Heft 262 Juli 2012
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Einzelhandel

Verein »Mainzer Mitte am Neubrunnen«

Für Symbiose mit ECE


Schmitt
Christian Arens und Dieter Grünewald

Das neue Einkaufszentrum, das der Investor ECE an der Ludwigsstraße plant, bewegt die Gemüter in der Stadt, unter anderem jene des Vereins »Mainzer Mitte am Neubrunnen«. »Wir haben in diesem Quartier eine Vielzahl von exzellenten Fachgeschäften und Dienst- und Einzelhändlern«, sagt Dieter Grünewald, Mitglied des fünfköpfigen Vorstands.

Deren Interessen und die der Hausbesitzer sowie Gastronomen vertrete der Verein, der aus einer Initiative heraus Anfang Juni gegründet wurde. Das Ziel: die Aufwertung des Gebiets rund um die Römerpassage, Lothar- und Klarastraße, die Große Bleiche, den Neubrunnenplatz und dessen angrenzenden Straßen.

»Der Aufhänger für unsere Initiative ist zum einen die Verslumung des Bleichenviertels«, erklärt Vorstandmitglied Christian Arens und Inhaber des gleichnamigen Frisörsalons. »Die komplette Planung für diesen Bezirk wird von Seiten der Stadt liegen gelassen.« Es herrsche Vandalismus und der Neubrunnen, der zu einem der ältesten gehöre, modere vor sich hin. Er ist, wie Arens betont, jedoch die zentrale Stelle und die Lebensader des Viertels, das sich »vernachlässigt fühle«.

Zum anderen sei auch das ECE-Zentrum Anlass für die Vereinsgründung, denn er habe »Angst« davor, dass das Einkaufsquartier vom Verbraucher ausschließlich genutzt werden könnte und der »Einzelhandel außen vor gelassen« wird. »Das Problem ist, wir befinden uns in einer Randlage. Ein Staubsauger-Effekt des Zentrums könnte das umliegende Viertel ausbluten lassen.« Dabei begrüße man prinzipiell die Ankurbelung der Wirtschaft vor Ort mit dem Konzept, jedoch wünsche man sich mit diesem eine Symbiose.

Diese Ansicht bekräftigt auch Gastronom Grünewald: »Wir wollen eine klare Angliederung an das Zentrum, denn wir sind ein Quartier der Spezialisten, wir bieten Vielfalt und Kundennähe. Das soll erhalten bleiben.« Daher sollen auch Immobiliengesellschaften und Hauseigentümer angesprochen werden, um sie davon zu überzeugen, den »Pächtern vernünftige Mieten anzubieten«, damit kein Leerstand entsteht.

Geplant ist darüber hinaus, die Anwohner stärker in die Weiterentwicklung des Bezirks einzubeziehen, damit das Wohnen attraktiver gemacht wird. Für die Zukunft sind sogar ein Bio-, Frühlings- und Herbstmarkt um den Brunnen herum geplant und die Idee, die Große Bleiche in eine Fußgängerzone oder zumindest Tempo-30-Zone umzuwandeln, gehört ebenfalls zu einem der wichtigsten Anliegen. Christian Arens macht nochmals deutlich: »Der zentrale Lebenserhalt des Viertels ist essentiell.«

KH