Heft 261 Juni 2012
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Ausgehen

Caveau

Alles, was Rock ist


Sebastian Dumke und Wieland Wittmeyer
Wieland Wittmeyer (rechts) leitet das Caveau seit 2001, Sebastian Dumke vom Verein »Subkultur Mainz e.V.« ist für die Band-Buchung zuständig.

Wer auf Techno, Dancefloor, Hiphop oder R&B steht, ist im Caveau genau falsch. Wer den Club im Gewölbekeller unter dem Institut Français an der Schillerstraße zwischen Mittwoch- und Samstagnacht betritt, der will rocken.

Für Neulinge ist der Tanzladen gar nicht so leicht zu finden. Nicht nur, dass der Eingang auf der Rückseite des barocken Palais Schönborn liegt. Der Club darf auch, des Denkmalschutzes wegen, kein Schild über die Tür hängen. »Wir planen, demnächst ein YouTube-Video zu produzieren mit dem Titel ,Wie finde ich das Caveau?'«, sagt Pächter Wieland Wittmeyer.

In den 1980er Jahren als Schülertreff gegründet, hatte das Kellergewölbe Ende der 1980er Jahre eine kurze Phase als Jazzschuppen und bald danach als Disco mit Mainstream-Musik. Seit der Verein »Subkultur Mainz« 2001 im Caveau das Programm und Wittmeyer die Leitung übernommen hat, kommt nur noch handgemachte Musik ins Haus.

y Zur gepflegten Rockparty mit buntem Stilmix von AC/DC über Nirvana und Johnny Cash bis ZZ Top kommt man samstags. Mittwochs ist Independent-Tag, die Playlist führt Bands wie Nada Surf, Foo Fighters, The White Stripes oder The Wombats auf. Studenten kommen gerne mittwochs, wenn der Eintritt frei ist - außer vor Feiertagen.

Stammgäste berichten, dass es mittwochs im Caveau oft voller ist als samstags. Während am Mittwoch der Laden manchmal schon um Mitternacht voll sei, könne es sein, dass sich am Samstag erst ab zwei Uhr eine anständige Menge Feierfreudiger einfindet.

»Feiern« wird im Caveau übrigens als bewegtes Ereignis verstanden. »Hier geht es ums Tanzen, nicht ums Loungen«, sagt Wieland Wittmeyer. Anders geht es auch gar nicht: Eine nennenswerte Zahl an Sitzgelegenheiten könnte in dem 150-Quadratmeter-Keller gar nicht aufgestellt werden, weil die sonst die Notausgänge versperren würden.

Der Freitag steht für die härtere Gangart, entweder mit Punk oder mit Death Metal und Darkwave. »Wir haben mittlerweile den Schwerpunkt am Freitag auf Punk gelegt«, sagt Wieland Wittmeyer.

Der Donnerstag war lange Zeit Band-Konzerten vorbehalten. Doch der Lärm störte die Mitarbeiter des Institut Français, so dass die lauteren Veranstaltungen jetzt sonntags stattfinden. Nur Ruhigeres wie Liedermacher-Konzerte stehen donnerstags noch auf dem Plan.

Für das kommende Jahr plant das Caveau-Team, wieder einen Biergarten anzubieten. Draußensitzen gehörte bis 2009 im Caveau dazu, doch dann wurde die Konkurrenz, vor allem durch Biergärten und Strände am Rhein, zu groß.

Seit einiger Zeit weiß Wittmeyer, dass es das Caveau wohl nicht mehr bis in alle Ewigkeit geben wird. Der Besitzer des Gebäudes, die Uni Mainz, hat angekündigt, dass das Gebäude saniert werden muss - und dann muss der Club raus. Ein Zeitpunkt steht noch nicht fest. Wittmeyer schätzt, dass es nicht vor 2014 soweit sein wird. »Wenn wir Bescheid wissen, starten wir einen Countdown auf der Homepage.« Dass es das Caveau dann an anderer Stelle geben könnte, hält er für unwahrscheinlich. »In Mainz eine geeignete Location zu finden, ist sehr schwer.«

Infos: www.caveau.de

Alice Gundlach