Heft 265 Oktober 2012
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Sport

Neuer Fun-Sport Speed Badminton

Schneller, höher und weiter


Speed Badminton
Der Speed Badminton-Schläger (2. v. r.) hat die Form eines Squash-, die Besaitung eines Tennis- und das Gewicht eines Badminton-Schlägers. Der Speeder (2. v. r.) sieht einem Federball ähnlich, ist aber schwerer.

Geringer Kraftaufwand - maximaler Effekt: Der Ball fliegt mit hoher Geschwindigkeit über das Feld hinaus, obwohl mein Schlag gar nicht stark gewesen ist. Ich bin überrascht und begeistert. Speed Badminton heißt die Sportart, die ich auf dem Hallen-Tennisplatz des Sportparks TSA Mainz ausprobiere.

Vom deutschen Erfinderunternehmen eigentlich Speedminton® genannt handelt es sich dabei um eine Mischung aus Squash, Badminton und Tennis. Dem entspricht auch der Schläger, der mit 174 Gramm und gerade mal 58 Zentimeter Länge zwar leicht in der Hand liegt, aber die harte Besaitung eines Tennisschlägers hat. Der Federball hingegen ist viel schwerer als sein ursprüngliches Pendant.

Die Kombination aus den verschiedenen Eigenschaften der drei Rückschlagspiel-Geräte erklärt mein Erfolgserlebnis, sagt Uwe Tarighati, Inhaber des TSA und A-Trainer für Tennis: »Speed Badminton ist eine einfache Sportart und deshalb sowohl für Leistungs- als auch für Hobbysportler geeignet. Mit demselben Kraftaufwand wie beim Badminton fliegt der Ball jedoch die dreifache Strecke und kann eine Geschwindigkeit von bis zu 290 Kilometer pro Stunde haben. Aus diesem Grund spielt man es auch auf einem halben Tennisplatz, denn das Badmintonfeld ist für diese Weiten viel zu kurz.«

Tarighati
Speed Badminton ist für Hobby- und Leistungssportler geeignet, meint Instructor Uwe Tarighati .

Aber wie entstand die Idee für diesen Sport? »Einer Berliner Badminton-Spielgemeinschaft war das Originalspiel zu langsam. Sie kamen auf die Idee, den Federball zu modifizieren und haben einfach einen Stein in die Kappe gelegt. Damit bekam er eine andere Flugbahn und flog wesentlich schneller«, erzählt der Speed Badminton-Instructor.

Die Ursache für Schnelligkeit des heutigen Speeder®, wie der Ball vom Hersteller genannt wird, ist seine weiterentwickelte Beschaffenheit: Er ist aerodynamisch geformt, hat kürzere Federn und eine Kappe, die sich mit Ringen verstärken lässt - und ihn damit stabil für bis zu vier Windstärken macht.

Denn Speed Badminton wird auch draußen gespielt, überall dort, wo Platz ist, also auf der Straße, im Park oder am Strand. »Dann aber ohne Netz, als Fun-Variante. Die Zielflächen werden meist mit halben Tennisbällen abgesteckt oder mit Kreide aufgezeichnet«, ergänzt der diplomierte Sportlehrer. Dennoch werde die Halle wegen des »immer noch windempfindlichen Balls« von Vielen als die bessere Spielumgebung bevorzugt.

Hier wird der Tennisplatz zum Speed Court, indem zwei Linien mit 5,5 Meter das Feld längs teilen und jeweils zwei Linien mit 1,4 Meter die Grundlinie zur Seite verlängern. Damit erhält man die Quadrate, auf denen Treffer nur gezählt werden, wenn der Ball in einem der hinteren landet. Mit 16 Punkten pro Satz endet das Spiel, ein Match geht über drei Gewinnsätze.

Auch wenn die größere Distanz des Tennisfelds zwischen den zwei oder vier Spielern die Reaktionsschnelligkeit verringert und einen Ballwechsel am Netz, wie man beides vom Badminton kennt, fast reduziert, ist der Sport dadurch nicht weniger dynamisch. Denn der vor allem entlang der Seitenlinien gespielte Speeder® will trotzdem auf den Platzmaßen erreicht werden.

Noch ist Speed Badminton eine »Randsportart«, meint Tarighati, der sie 2003 nach Mainz geholt hat und mit dem TSA die einzige Indoor-Anlage in Rheinland-Pfalz anbietet. Ganz allmählich könnte sich jedoch daraus ein Trendsport mit wachsender Fangemeinde entstehen, denn im letzten Jahr fand bereits die erste Speed Badminton-Weltmeisterschaft in Berlin statt - mit 383 Teilnehmern aus 29 Nationen.

TSA MAINZ
Jakob-Anstattstr. 9a · 55130 Mainz
Telefon: 06131 832435
www.tennishalle-mainz.de

KH