. Es sind sozialrechtliche Besonderheiten zu beachten. Die freie Arztwahl entfällt. Man muss einen Durchgangsarzt aufsuchen. Bei bleibenden Schäden, kommt eine Verletztenrente in Betracht.

Außerdem bemüht sich die Berufsgenossenschaft die berufliche Einsetzbarkeit wieder herzustellen. Sie zahlt Rehabilitationsmaßnahmen, technische Hilfsmittel für den Arbeitsplatz und Umschulungen. Häufig kommt es zu Zuständigkeitsstreitigkeiten bei Unfällen auf Umwegen oder bei Opfern mit Vorschäden.

Rechtsanwalt Christian Welter
Fachanwalt für
Verkehrsrecht & Sozialrecht