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Ausgehen

Roxy

Für immer jung


Roxy

Zunächst eine kritische kleine Selbstanalyse vorweg: Mittdreißiger sind keine pflegeleichte Zielgruppe für Diskothekenbetreiber. Zum einen gehen sie nur noch vielleicht zweimal im Jahr tanzen. Damit sorgen sie nicht für so guten Umsatz wie jüngere, wöchentlich auftauchende Stammgäste. Haben sie es dann doch mal von der Couch herunter in den Club geschafft, jammern sie dann, dass überall, wo sie hingehen, die anderen Gäste »viel zu jung« seien.

»Frauen beschweren sich aber eigentlich in jedem Alter, dass sie sich im Club zu alt fühlen«, grinst Batu Aslan. Der 40-Jährige hat mit seinem Kompagnon Asker Kilic 2010 das Roxy am Südbahnhof eröffnet. Es ist damit der jüngste Tanzclub in Mainz, aber für ein älteres Publikum. Älter, das heißt: Einlass erst ab 25 Jahren.

»Ganz am Anfang, als das Roxy überall als ,Club für Ältere' angekündigt wurde, kamen auch viele Gäste um die 50, 60«, erinnert sich Batu Aslan. Die wurden dort aber so gar nicht glücklich. »Den meisten von ihnen war die Musik zu laut, außerdem wurde nichts gespielt, worauf man Foxtrott tanzen kann. Einige störten sich auch daran, dass andere Gäste ihre Getränke mit auf die Tanzfläche nahmen.«

Roxy
Mittlerweile hat sich das Durchschnittsalter des Publikums bei um die 30 eingependelt. Etwas Ältere kommen schon auch. »Von den Musik- und Tanzvorlieben her kann man die 40-Jährigen von heute halt eher mit den Jüngeren als mit den Älteren zusammenbringen«, hat Aslan festgestellt. Sicher, ab und zu werde schon einmal eine Ausnahme bei der Altersbeschränkung gemacht. »Wenn ein Betriebsausflug kommt, und der Azubi ist erst 21, schicken die Türsteher den nicht weg«, sagt Aslan. Oder solle man etwa einen 29-jährigen Clubgast hereinbitten, seine 23-Jährige Freundin aber nicht? Batu Aslan betont aber: »Das sind alles Ausnahmen, die auf Bitten der Gäste gewährt werden. Es sind nicht wir, die darauf abzielen.«

Keinen Spaß verstehen die Türsteher allerdings bei der Kleidung: Turnschuhe, Baseball-Mützen, Kapuzenshirts, Herren in kurzen Hosen, das geht halt nicht zusammen mit dem stylishen Interieur. Drinnen hängen vor schwarzen Wänden rote Samtvorhänge und Kristallleuchter von der Decke. Die silbernen Glitzersofas in den Loungeecken hinter der Tanzfläche seien an den meisten Abenden ausgebucht, berichtet der Clubbetreiber.

Ein fester Termin außer den Freitagen und Samstagen ist der Mittwoch mit der Band des King Kamehameha-Clubs in Frankfurt. Seit Anfang des Jahres kommt sie nicht mehr nur einmal im Monat, sondern jede Woche ins Roxy. »Das ist meist sogar besser besucht als der Freitag.« Ab 21 Uhr spielt die Band aktuelle Charthits in teilweise neuen Arrangements. Sehr tanzbar. Aber auch wieder eher nichts für Standardtänzer.

www.myroxy.de