Heft 260 Mai 2012
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Sherlock Holmes? Schack Bekker?

Peter Jackob!


Peter Jackob
Peter Jackob

Der Mainzer Schriftsteller Peter Jackob hat den Krimi entdeckt als zeitgemäße Ausdrucksform seiner literarischen Ambitionen. Es gibt viele, die das Krimischreiben als Hobby entdeckt haben. Bei Peter Jackob ist es mehr als ein Hobby. Schon als Kind entdeckte er seine Leidenschaft für Literatur, schrieb Gedichte und die Eltern respektierten seinen Wunsch, Literatur zu studieren.

Krimi ist Trivialliteratur. Aber auch »Der Name der Rose« sei nur ein Kriminalroman, meint Jackob und die »Schwedenkrimis« stellten die gesellschaftlichen und persönlichen Probleme der Figuren in dne Mittelpunkt. Die Grenzen zwischen »Trivialliteratur« und Kunst verschwämmen. DER MAINZER fragte den promovierten Literaturwissenschaftler Dr. Peter Jackob:

Warum sind Sie nicht in das arrivierte und angesehene Fischgeschäft Ihrer Eltern eingestiegen?

Jackob: Ich war und bin immer dort, wenn Not am Mann ist. Schon als Kind habe ich dort geholfen. Aber mein Herz hängt am Schreiben.

Warum schreiben Sie Krimis?

Jackob: Der Krimi hat momentan Hochkonjunktur, der Kriminalkommissar agiert in einer immer komplizierter werdenden Welt und rückt am Ende die Welt wieder ein Stückchen gerade.

Sie schreiben Krimis mit Mainzer Lokalkolorit und traditionelle englische Krimis mit Sherlock Holmes. Warum?

Jackob: Mainz liegt mir am Herzen. Ich kenne die Menschen, die Straßen, die Mentalität. Da ist das für mich ganz normal in dieser mir bekannten Welt die Geschichte spielen zu lassen.

Was begeistert Sie an Scherlock Holmes?

Jackob: Dieser englische Detektiv war eigensinnig, unangepasst, ein genialer Analytiker und hat sich nicht um gesellschaftliche Konventionen gekümmert. Diese Figur war neu in der Kriminalliteratur, der skurrile dunkle Humor, die britische Atmosphäre, der scharfe Verstand - das hat mich immer fasziniert.

Sie waren u.a. jahrelang in Italien und haben viele Berufe ausgeübt - vom Dolmetscher bis zum Maurer. Treffen die eigensinnigen Holmes'schen Charaktereigenschaften auch ein bisschen auf Peter Jackob zu?

Jackob: Ja, ich mache mir zu vielen Dingen meine eigenen Gedanken, da könnte etwas dran sein!

>Hat Ihr Mainzer Kommissar Jacques »Schack« Bekker ähnliche Charakterzüge wie Sherlock Holmes?

Jackob: Schack Bekker ist ein brummelnder Einzelgänger, der unkonventionell seine Fälle löst und in der Mainzer Altstadt seinen Gedanken nachhängt - ja, es gibt Schnittmengen, aber der Main­zer ist nicht so extrem. Dafür geht er einen Schoppen trinken, hat immer Krach mit seinem Vorgesetzten, ist. Eine Figur die sich nicht anpasst und seinen eigenen Weg geht.

Wie wäre es denn mit einem Dreh­buch für einen Mainzer Tatort?

Jackob: Ich habe zwar schon Drehbücher geschrieben, aber Tatort-Drehbücher für die ARD zu schreiben, das ist schon erste Liga. Mainz mit seinen vielen Geschichten gäbe ein ideales Ambiente ab. Das würde mich natürlich reizen.

WHO

Lesetermine:
14. Mai, 19 Uhr: Das Geheimnis von Compton Lodge. Ein Sherlock Holmes Roman.
Weinhaus Michel, Gewölbekeller, Jakobsbergstraße 8, Mainz
16. Mai, 18.30 Uhr: Ein Schack Bekker Abend. Narren-Mord und Das Leben ist kein Tanzlokal.
Café dell Arte, Badergasse 18-22, Mainz