Heft 260 Mai 2012
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Mainzer Köpfe

Dieter Ebert

Im Einsatz für den Sport in Mainz


Dieter Ebert
Dieter Ebert

Er ist in Mainz DER Marathon-Mann. Und bedauert es manchmal, dass die meisten seinen Namen nur mit diesem Großereignis verbinden. Denn Dieter Ebert ist von Berufs wegen für den gesamten Sport in Mainz zuständig.

Aktiver Sportler ist Dieter Ebert von Jugend an, es begann mit Judo, später kam, wie bei vielen seiner Altersgenossen der Fußball dazu. Dann, lange bevor in Mainz an die Austragung eines Gutenbergmarathons gedacht wurde, begann die »Lauferei«. Aktuell läuft der 50-Jährige pro Woche etwa 30 Kilometer. Beim ersten Gutenbergmarathon 2000 war er auch dabei. Auf der Hälfte der Strecke, als Halbmarathoni. Seit er die Organisationsleitung inne hat, ist an eine eigene Teilnahme nicht mehr zu denken. »Leider«, sagt er.

Dass sich Dieter Ebert auch beruflich mit Sport beschäftigt, war nicht direkt geplant. Der gebürtige Mainzer, in der Neustadt aufgewachsen, startete seine Karriere bei der Stadt Mainz im Tiefbauamt. Dort war der Diplomverwaltungswirt zuständig für Beitrags- und Rechtsangelegenheiten. »Keine schlechte Voraussetzung, um z.B. Verträge mit Sportstättenbetreibern prüfen zu können«, sagt Ebert.

Nach seinem Wechsel 2004 ins Sportamt gehörte die Ausschreibung des Vertrags für den Badebetrieb in Mombach zu einer seiner ersten Amtshandlungen.

Weniger gerüstet fühlte sich Ebert anfangs fürs Reden vor größerem Publikum. Klar kennt er sich mit den technischen Details einer sanierten Sportanlage aus. Das so in Worte zu fassen, dass es auch noch gut klingt und flüssig über die Lippen kommt, bedurfte der Übung. Ähnlich die Repräsentationspflichten. In Sachen Marathon ist der Leiter der Sportabteilung auch außerhalb von Mainz ein gefragter Mann. Immer wieder muss er erklären, wie das funktioniert, einen Marathon kostenneutral auf die Beine zu stellen (siehe Kasten »Mainzer Konzept«). Er habe sich daran gewöhnt, sagt er und: »Das ist ja nur ein Bruchteil meiner Arbeit. Ich freue mich richtig, wenn ich für die vielen Vereine und den Breitensport etwas erreichen kann.«

Er sei 15 Jahre alt gewesen, erinnert sich Ebert, als der damalige Sportamtsleiter bei Nullfünf-Spielen persönlich begrüßt wurde und jeweils einen Fußball gespendet habe. »Damals dachte ich, das wäre ein schöner Job für mich. Als ich diese Position dann tatsächlich erreicht hatte, war die Stelle des Sportamtsleiters gestrichen - aus finanziellen Gründen.« Zumindest aber ähneln seine Funktionen als Abteilungsleiter im Amt für Finanzen, Beteiligungen und Sport doch sehr denen eines Amtsleiters.

Ebert wirkt als Pragmatiker, der nicht im Rampenlicht stehen muss: »Ich dirigiere das lieber von der zweiten Reihe aus.« Disziplin, Entschlussfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Sachlichkeit sieht er als Fähigkeiten, die ihm auch beruflich zugute kommen. Das vorhandene Geld müsse sinnvoll für den Breitensport eingesetzt werden, manchmal helfe es, persönlich einzugreifen, damit Sportler zu ihren Trainingszeiten kommen. Dazu gehört auch - abseits von Arbeitszeiten - Wettkämpfen zuzuschauen: bei den Ringern, den Basketballern, den Sportakrobaten. »Es ist schon toll, wie viele Sportarten in Mainz erfolgreich bis in europäische Sphären betrieben werden.« Solche Begeisterung verleitet auch den Pragmatiker ab und an zum Träumen: Eine Multifunktionshalle stünde der Stadt gut zu Gesicht, meint Ebert. Und eine durchgängige Beleuchtung für die Rheinufer-Laufstrecke vom Feldbergplatz bis zum Betriebsgelände von Heidelberg Cement in Weisenau.

»Leben und Leben lassen«, ist ein Motto, dem Dieter Ebert insbesondere während der Ferien auf den Balearen frönt. Dazu passt dann wohl auch die Begeisterung fürs Malen - im Stile eines Van Goghs, eher realistisch und technisch versiert.

Seine Fußballleidenschaft lebt Ebert mittlerweile in der Altherrenmannschaft des FSV Alemania Laubenheim aus - und beim Zuschauen. Dass ausgerechnet am diesjährigen »Marathonsamstag« sein von klein auf geliebter Fußballverein, Borussia Mönchengladbach in der Coface Arena gegen die Nullfünfer spielt, schmerzt. Live zuschauen kann er nicht. Das Rahmenprogramm für den Marathon hält ihn auf Trab und davon ab. Trotzdem freut sich Ebert darauf - insbesondere auf den »1. Mainzer Mini-Marathon« - eine seiner Ideen, die zur Attraktivität des Ereignisses beitragen: Fünf- bis Achtjährige laufen 550 Meter vom Gutenbergplatz in die Altstadt und zurück.

SoS

»Mainzer Marathon Konzept«

Der Novo Nordisk Gutenberg-Marathon Mainz ist deutschlandweit der einzige große Marathon, den eine Stadt selbst organisiert. In Berlin, München, Frankfurt sind, außer den Sponsoren, Privatunternehmen am Start, um die Läufer auf die Strecke und das Rahmenprogramm in die Stadt zu bringen. In der Regel erhalten sie von der jeweiligen Stadt einen Zuschuss. In Mainz ist das aufgrund der finanziellen Situation nicht möglich. Hier sind neben den zahlreichen Sponsoren auch viele ehrenamtliche Helfer aus den Vereinen und der Verwaltung im Einsatz, um die Organisation zu stemmen und vor allem, um das ganz besondere Flair dieses Marathons zu gewährleisten. Dass der Novo Nordisk Gutenberg-Marathon Mainz Hotels, Gastronomie und Einzelhandel Einnahmen beschert, steht außer Frage. Um den tatsächlichen Wert der Veranstaltung für die Stadt Mainz einmal darstellen zu können, würde Dieter Ebert dies gerne in einer Studie ausrechnen lassen.